Im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Dezember gestiegen. Insgesamt waren im abgelaufenen Monat 19861 Personen arbeitslos gemeldet, 247 mehr als im November. Bereits den vierten Monat in Folge verharrte die Arbeitslosenquote bei 5,1 Prozent.
Im Dezember 2024 waren 871 Menschen weniger registriert. Damals lag die Quote bei 4,9 Prozent.
„In den letzten drei Jahren ist die Arbeitslosigkeit im Gießener Bezirk zwar nicht dramatisch, aber kontinuierlich gestiegen“, kommentiert Michael Beck, Leiter der Arbeitsagentur Gießen, die aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt. „Wir beobachten eine verhaltene Dynamik. So ist die Einstellungsbereitschaft bei Arbeitgebenden deutlich weniger ausgeprägt als die Jahre zuvor. Seit Januar 2025 verzeichnen wir einen Rückgang bei den gemeldeten Arbeitsstellen von rund acht Prozent. Gleichzeitig ist positiv zu vermerken, dass Arbeitgeber bislang mehr an ihren Beschäftigten festhalten, als dies teilweise in der Vergangenheit der Fall war. Eine schwierige Entwicklung zeichnet sich auch bei den unter 25-jährigen ab. Hier sind im Vorjahresvergleich aktuell über zwölf Prozent mehr Jugendliche ohne eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle geblieben.“
Unterbeschäftigung
Die „Unterbeschäftigung im engeren Sinne“, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, belief sich im Dezember auf 25390 Personen. Das waren 188 mehr als vor einem Monat und 365 weniger als im Dezember 2024.
Gemeldete Stellen
Die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen ist den dritten Monat in Folge gesunken. Zwar ist dies jahreszeitüblich, jedoch liegt die Bilanz für das komplette Jahr 2025 deutlich unter dem Vorjahreswert.
Arbeitgeber meldeten im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen insgesamt 733 neue Stellen. Dies waren 16 Stellen weniger als im Dezember des Vorjahres.
Beim Bestand gemeldeter Arbeitsstellen setzt sich der Trend der letzten Monate fort. Zum Stichtag waren 5299 Arbeitsstellen gemeldet, 362 weniger als im Dezember 2024.
Männer und Frauen
Auch im Dezember hat sich die Zahl der arbeitslosen gemeldeten Männer und Frauen unterschiedlich entwickelt. Während die Anzahl der Frauen ganz leicht sank, ist die der Männer gestiegen.
Bei der Arbeitsagentur Gießen waren im Dezember insgesamt 11379 Männer arbeitslos gemeldet, 250 mehr als im November. Die Quote stieg um 0,2 und liegt aktuell bei 5,6 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren im Dezember 2024 753 Männer weniger gemeldet. Seinerzeit lag die Quote bei 5,2 Prozent.
Im Dezember lag die Zahl der arbeitslosen Frauen bei 8482, drei weniger als im Vormonat. Die Quote für diese Personengruppe verharrte den dritten Monat in Folge bei 4,7 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 118 Frauen weniger registriert. Damals lag die Quote bei 4,6 Prozent.
Besondere Personengruppen
Bei den Personengruppen der Älteren und der Jugendlichen hat sich die Anzahl der Arbeitslosen zum Vormonat kaum verändert.
Im Dezember ist die Zahl Jugendlichen unter 25 Jahren, die eine Arbeitsstelle suchten, um drei auf 1985 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,9 Prozent. Im Vorjahresmonat waren damals 218 junge Menschen weniger gemeldet und die Arbeitslosenquote lag bei 4,4 Prozent.
Die Anzahl der über 50-jährigen Erwerbslosen ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen im Dezember um zehn Personen auf nun 6440 Ältere gesunken. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,7 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 166 Menschen dieser Altersgruppe weniger arbeitslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,6 Prozent.
Regionale Unterschiede
In allen zum Bezirk der Arbeitsagentur Gießen gehörenden Landkreise, dem Landkreis Gießen, dem Wetteraukreis und dem Vogelsbergkreis, ist die Arbeitslosigkeit im Dezember gestiegen.
Im Kreis Gießen waren im Dezember insgesamt 9375 Menschen erwerbslos gemeldet, 35 Personen mehr als den Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,1 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,8 Prozent. Damals waren 572 Menschen weniger registriert.
Im Wetteraukreis ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 138 Personen auf 8090 gestiegen. Die Quote stieg gegenüber dem Vormonat um 0,1 auf nun bei 4,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind jetzt 426 Erwerbslose mehr gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent.
Im Vogelsbergkreis ist die Anzahl der Erwerbslosen im Dezember gestiegen. 2396 Personen waren arbeitslos gemeldet, 74 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozent auf 4,1 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 127 Personen mehr erwerbslos gemeldet und die Quote lag bei 4,3 Prozent.
Die beiden Rechtskreise (Sozialgesetzbuch II und III)
Bei einer Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen, im Zuständigkeitsbereich der Jobcenter (Bürgergeld, SGB II) und im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur, Sozialgesetzbuch III), setzt sich die Entwicklung von November weiter fort. Während die Anzahl der gemeldeten Bewerber im Bereich der Arbeitslosenversicherung zugelegt hat, ist sie im Bereich der Bürgergeldempfänger zurückgegangen.
Bei der Arbeitsagentur Gießen (und den Geschäftsstellen in Bad Vilbel, Büdingen, Friedberg und Lauterbach) waren im Dezember 7311 Personen gemeldet, 302 mehr als im Vormonat November. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl damit heute um 720 Personen höher.
Die Zahl der in den Jobcentern geführten Erwerbslosen sank um 55 Personen auf nun 12550. Ein Jahr zuvor wurden dort noch 151 Personen weniger geführt.
Das Jobcenter Gießen betreute im Dezember 6598 Arbeitslose, 130 Personen weniger gegenüber November.
Im Jobcenter Wetterau waren im abgelaufenen Monat 4618 Arbeitslose gemeldet, 78 Personen mehr als im Vormonat.
Im Vogelsbergkreis wurden bei der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) insgesamt 1334 Arbeitslose im Dezember betreut, drei weniger als im November.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen ist gemäß den jüngsten hochgerechneten vorläufigen Daten (Stand 30. Juni 2025) im Vergleich zum Vorjahr um 1514 auf 232722 Personen gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg um 0,7 Prozent.




