Die gute alte Hasenschule

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Schon in meiner Kindheit gab es eine Osterhasenschule. Bilderbücher mit den Zeichnungen wie die Hasen im Wald lebten sahen wir uns immer wieder an. In der Osterhasenschule bemalten die Kinder täglich viele bunte Eier. Auf den Schultischen lagen in der Osterzeit keine Bücher, nein man sah nur Eierhalter die an die Tischplatte geschraubt wurden, und Farbkästen, Pinsel und Wassergläser um die Pinsel zu reinigen, sollten nur klare Farben auf den Eiern sein, weshalb die Pinsel immer wieder ausgewaschen werden musste. In der Ecke des Raumes sahs ein kleiner Hase, der überhaupt keine Lust hatte die Eier mit Farbe zu bemalen. Ihm schwebte nur eine Frage durch den Kopf: „Woher kommen denn überhaupt all diese Eier“. Das die Hasen keine Eier legten, das wusste er schon von seinen Eltern, denn Hasen bekommen so kleine Häschen wie er einer war, aber das nutze ihm auch nichts.  Der Lehrer behauptete die Hasen würden die Eier legen und deshalb sollten auch alle Kinder pünktlich am Mittag die Schule verlassen. Keiner durfte danach ins Klassenzimmer zurück. Da kam dem kleinen Hasen die Idee sich nach Schulschluss in dem Klassenzimmer zu verstecken. Er musste eingeschlafen sein, denn er wurde durch das Öffnen der Tür geweckt. Er sah, wie ein großer alter Hase mit einem riesigen Korb auf dem Rücken den Klassenraum betrat. Der Alte schnallte den Korb ab und stellte ihn auf den Boden, jetzt sah der kleine Hase die vielen weißen Eier. Als der Alte wieder ging, kam der kleine Hase aus seinem Versteck und hoppelte ihm heimlich hinterher. Es war ein sehr langer Weg durch den Wald den die Hasen da hoppelten. Der kleine Hase war schon so müde und hätte sich gerne einen Schlafplatz gesucht. Aber seine Neugier war so groß, dass er weiter hinter dem alten Hasen blieb. Als sie aus dem Wald traten sah der kleine Hase ein großes Haus. Daneben war ein kleiner Stall in dem der Alte verschwand. Was mag da wohl sein dachte sich der Kleine und versuchte sich zu strecken um durch ein kleines Fenster zu gucken. Er war so überrascht von dem was er da sah. Da saßen viele Hühner die ihre Eier legten, schneeweiße Eier. Der Alte holte einen Korb aus der Ecke und packte wieder viele weiße Eier hinein. Der kleine Hase wartete bis der Alte im Wald verschwunden war, und machte sich jetzt auch auf den Heimweg.  Das war also das große Geheimnis dachte sich der kleine Hase. Er war so stolz, dass er es nun rausbekommen hatte. Jedoch sprach er nie mit einem anderen Hasen über seine Entdeckungsnacht.

Seit Generationen glauben auch die Menschenkinder, dass der Osterhase die schönen bunten Eier legt und bringt. Und so wird dieses Märchen weiter dafür sorgen, dass die Kinder am Ostersonntag mit Freude die Eier suchen, die er gute Osterhase bringt.

Christine Stapf
Seit 1972 in Gießen. Fotografiere, rolle mit meinem Rollstuhl gerne durch die Wälder, die Natur. Dort macht man die besten Aufnahmen. Seit 2011 Bürgerreporterin bei der GZ.