Alte Wasserzähler für den guten Zweck

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Eva Weidenfeld, Koordinatorin eines Projekts des Freiwilligenzentrums (ganz links), und Geschäftsführerin Katharina Traoré nahmen den symbolischen Spendenscheck entgegen, den SWG-Unternehmenssprecher Ulli Boos (ganz rechts) und Marco Krause aus der Abteilung Metering-Services bei den SWG vorbeibrachten.

Die SWG lassen alte Wasserzähler gegen einen kleinen Obolus wieder fit für den weiteren Einsatz machen. Das erhaltene Geld kommt einem sozialen Projekt zugute.

Rund 5.000 Wasserzähler müssen die Stadtwerke Gießen jedes Jahr turnusmäßig austauschen. Der Grund: So lässt sich sicherstellen, dass die gesetzlich vorgeschriebene Eichfrist gewährleistet ist. Das bedeutet aber gleichzeitig auch, dass bei jedem Tauschvorgang der alte Zähler ausgebaut und eine neue Messeinrichtung eingebaut werden muss. Folglich entsteht eine Menge Metallschrott. Dieser ließe sich zwar recyceln, die Stadtwerke Gießen (SWG) gehen aber mit den alten Zählern einen anderen, noch nachhaltigeren Weg.

Und der kommt gleichzeitig einem guten Zweck zugute. „Tatsächlich lassen sich die alten Zähler überarbeiten und können dann erneut als vollwertige Messeinrichtung eingebaut werden“, weiß Marco Krause von der Abteilung Zähl- und Messwesen der SWG. Somit bekommen die Wasserzähler ein zweites Leben eingehaucht. Und müssen nicht entsorgt und das Messing aufwendig recycelt werden – eine echte Win-win-Situation mit nachhaltigem Kern.

Austausch mit Mehrwert
Damit die Altzähler überarbeitet werden können, geben die SWG diese gegen einen kleinen Obolus an einen regionalen Partner ab. Der Prozess ist denkbar einfach: Die alten Zähler werden auf dem Hof in der Lahnstraße so lange gesammelt, bis eine gewisse Menge erreicht ist, für die sich der Transport lohnt: „Bei den letzten Turnuswechseln kamen insgesamt Zähler im Gegenwert von rund 12.000 Euro zusammen“, weiß Marco Krause.

Das Geld wandert aber nicht einfach in die Unternehmenskasse, sondern kommt in Form einer Spende einem guten Zweck zugute – konkret dem Freiwilligenzentrum für Stadt und Landkreis Gießen e.V. „Wir freuen uns sehr über die großzügige Spende. Wir sehen unsere Verantwortung nicht nur in der sozialen Nachhaltigkeit, sondern können mit dem Geld passenderweise auch die ökologischen Einsatzstellen im Freiwilligendienst aller Generationen ausbauen. Das versetzt uns in die Lage, Projekte im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu unterstützen und mitzugestalten. Und nicht zuletzt auch selbst nochmal in die Umwelt zu investieren“, bedankt sich Katharina Traoré, Geschäftsführerin des Freiwilligenzentrums. Der Verein hat sich die Unterstützung von am Gemeinwohl orientierten Vereinen, Strukturen und Initiativen auf die Fahne geschrieben. Dazu gehören die Vermittlung von Ehrenamtlichen, Beratung, Vernetzung aber auch konkrete Unterstützung bei der Umsetzung von Projekten. Weitere Infos sind auf der Website unter www.freiwilligenzentrum-giessen.de zu finden.

Potential für noch mehr Engagement
Tatsächlich schlummert in dem turnusmäßigen Zählerwechseln noch mehr Potenzial: sowohl für Nachhaltigkeit als auch für Soziales. Denn neben den Wasserzählern müssen auch Messeinrichtungen für andere Energiearten regelmäßig getauscht werden. Insgesamt kommen so im Jahr rund 20.000 alte Zähler zusammen. „Perspektivisch wollen wir auch für diese alten Exemplare eine vergleichbare Lösung finden und die Erlöse weiteren regionalen Projekten zukommen lassen“, stellt Marco Krause in Aussicht.