


Die Gewinnerin des Vorlesewettbewerbs an der Herderschule steht fest: Lucy Bietz aus der 6. Klasse setzte sich gegen die vier anderen Klassensieger ihres Jahrgangs durch und ist nun eine Runde weiter: Beim Kreisentscheid, der an der Gesamtschule Gleiberger Land stattfinden wird, vertritt die Zwölfjährige die Herderschule.
Im Vorfeld hatten klasseninterne Vorlesewettbewerbe stattgefunden. Dabei kürten die Mitschülerinnen und Mitschüler gemeinsam mit der jeweiligen Deutschlehrkraft die besten Vorleserinnen und Vorleser der Klasse, die nun beim Schulentscheid gegeneinander antraten: Dabei präsentierten Marlene Vollmer, Veronika Lenz, Tim Lorenz, Lucy Bietz und Viktoria Verhoff ihr Können vor einer Jury, die aus den Deutschlehrerinnen der sechsten Klassen sowie den Zweitplatzierten der klasseninternen Wettbewerbe bestand. Zahlreiche Mitschülerinnen und Mitschüler verfolgten die Vorträge voller Spannung.
Vorbereitet wurde der Wettbewerb durch ein Buchprojekt im Deutschunterricht. Dabei standen Buchvorstellungen und kreative Zugänge zur Lektüre im Vordergrund wie beispielsweise das Basteln einer Buchbox. So auch bei Izlihan Alptekin, die in einer 6. Klasse Deutsch unterrichtet und das erste Mal als Lehrerin die Challenge begleitet. „Durch den Vorlesewettbewerb wird den Schülerinnen und Schülern noch einmal ein ganz anderer Zugang zu Büchern ermöglicht“, erklärt die Lehrkraft. Zudem werde dadurch die Persönlichkeitsförderung unterstützt, lernen die Kinder doch selbstbewusst vor einem Publikum zu sprechen. Nancy Markovich, Klassenlehrerin in der Stufe 6, hat auch als Mutter von teilnehmenden Kindern bereits Erfahrungen mit dem Vorlesewettbewerb gemacht. Sie verweist vor allem auf den motivierenden Charakter dieser Veranstaltung.
Nicole Port, ebenfalls Deutschlehrerin und seit fast 20 Jahren bei den Vorlesewettbewerben an der Herderschule dabei, hat die Beobachtung gemacht, dass in den letzten Jahren auch vermehrt Jungen an dem Entscheid teilnehmen. Für sie ist der Wettbewerb wichtig, da er „den Stellenwert des Lesens betont, denn: ‚Wer Goethe liest, schaut in die Welt und nicht nur bis zum Zaune.‘“
Als Lesestoff steht bei den Sechtsklässlern der Herderschule zwar noch nicht mehrheitlich Goethe, dafür aber moderne Fantasy ganz hoch im Kurs. Lucy Bietz liest auch gern Krimis. Besonderen Eindruck hat bei ihr jedoch das Buch „Wie ein Fisch im Baum“ von Lynda Mullaly Hunt hinterlassen, „weil es Menschen mit Schwächen zeigt und wie die die Welt wahrnehmen und im Leben klarkommen.“ In dem Roman geht es um ein Mädchen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche, das diese Beeinträchtigung unbedingt verbergen möchte, bis es schließlich mit Hilfe eines Lehrers lernt, damit umzugehen.
Alle Vorleser und Vorleserinnen erhielten nach dem Schulwettbewerb eine Urkunde sowie einen Gutschein für die Buchhandlung Thalia. Und Lucy weiß schon ganz genau, was sie will: den neuesten Band von „Ein Mädchen namens Willow“.




