Übersicht Dezember 2025 und Hochrechnung für 2030
Tabelle 1: Zusammenfassung der wichtigsten aktuellen und zukünftigen Daten bis 2030.
Bild 1: Verläufe von Stromerzeugung aus Ökoenergie und Stromverbrauch bei aktuellem Ausbauzustand im Dezember 2025; rechts Ausschnitt A mit größtem Reservebedarf max EK (grüner Pfeil). Datenquelle: smard [1]. Violette Darstellung: negative Preisausschläge beim Stromhandel [5].
Bild 2: Verläufe von Stromerzeugung aus Ökoenergie und Stromverbrauch Dezember 2030, hochgerechnet aus Dezember 2025 entsprechend Planungsziel des BMWK für 2030 [4]; rechts Ausschnitt A mit größtem Reservebedarf max EK (grüner Pfeil).
Stromverbrauch und Stromerzeugung im Dezember 2025
Aus den Diagrammen (Bilder 1 und 2) gehen die Erzeugungsschwankungen des Ökostroms hervor. Aus Gründen der Netzsicherheit und der Versorgungssicherheit verursachen sie unterschiedliche Ausgleichsmaßnahmen. Der Preis dafür ist ein Großhandels-Strompreis auf hohem Niveau. Im Jahr 2024 betrug er im Durchschnitt 7,9 ct/kWh und Ende Dezember 2025 lag er bei durchschnittlich 9 ct/kWh. Als Maß für den schon erreichten und den weiteren Ökostromausbau wird das Verhältnis von durchschnittlicher Stromerzeugung zum durchschnittlichem Stromverbrauch genommen. Wegen fehlender Speicherinfrastruktur folgen daraus zwangsläufig Überkapazitäten bei Erzeugungsspitzen, deren Anzahl und Größe mit dem Ausbau ansteigen. Im Idealfall sind sie gerade so groß, dass sich rein rechnerisch das gewünschte Verhältnis von Erzeugung zu Verbrauch ergibt. Für die erreichten Verhältnisse sowie weitere Kennzahlen siehe Tabelle 1. Zu beachten ist die spezifische CO2-Emission. Sie betrug für den Monat Dezember 344 Gramm je Kilowattstunde Stromerzeugung (g/kWh). Der Durchschnitt für das Gesamtjahr beträgt 334 g/kWh. Bei der aktuellen Jahres-Stromerzeugung sind das umgerechnet etwa 200 Millionen Tonnen CO2-Ausstoss. Das ist im europäischen Maßstab noch viel zu hoch. Deutschland folgt damit dem europäischen Emissions-Spitzenreiter Polen.
Auf der sekundären Y-Achse im Diagramm 1, in violetter Darstellung, werden Negativpreise aus dem Intraday-Stromhandel angegeben [5]. Im Dezember traten allerdings keine Negativpreise auf, gegenüber noch 8mal im Oktober, erklärbar durch die saisonalbedingt stark nachlassenden Solareinstrahlung. Negativpreise bedeuten praktisch eine Art “Entsorgungsgebühr” für wertlos gewordenen Ökostrom im Handelsverlauf, eine direkte Folge von Überkapazität. Die gesicherte Leistung des Ökostroms konnte mit 9.360 MW ermittelt werden (siehe “min E” in Tabelle 1). Das entspricht einer Bedarfsdeckung von 6% zu diesem Zeitpunkt, bezogen auf den Durchschnittsbedarf des Monats.
Stromverbrauch und Stromerzeugung im Dezember 2030 nach dem Plan des BMWK [4] – kann der Ökostromausbau mit 80% – Erneuerbaren-Anteil in 2030 die Problemlösung sein?
Der 80% – Anteil des Ökostroms am Verbrauch würde durch Ausbau der aktuellen erneuerbaren Erzeugungskapazität um den Faktor 2,7 zwar planmäßig erreicht, aber als Durchschnittswert und, wie in den Vormonaten, aufgrund der nicht aufgehobenen Volatilität, nur an 17 von 31 Tagen. Die immer noch erforderliche Ersatzstrombeschaffung stammt weiterhin überwiegend aus fossiler Kraftwerkstechnik. Daher wird der in der Tabelle angegebene CO2 – Ausstoß im November 2030 bei sehr viel mehr als 334 Gramm je kWh Stromerzeugung liegen. Der genaue Wert hängt vom dann erreichten Strommarktdesign ab. Deutschland bleibt Netto-Stromimporteur, auch mit einem nicht unbedeutenden Anteil “Atomstrom”, allein aus dem Nachbarland Frankreich.
Fazit: Eine Verdopplung bis Verdreifachung der Ökostromerzeugung durch Installation von Wind- und Solarkraftwerken, sofern sie überhaupt politisch durchsetzbar und ökonomisch realisierbar ist, kann den Treibhausgasausstoss nicht signifikant und nachhaltig verringern! Jetzt schon, Stand Januar bis Dezember 2025, musste der geplante Ökostromausbau mit 16 Milliarden € gefördert werden [6]. Die von Ausbau-Kritikern genannte Zahl von 20 Mrd. Euro pro Jahr für die Energiewende sind also nicht zu hoch gegriffen
Quellen: [1] Strommarktdaten “smard” ; [2] Electricity-Maps; [3] Langfassung der Analyse beim Verfasser des Artikels erhältlich;
[4] Deutscher Bundestag Drucksache 20/1630 Gesetzentwurf der Bundesregierung Entwurf eines Gesetzes zu Sofortmaßnahmen für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und weiteren Maßnahmen im Stromsektor , Seite 137, Punkt 2
[5] Fraunhofer Energy Charts: Börsenstrompreise | Energy-Charts:
[6] EEG – Konto, geführt von der Bundesnetzagentur







