Seit acht Jahren hat sich unter der Ägide des Fördervereins St. Thomas Morus die Kulturkirche als Spielstätte und kultureller Anker im Gießener Osten etabliert. Das Spektrum reicht dabei weit, von Chor-Auftritten und kirchenmusikalischen Konzerten, hin zur Popularmusik und Aufführungen der Neuen Improvisierten Musik, von Lesungen bis Ausstellungen – immer im bewährten Mix aus kulturübergreifenden “Crossover” und eigener Stiltreue. Begegnung fördern, Identität schaffen – so lautet die Devise.
Und so ist es wenig überraschend, dass die Mitglieder des Fördervereins St. Thomas Morus e.V. in ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung beschlossen haben, diesen Weg konsequent fortzuführen. Mit einer wegweisenden Satzungsänderung wurden die Weichen gestellt: aus den bisherigen „Freunden und Förderern der Pfarrei St. Thomas Morus“ wird der „Förderverein Kulturkirche St. Thomas Morus.“
Künftig nur noch eine Pfarrei in Gießen
Vor dem Hintergrund struktureller Veränderungen im Bistum Mainz, die die Zusammenlegung der bisherigen drei Pfarreien St. Albertus, St. Bonifatius und St. Thomas Morus zu einer Pfarrei betrifft, erfolgte diese Anpassung. Mit dem Förderverein bekommt die Kulturkirche St. Thomas Morus nun ein Gesicht.
Kirche als Teil der Gesellschaft
Dabei folgt der neue Förderverein der Kulturkirche dem Weg, den er seit acht Jahren nunmehr geht. Der neu gefasste Satzungszweck beschreibt es wie folgt:
„Der Verein unterstützt hauptsächlich Projekte mit dem Ziel,
- ein Miteinander im christlichen Geiste zu fördern;
- eine aufgeklärte Kirche als Teil der Gesellschaft darzustellen;
- ein Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Kultur und Kirche zu schaffen;
- interkulturelle Kontakte zu ermöglichen und zu fördern.“
Das wird in den zahlreichen Vereinsaktivitäten sichtbar. Die Pandemie in den letzten Jahren hat diesen Prozess nochmal beschleunigt. Mit der Sommerkulturkirche “unter den Platanen” oder dem “fastenZEITraum für Neue Improvisierte Musik” wurden neue Formate entwickelt. Ein ökumenischer Pilgerweg entlang des historischen Butterwegs verbindet St. Thomas Morus mit der Vitos-Kapelle, der Andreaskirche im Eichendorffring und der Evangelischen Kirche Annerod.
Ein interreligiöses Zentrum in Gießen-Ost
So lautet das Ziel des Fördervereins nicht nur ein kulturelles, sondern auch ein interreligiöses Zentrum zu werden. Seit 2015 beherbergt St. Thomas Morus die eritreisch-orthodoxe “Abune Aregawi”-Gemeinde und – zumindest vorrübergehend – seit dem Ersten Advent die benachbarte, evangelische Wicherngemeinde. Das macht St. Thomas Morus nach dem Wetzlarer Dom zur zweiten und damit offiziellen Simultankirche in der Region.
Kulturkirche unterstützen unter mitmachen.morusfreunde.de
Das Programm der Kulturkirche wird nicht durch allgemeine Kirchensteuern finanziert. Das Engagement des Fördervereins erfolgt ausschließlich ehrenamtlich. Deswegen sucht die Kulturkirche Unterstützer und Förderer. Mit einem jährlichen Betrag in Höhe von mindestens 30 € kann man bereits die Arbeit und das Programm der Kulturkirche unterstützen. Über die Homepage mitmachen.morusfreunde.de kann der Mitgliedschaftsantrag einfach online gestellt werden.
Die Kontoverbindung lautet Förderverein St. Thomas Morus Gießen e.V. • IBAN: DE11 5139 0000 0025 5651 00 • BIC: VBMHDE5F
Wer sich darüber hinaus engagieren möchte, kann sich auch per E-Mail info@morusfreunde.de an den Vorstand wenden.
Der aktuelle Vorstand besteht aus
Jakob Ch. Handrack, Vorsitzender
Thomas G. Ransbach, stellvertretender Vorsitzender
Isabell Starch-Sommer, Schriftführerin
Thomas Münchberg, Schatzmeister
Hildegard Pilawa, Beisitzerin
Fatma Borchardt, Beisitzerin
Ingeborg Stephan-Kesper, Beisitzerin
Florian Keßler, Beisitzer
Pfr. Matthias Schmid, Beirat





Sehr geehrter Artikeleinsteller bzw. -einstellerin
Sicherlich spricht wenig dagegen, dass ein vorhandenes Gebäude, wenn die bisherige Nutzung nicht mehr auf Resonanz stösst, anders genutzt wird. (Es ist ja bei den Katholen kein Hauptamtlicher mehr zu finden und die einmal in der Woche stattfindende Treffen der Gläubigen werden immer “dünner”; d.h. die restlichen Aufrechten der 3 Gemeinden passen locker in eine der Stadtkirchen. Ein bis zwei Sätze dazu hätte dem Artikel meines Erachtens auch nicht geschadet.)
Ob ein so hoher großer Raum für Kulturveranstaltungen geeignet ist (Akustik – Sitzplätze -Zugangskontrolle – Toilettenanlage und so weiter) müssen Fachleute entscheiden.
Denkbar wäre auch der Einzug von Zwischengeschossen um bezahlbaren innerstädtischen Wohnraum zu schaffen. (Vielleicht eignet sich die Aussenhaut aus den Sechziger für die jetzige Wärmedämmung aber nicht aus.)