Das Spielefieber geht um an der August-Hermann-Francke-Schule: Derzeit steht ein Quartettspiel hoch im Kurs, das es in keinem Geschäft zu kaufen gibt. Es stehen 32 Karten zur Verfügung, aber im Gegensatz zu üblichen Quartetts werden nicht Lokomotiven oder Hunderassen gesammelt, sondern Lehrerfiguren. Dazu bedienten sich die Abiturienten einzelner Mitarbeiter-Fotos von der Schulhomepage und ließen jeweils ein Gesicht mit dem Konterfei einer Fantasy-Figur verschmelzen. Bildvorlagen fanden sich zuhauf und bei der Erstellung der Quartettdarstellung half Künstliche Intelligenz, so dass verfremdete, aber doch erkennbare Köpfe auf den Karten zu sehen sind. Sammeln kann man dann komplette Viererreihen, beispielsweise Lehrkräfte für Mathematik, oder eben auch so lange, bis der komplette Spielsatz mit 32 Karten vorliegt. Zunächst wurden nämlich immer nur Sets von 2 Karten verkauft, aber der Run war so groß, dass der ausgelobte Sonderpreis für die Vorlage eines vollständigen Quartetts schon nach wenigen Stunden vergeben werden konnte. Dann kann natürlich auch nach den üblichen Regeln gespielt werden, denn jede Karte enthält noch Zahlenangaben, zum Beispiel den Wert für Technikbeherrschung oder den „Strenge-Faktor“. Dabei durften die Lehrkräfte, welche für das Quartett ausgesucht worden waren, sich selbst mit einschätzen. Um mit den Karten zu spielen, können individuelle Regeln vereinbart werden, denn wo steht geschrieben, ob eine Lehrerpersönlichkeit mit höherem „Baujahr“ wertvoller ist als eine ältere?
Die Idee zu diesem Spiel kam Alina McINtosh und Finn Görlach bei der Suche nach einer lukrativen Aktion für die Finanzierung ihrer Abiturfeier. Da es immer schwieriger wird, Sponsoren für Inserate in der Abi-Zeitung zu finden, war Eigenleistung gefragt; die beiden waren von Beginn an in Absprache mit der Schulleitung und den abzubildenden Lehrkräften, hatten aber auch tatkräftige Unterstützung aus ihrem Jahrgang. Schließlich musste eine Kalkulation erstellt werden, um ein Minusgeschäft möglichst zu vermeiden. Tatsächlich erwies sich nun die in Auftrag gegebene Produktion von 330 Sets der bunt und geschmackvoll erscheinenden Hochglanzkarten als nicht zu hoch gegriffen, denn alle Karten konnten verkauft werden.
Die Schulkinder erfanden zudem eine weitere schöne Beschäftigung und versuchen nun, zu jeder gesammelten Karte die Unterschrift der jeweils abgebildeten Person zu ergattern. Gesprächsstoff in den Pausen und auf dem Schulhof ergibt sich zumindest reichlich durch diese Abiturientenaktion!





