Irische Magie unter dem Sternenhimmel in Treis – Ein Abend voller Musik, Gesang und Gemeinschaft

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In der ausverkauften Gaststätte Bing in Treis bei Staufenberg wurde am Samstagabend die grüne Insel kurzzeitig nach Mittelhessen geholt. Statt Alltagstrott regierten irische Klänge, mitreißende Rhythmen und Gänsehaut-Momente, die man so schnell nicht vergessen wird. Paddy Schmidt und Almut Ritter – zwei der prägendsten Künstler der Folk-Szene mit fast 40 Jahren Bühnenerfahrung – verwandelten den Saal in ein stimmungsvolles Irish Pub.

Schon beim ersten Akkord spürte man, dass dies kein gewöhnliches Konzert werden sollte: Paddy, der charismatische Sänger, Gitarrist und Mundharmonika-Virtuose, und Almut, die mit Geige und Concertina Geschichten erzählen kann, ließen die Bühne leben – mal herzlich, mal melancholisch, mal wild. Das Publikum war sofort mittendrin, statt nur dabei.

Die Setlist war ein bunter Streifzug durch das Folk-Repertoire: von traditionellen Jigs und Reels über Eigenkompositionen bis hin zu zeitlosen Klassikern. Zwei Momente haben das Publikum besonders abgeholt. Vor der Pause, nach dem ersten Set, beeindruckten beide Künstler mit einem kurzen, aber sehr bewegenden Instrumental, bei dem am Ende gleich vier Tin Whistles (Blechpfeifen) zum Einsatz kamen.

Und dann kam im zweiten Teil dieser Moment – der Song, bei dem wirklich jede Kehle mitsang: „Streets of London“ von Ralph McTell mit dem legendären Refrain „Let me take you by the hand and lead you through the streets of London“. Die Älteren im Publikum kennen den Song seit 1969 oder spätestens seit der Neuaufnahme von 1974. Die Jüngeren zumindest seit Dezember 2017, als McTell das Lied gemeinsam mit The Crisis Choir und Annie Lennox erneut aufnahm.

Doch es blieb nicht nur beim Mitsingen: Zwischen den Stücken erzählte Paddy gekonnt Anekdoten aus seiner langen Liebe zum Folk und band jeden im Saal spürbar mit ein. Es gab ausgelassene Stimmung bei feurigen Tunes, (fast) stille Andacht bei balladesken Liedern und allerorten ein Lächeln, ein Mitklatschen und sogar gekonnte Ansätze von Step Dance.

Auch die Stimmung nach dem Konzert war einzigartig, und der Organisator Dirk Wallenfels ließ die Künstler nicht von der Bühne, bevor diese bereits für den nächsten irischen Abend wieder zugesagt hatten. Begeisterte Zuhörer blieben noch lange im Foyer, tauschten Eindrücke aus und genossen typische Getränke wie Guinness, Kilkenny, Cider und irischen Whiskey. Insgesamt war dieser „Irische Abend“ in Treis mehr als nur ein Konzert – er war ein Erlebnis, das die Herzen öffnete, die Füße zum Wippen brachte und noch lange im Gedächtnis nachhallen wird.