Neuer Untermieter im Logistikzentrum Langsdorfer Höhe: Verkehrs- und Umweltfolgen ernst nehmen

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Einigkeit besteht zumindest in einem Punkt: Das Logistikzentrum auf der Langsdorfer Höhe stellt eine städtebauliche und ökologische Fehlentwicklung dar. Insbesondere in seiner optischen Wirkung ist es als misslungen zu bewerten.

Während es mit dem bisherigen Mieter Wayfair zu keiner nennenswerten Auslastung kam und damit auch der erwartete Schwerlastverkehr weitgehend ausblieb, wird sich dies mit dem neuen Mieter CEVA Logistics GmbH grundlegend ändern. Dies wurde auf der Informationsveranstaltung am Donnerstag, den 22. Januar 2026, deutlich. Seit November laufen Gespräche mit der Stadtverwaltung; CEVA Logistics plant, den Standort im Laufe des März 2026 in Betrieb zu nehmen. Von Lich aus soll exklusiv für einen weltweit tätigen Online-Händler gearbeitet werden, dessen Name aus vertraglichen Gründen nicht genannt wurde.

Geplant sind bis zu 600 Beschäftigte im Zwei-Schicht-Betrieb zwischen 6 und 22 Uhr, an sechs Tagen die Woche. Ein Drei-Schicht-Betrieb sei in umsatzstarken Zeiten nicht ausgeschlossen, solle aber ausschließlich innerhalb der Hallen stattfinden und ist laut CEVA ausdrücklich nicht gewünscht, da er mit erheblichen Mehrkosten verbunden sei.

CEVA Logistics und Bürgermeister Dr. Neubert betonten, man werde unter den Vorgaben des Bebauungsplans bleiben. Es war vage von rund 2.000 LKW-Bewegungen pro Woche die Rede. Verlässliche und transparente Zahlen wurden den Bürgerinnen und Bürgern bislang nicht vorgelegt. Ebenso blieb offen, ob die Stadt Lich mit Gewerbesteuereinnahmen rechnen kann.

„Die Ankündigung von bis zu 600 Arbeitsplätzen ist beeindruckend und wird von uns ausdrücklich begrüßt“, betont Burkhard Neumann, Erster Stadtrat und Spitzenkandidat der BfL zur Kommunalwahl im März. „Kritisch sehen wir nach wie vor die zusätzlichen Verkehrsbelastungen, die sich auf die Straßen Lichs und seiner Stadtteile auswirken werden.“

Zwar soll der LKW-Verkehr durch entsprechende Hinweise gelenkt werden, doch bleibt festzuhalten: Der direkte Weg zur A45 führt durch den Stadtkern. Im Logistikgewerbe zählt Zeit – es ist daher realistisch, dass der kürzeste und nicht der gewünschte Weg genutzt wird.

Entscheidend sei, so Dr. Neubert bereits nach dem Rückzug von Wayfair in einem HR3-Interview, „etwas Gutes für die Stadt hinzubekommen“. Dies ist auch der ausdrückliche Anspruch der BfL. Auch wenn laut CEVA  Logistics Lärm- und Lichtemissionen reduziert werden sollen, müssen aus Sicht der Wählergruppe im Vollbetrieb wirksame Verkehrslenkungsmaßnahmen sowie eine kontinuierliche Überprüfung von Lärm-, Licht- und Luftschadstoffbelastungen, insbesondere durch Stickoxide und Feinstaub vorgenommen werden. Gerade dies ist auch aus Sicht der Anwohnerinnen und Anwohner unerlässlich.

CEVA Logistics und der Bürgermeister sagten zu, Hinweise und Beschwerden aus der Bevölkerung ernst zu nehmen und jederzeit ansprechbar zu sein. Ob diese Zusagen im Bedarfsfall tatsächlich mit konkretem Handeln unterlegt werden oder lediglich wohlklingende Worte bleiben, wird sich zeigen.

Klar ist: Negative Auswirkungen müssen frühzeitig erkannt und durch konsequente Maßnahmen verhindert werden.

Für Lich. Für unsere Stadt. Gemeinsam.