
Pohlheim – Zur Jahreshauptversammlung hatte die „NABU-Gruppe Holzheim/Dorf-Güll/Grüningen e.V.“ am Freitagabend in die „Kulturelle Mitte“ im Pohlheimer Stadtteil Holzheim eingeladen. Vorsitzender Martin Becker begrüßte die Mitglieder und eröffnete die Versammlung. In seinem Jahresrückblick erörterte Becker die vielfältigen Aktivitäten, die seitens der Mitglieder geleistet wurden.
Viele davon sind seit Jahren regelmäßig wiederkehrende Arbeiten. So gehören die Winterwanderung und Vogelstimmenwanderungen zu den kontinuierlichen Ereignissen ebenso wie die Arbeitseinsätze mit Biotoppflegemaßnahmen.
Insgesamt wurden 350 Nistkästen kontrolliert und gesäubert.
Aufwendig ist die Reinigung der Nisthilfen für Schleiereulen in den Kirchtürmen. Ähnlich ist es mit den Pflegearbeiten im Naturschutzgebiet „Steinbruch“, wo zur Erreichung einer Insel in der Wasserfläche extra ein Boot eingesetzt wird. Dort funktioniert die Zusammenarbeit mit Hessen Forst gut, die mit zwei Baggern und Spezialwerkzeugen starke Verbuschung im Steilwandbereich entfernten. Bei dem „Kopfweidenschnitt“ im Bereich der „Zwiebelchaussee“ von Grüningen nach Dorf-Güll unterstützten Arbeiter der Stadt Pohlheim mit einem Häcksler die aufwendigen Pflegearbeiten der NABU-Gruppe an den Weiden.
Winterwanderung am Freitag, 06.03.2026
Am Ende seines Berichts lud Becker zur Winterwanderung nach Leihgestern am kommenden Freitag, 06.03.2026, ein. Treffpunkt zum Abmarsch ist um 15 Uhr beim Musikzugheim in Holzheim. Anmeldungen zum Abendessen im Restaurant „Akropolis“ nimmt Martin Becker (06004 2841) entgegen.
Kassenwart Dieter Veith resümierte eine zufriedenstellende Finanzsituation der Vereinskasse. Auf Antrag der Kassenprüfer Werner Schneider und Heinz-Otto Kurreck wurde der Vorstand einstimmig entlastet.
Bei den anschließenden Neuwahlen wurde der bisherige Vorstand und die Kassenprüfer wieder gewählt.
Reiner Holler erstattete den „Ornithologischen Jahresbericht“ mit besorgniserregenden Ergebnissen.
Bei verschiedenen Vogelstimmenwanderungen wurden minimal fünfzehn bis zu maximal 39 Arten gehört und zugeordnet. Im Einzugsgebiet der NABU-Gruppe nisten seit Jahren Wanderfalken ebenso wie Weißstörche mit wechselndem Bruterfolg. Der Schleiereulenbestand hat sich seit 2010 um circa 80 Prozent verringert. Nahrungsmangel und die Zunahme des Uhus könnten die Ursachen sein. Steinkäuze sind mit acht bis zehn Brutpaaren vorhanden und ein Eisvogel wurde im NSG-Steinbruch gesichtet.
Erstmals wurde hier in Hessen in Folge der Klimaerwärmung eine ornithologische Rarität, ein Zistensänger gesichtet.
Holler meinte, dass manche Vogelarten durch die Biotop- und Klimaveränderungen zu den Gewinner- und andere zu den Verliererarten zählen. Eindeutige Verlierer seien der Feldsperling, Feldlerche und weitere Offenlandarten wie das Rebhuhn.
Hier fänden sich die Ursachen in der intensiven Landwirtschaft mit ihrer biotopzerstörenden „Ackerhygiene“. Die Kräutervielfalt in der Landwirtschaft ist durch Herbizid Einsatz verschwunden.
Begrünte Wegränder, was er mit mehreren „Fotografien“ belegte, würden bis „knirsch“ an Betonwege umgepflügt. Wenig benutzte Graswege würden umgepflügt und mit Mais oder anderen Feldfrüchten eingesät oder mit Herbiziden im Randbereich „totgespritzt“. Diese zerstörenden „Hygienemaßnahmen“ finden häufig auf öffentlichen Flächen statt und sind gesetzeswidrig, ohne dass diesen Landwirten strafrechtliche Maßnahmen drohen.
„Schlechte Zeiten für den Naturschutz und die Biodiversität“, meinte Holler am Ende seines informativen „Bildvortrages“.


