Für viele Schülerinnen und Schüler stellen Sportfeste und Turniere einen Höhepunkt im Schulalltag dar und bieten eine wertvolle Abwechslung, die viel Lernpotential mit sich bringt. Daher ist das Völkerball-Turnier der Jahrgänge 5 und 6 an der Alexander-von-Humboldt-Schule in Gießen ein fester Bestandteil im Terminkalender. „Hier haben unsere Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, miteinander und gegeneinander Sport zu treiben und die Komponente des Wettkampfsports, die viele unserer Kinder aus dem Vereinssport nicht kennen, in geschütztem Raum zu erfahren“, so Sportlehrerin Susanne Mederer, die für die Organisation des Turniers verantwortlich war.
Kürzlich war es wieder so weit und die Jahrgänge 5 und 6 traten gegeneinander an, um den großen Pokal für ihre Klasse zu gewinnen. Das Spielgeschehen war durchweg von Fairness und Respekt geprägt, so dass die Schiedsrichter kaum ins Spielgeschehen eingreifen mussten. Während der Vorbereitung auf das Turnier im Sportunterricht war das Spielen von Jungen und Mädchen untereinander teilweise noch recht schwierig, wie Joshua Dörfler, Sportlehrer der Klassen 5b und 6b, berichtete. Diese Hemmungen verloren sich im Laufe des Turniers völlig, der Teamgeist war bei allen Klassen sehr deutlich spürbar. Hier wurde sich gegenseitig angefeuert, gelobt – und bei Niederlagen auch aufgebaut. „Sieg und Niederlage bieten die Möglichkeit, das gesamte Spektrum von Hoch- und Tiefpunkten sportlichen Erlebens mit entsprechenden Emotionen zu durchleben und zu verarbeiten“, so Sportwissenschaftlerin Bettina Frommann in der Fachzeitschrift Sportunterricht (Heft 7, 2016). Das konnte man an der Alexander-von Humboldt-Schule deutlich erkennen.
Zum Auftakt des Turniers traten die Klassen 6a und 6b gegeneinander an, welches die Klasse 6b am Ende knapp für sich entscheiden konnte. Anschließend folgten die Klassen 5a und 5b mit ihrem ersten Spiel. Hier konnte sich die Klasse 5b mit einem passablen Vorsprung durchsetzen und die ersten beiden Punkte auf ihrem Konto verbuchen. Wie eng die Leistungen jedoch beieinander lagen, zeigten die beiden folgenden Spiele, die jeweils unentschieden ausgingen.
Am Ende konnte sich die Klasse 6b mit zwei Siegen und einem Unentschieden behaupten und sicherte sich damit den Gesamtsieg. Stolz nahmen die Schülerinnen und Schüler ihre Goldmedaillen und den Pokal in Empfang. Mit Silbermedaillen ehrte Sportlehrer Tobias Sturm die Klasse 5b, Bronzemedaillen konnten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a in Empfang nehmen.
Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch die Sportlehrer und die betreuenden Lehrkräfte zogen ein durchweg positives Fazit, welches Joshua Dörfler treffend formulierte: „Die Kinder sind beim Spielen über sich hinausgewachsen, alle wollten unbedingt spielen, obwohl sonst die Bereitschaft zum Bewegen nicht immer vorhanden ist. Auffallend war auch die positive Stimmung der Schülerinnen und Schüler untereinander. Es gab weder Meckern noch sonstige Beleidigungen – alles in allem eine sehr harmonische Veranstaltung!“ Damit dürfte das Turnier 2027 wieder fest im Terminplan stehen.
Text: Mederer
Fotos: Peis




