Kooperationsvereinbarung zwischen der Gesamtschule Gleiberger Land und dem Gleiberg-Verein

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(vm) Der Burg Gleiberg wird neben ihrer Funktion als bekanntes, historischer Baudenkmal und regionales Wahrzeichen, sowie Austragungsort vieler kultureller Veranstaltung und Beherbergung einer hochwertigen Gastronomie, eine weitere interessante Aufgabe zukommen: Die gut erhaltene, mittelalterliche Burganlage soll zu einem außerschulischen Lernort werden. Zumindest wenn es um den einvernehmlichen Willen der Gesamtschule Gleiberger Land und dem Vorstand des Gleiberg-Verein geht.

Von Letzterem ging, in Person des 2. Vorsitzenden, Gerhard Schmidt und des Schriftführers und profunden Kenners der Burghistorie, Dr. Jürgen Leib, der Impuls zu einer solchen Zusammenarbeit aus. Die übrigen Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes brauchten nicht lange überzeugt zu werden und der Leiter der Gesamtschule, Gabriel Verhoff, zeigte sich ebenfalls begeistert von der Idee und spontan bereit zu kooperieren.

Auch an die Gesamtkonferenz der Schule wurde das Thema bereits herangetragen und stieß, so der Schulleiter, auf offene Ohren. Ein erstes Treffen der Protagonisten mit einer Art Brainstorming fand bereits vor Ort statt. Ebenso ein erster Versuch, der als Erfolg gewertet werden darf. Im Rahmen der Wanderwoche fanden auf dem 300 Meter hohen Basaltberg an vier Tagen sieben Führungen für die Jahrgangsstufen 5 und 6 der GGL statt.

Das hier der hohe Anspruch einer solchen Führung mit vielen Informationen etwas zurückgeschraubt werden musste, war Jürgen Leib schon bewusst gewesen und so hatte er sich entsprechend auch vorbereitet, um seiner Aufgabenstellung in kindgerechter Form zu entsprechen und die Kinder durch Fragen einzubeziehen. Das spannende Thema „Ein Denkmal als Lernort“ künftig für die Schülerinnen und Schüler schon im Unterricht interessant und sie neugierig zu machen, wird dem feinfühligen, pädagogische Sachverstand der Lehrkräfte vorbehalten sein.

Die verantwortlichen Protagonisten aus Vorstand und Schulleitung haben sich Gedanken gemacht. Die Burg bietet in vielerlei Hinsicht Möglichkeiten, im Unterricht Eingang zu finden und Teil davon zu werden. Ob es Schwerpunktthemen im Geschichtsunterricht sind, wie beispielsweise in der Jahrgangsstufe 8, die sich mit dem Mittelalter beschäftigt, ob es die Foto- und Video-AG ist, die sich mit der Burg als Bild- und Filmobjekt auseinandersetzen könnte, oder das Bauwerk für den Kunstbereich eine Herausforderung für perspektivisches Zeichnen bilden kann, bleibt zunächst der weiteren Entwicklung vorbehalten.

Damit grundsätzlich die Idee der Kooperation kein Strohfeuer wird, wollen sich beiden Seiten durch eine Vereinbarung in die Pflicht nehmen. Gabriel Verhoff kann sich vorstellen, bei den Führungen noch mehr Interaktion anzubieten. Das sollte gelingen, denn es liegen zwei an der Justus-Liebig-Universität Gießen entstandene Haus- bzw. Staatsexamensarbeiten vor. Sie tragen den Titel, „Regionalgeschichtliches Lernen – Die Burg Gleiberg als Beispiel für einen außerschulischen Lernort im regionalgeschichtlichen Kontext“ und „Entdecke die Burg Gleiberg – Eine Reise in die Zeit der Burgen“.

Der Prozess ist auf jeden Fall angestoßen und könnte für beide Parteien befruchtend wirken. Gerhard Schmidt sprach in diesem Zusammenhang das Thema „Ehrenamt“ an. Die Erhaltungssubstanz der Burg kommt nicht von ungefähr. Es ist der Ausfluss ehrenamtlichen Engagement. Es wäre schön, wenn junge Menschen dies erkennen und vielleicht schon früh für eine ehrenamtliche Arbeit gegeistert werden könnten.

Verein KuKuK Wettenberg
Kunst- Und Kulturkreis Wettenberg e.V. - in Zusammenschluss von Künstlern – Zweck: das kulturelle Angebot in der Region zu fördern und zu vergrößern.