Hessische Landgesellschaft in Gießen wurde blockiert – Protest gegen B49-Neubau

Eingangssituation mit Türblockade und Transpi auf dem Vordach

Um 6.10 Uhr am Donnerstagmorgen, den 19.2.2026, kleben sich Aktivist*innen vor den Eingang der Hessische Landgesellschaft (HLG) in Gießen und besetzten ein Vordach. Dort entrollten sie ein Banner mit der Aufschrift “Keine neue B49” und “HLG tut Mensch und Natur weh!”. Der Zugang zum Gebäude ist für die Mitarbeitenden derzeit nicht mehr möglich.
Die Aktivist*innen kritisierten mit diese Aktion den umstrittenen Neubau der B49 um Lindenstruth und Reiskirchen herum und die Zusammenarbeit der HLG mit Hessen Mobil. Die HLG ist verantwortlich für den Kauf von Flächen, um so den Bau und das dazugehörige Flurbereinigungsverfahren möglich zu machen.
“Die Hessische Landgesellschaft stellt sich selbst als klimafreundliches Unternehmen dar und weist mit einem “Klimaneutral-Label” auf ihrer Website sogar darauf hin. Trotzdem arbeitet die HLG unter anderem mit Hessen Mobil zusammen und beteiligt sich aktiv am Bau neuer Straßen. Wir brauchen keine weiteren Flächenversiegelungen, die nur Schaden anrichten und wer asphaltiert und sich dann klimafreundlich nennt betreibt einfach nur Greenwashing. Wir schauen nicht weiter den Untaten der HLG zu. Unsere heutige Blockade wird nicht die Letzte sein”, so Maxim Preis.
Die HLG ist im Auftrag des Landes Hessen für die Flächensicherung aller Straßenbaumaßnahmen zuständig. Sie hat für Hessen Mobil die Liegenschaftsverwaltung und die Verwaltung von Kompensationsflächen übernommen. Diese Kompensationsmaßnahmen sind Biotop- und Artenschutzanlagen zum Ausgleich unvermeidbarer negativer Auswirkungen von Eingriffen in Natur und Landschaft, wie Bauprojekte, die Lebensräume zerstören.
“Die B49 zerstört nicht nur Natur und Lebensraum, sondern beeinträchtigt auch Menschen, die an der neuen Trasse Leben. Unter anderem wird das Martinsheim, eine Einrichtung zur Betreuung psychisch erkrankter Menschen, unmittelbar betroffen sein. Es ist doch absurd, so viel Zerstörung für eine so unnötige Straße zu veranlassen. Wenn das Geld, das in die neue B49 fließt, in den Bau einer Bahnhaltestelle in Lindenstruth und den Ausbau der Vogelsbergbahn investiert würde, wären viel weniger Menschen vom Auto abhängig und hätten die Möglichkeit, eine umweltfreundliche Mobilitätsalternative zu nutzen”, so Tara Novàc.
Die Aktivist*innen solidarisierten sich mit der Baumbesetzung auf der geplanten Trasse in Reiskirchen und der vergangen Besetzung der Hessen Mobil Außenstelle in Schotten.
“Wir rufen alle Menschen dazu auf, selbst tätig zu werden, Ideen zu entwickeln und Aktionen zu machen. Menschen können legal protestieren und Versammlungen anmelden, Büros und Orte besetzen und blockieren oder Baustellen sabotieren.”
Den verhinderten HLG-Mitarbeiter*innen empfahlen die Aktivist*innen, sich statt der Arbeit an weiterer Naturzerstörung den heutigen Streiks für einen besseren ÖPNV und den dortigen Arbeitsbedingungen anzuschließen.
Obwohl die Aktion keinerlei Schaden anrichtete, postierten sich nach einer Stunde mehrere Polizeiwagen in der Nähe, zwischenzeitlich wurden Kranken- und mehrere Feuerwehrwägen gerufen, die allerdings auch schnell wieder verschwanden, da keine Gefahrenlage vorlag. Schließlich entfernte die Polizei die beiden festgeklebten Personen, während die auf dem Dach mit einem Banner postierte Person danach selbständig den Aktionsort verließ.

Polizei löst die festgeklebten Aktivistis