Ausstellung ab dem 27. Februar: Es läuft „Nach Strich und Faden“ in der Galerie23

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Gießen (-). Als Auftaktveranstaltung des neuen Jahres präsentiert die Galerie23 der Lebenshilfe Gießen eine neue Ausstellung – dieses Mal mit einem textilen und zeichnerischen Schwerpunkt. Am Freitag, den 27. Februar, wird die Ausstellung „Nach Strich und Faden“ um 19:00 Uhr in den Räumlichkeiten in der Sonnenstraße eröffnet. Die Künstler*innen Angelika Eckly, Maria Pasel, Ursula Reinard, Paul Kai Schröder, Paul Wander und Peter Wulf zeigen ihre Werke und sind bei der Eröffnung anwesend.

Jeder Mensch trägt Kleidung, umgibt sich mit Stoffen – das Textile ist vertraut. Im Alltag findet der Fokus auf das Detail des Textilen meist nur unbewusst statt. Das Kuratoren-Duo um Andrea Lührig und Felix Lachmann führt nun überregionale Positionen zusammen, die die Betrachtenden dazu auffordern, sich dem Textilen zu widmen und eine neue Sichtweise einzunehmen. Die Redewendung „Nach Strich und Faden“ verweist darauf, dass etwas gründlich und nach allen Regeln der Kunst gemacht wurde. Treffender könnte der Ausstellungstitel die künstlerischen Positionen nicht beschreiben und lädt die Besuchenden ein, sich selbst ein Bild davon zu machen.

Die Künstlerin Angelika Eckly lebt und arbeitet in der Nähe von Diez bei Limburg. Inspiriert von Reisen durch Deutschland und Europa entwickelt sie Motive von Tieren und Landschaften. Eckly beschreibt ihre Arbeit mit dem hessischen Wort „Knöbbelle“. Dabei wandelt sie die Motive in minutiöser Kleinarbeit in textile Formen um, die durch ihre Materialität bestechen.

Maria Pasels Werk basiert auf einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Textilen. Dabei gleicht ihre Arbeit beinahe einer Forschung. Pasel präsentiert Zeichnungen von Kleidungsstücken, die durch Überlagerung an grafischer Qualität gewinnen. Ebenso zeigt die Künstlerin dreidimensionale Werke – eine Reduktion von Kleidungsstücken auf das Wesentliche, das Verbindende, das den Betrachtenden trotz der Verfremdung vertraut erscheint.

Das Werk von Ursula Reinard ist inspiriert von gestopften Socken und Strümpfen. Etwas, das meist im Schuhwerk verborgen bleibt, rückt Reinard in den Fokus der Betrachtung und elaboriert diese beinahe vergessene Handwerkstechnik. Entstanden sind dadurch Cut Outs, also Scherenschnitte, die das ursprüngliche Handwerk ausblenden und die Betrachtenden einladen, sich in der Feinheit und Detailtreue zu verlieren und Neues zu entdecken.

Paul Kai Schröder lebt in Hamburg und arbeitet dort in der Galerie der Villa. In seinen Zeichnungen verdichtet er geometrische Formen zu einem zusammenhängenden Motiv. Schröder spielt bewusst mit Symmetrie und Unregelmäßigkeiten und schafft in seinen Werken ein Spannungsverhältnis zwischen Statik und Fragilität. Durch Wiederholung entstehen filigrane Muster und dadurch eine Dynamik auf dem Blatt, die den Eindruck von Bewegung erzeugt und an Stofflichkeit erinnern kann.

Auch Peter Wulf arbeitete in der Galerie der Villa in Hamburg. Seine raumgreifenden Häkelkonstruktionen scheinen beinahe von der Decke zu wachsen. Dabei sind sie uneindeutig, erinnern zum Teil an Architekturen oder auch an unbekannte Wesen. Eindeutig ist jedoch Wulfs Gefühl für Komposition, denn seine Werke bestechen durch Konstruktion und vor allem durch expressive, stark kontrastierende Farbigkeit.

Als Cut Out-Künstler entwickelt Paul Wander sein Werk stetig weiter. Ursprünglich arbeitete er an Architekturen, dann an Organen, an Botanik und nun an Textilien. Die Materialität der zugrunde liegenden Motive wurde immer weicher. Wander lässt ein Spannungsfeld entstehen zwischen verbindender Konstruktion und dynamischer Motivik, denn die Verbindungspunkte der Scherenschnitte bieten Stabilität auf dem Papier, halten das Ausgeschnittene fest und sprechen der Stofflichkeit nichts ab, sondern fangen die Qualität der Textilien ein.

Zusätzlich zur Eröffnung der Ausstellung finden sich drei verschiedene Studios in der Galerie23, die die Künstler*innen des Atelier23 der Lebenshilfe Gießen (www.atelier23-giessen.shop) sowie Druckgrafik präsentieren und zu jedem Ausstellungswechsel ebenfalls teilweise neugestaltet werden. Das dritte Studio wird von dem Künstler-Duo Ingke Günther und Jörg Wagner bespielt. Neben Kunstwerken sind zudem Mobilés, handbemalte Keramiken und Geschirr, Hocker, Holzschnitzereien, Druckgrafiken und vieles mehr zu sehen.

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„Nach Strich und Faden“ ab dem 28.02.2026

Vernissage: Freitag, 27.02.2026, um 19:00 Uhr

Öffnungszeiten ab 28.02.2026:
Mi & Sa: 10 – 16 Uhr
Do & Fr: 14 – 18 Uhr

Lebenshilfe Gießen
Die Lebenshilfe Gießen e.V. ist ein gemeinnütziges Unternehmen und begleitet über 3000 Menschen mit und ohne Behinderung in ein selbstbestimmtes Leben.