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Winterwunder

Blaue Murmel
Blaue Murmel
Reiskirchen | Teil 3/6
Die seltsame Reitgesellschaft hielt an.

Die Erde als blaue-weiße Murmel vor ihr in der Schwärze des Alls. Diese Erde, auf der sie so lange herum gelaufen war einmal richtig als Kugel zu sehen und zu begreifen, das hatte sie sich immer gewünscht.

Doch irgendwie war die Physik wie in einem Traum ganz aus den Fugen geraten. Hier wo sie sich befand müsste lebensfeindlicher Weltraum sein, ein Vakuum, das sie in weniger als 2 Sekunden töten würde. Und Schwerelosigkeit... doch sie saß auf einem Pferd, atmete ganz normal, ohne Schutzanzug. Siedend heiß fuhr ihr der Gedanke durch den Kopf, sie könnte womöglich auf der Bank eingeschlafen sein und gerade dabei sein, an Unterkühlung zu sterben. Sie wurde unruhig.

Aufwachen! Ich muss aufwachen! dachte sie verzweifelt.

Der Reiter, hinter dem sie saß, schien ihre Unruhe zu spüren und seine Hand legte sich auf die ihre. Augenblicklich wurde sie ruhiger. Ihre Angst verflog und sie konnte den Ausblick bewundern.

Mit einem auffordernden Ruf setzten sich alle wieder in Bewegung. Da sie aller Logik zum Trotz das Gefühl hatte, auf einem Pferd zu sitzen hatte sie auch nur den Eindruck großer Geschwindigkeit und nicht den, zu stürzen.

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Die einzig logische Empfindung war, dass sich kein Lufthauch regte... woher sollte hier die Luft auch kommen. Aberwitzigerweise flog aber der Adler... als würde er sich auf eine Beute stürzen schwebte er mit angewinkelten Flügeln neben den Reitern her. Es würde wohl viel zu erklären geben.

Die Erde raste auf sie zu und nun wurde ihr doch schwindlig. Sie schloss ihre Augen und spürte, wie allmählich wieder die Luft nach ihrem Umhang griff. Gedanken an das abstürzende Spaceshuttle Columbia und die MIR gingen ihr durch den Kopf... doch ihre Begleiter wollten sicher auch heil wieder auf der Erde ankommen. Diese Annahme beruhigte sie wieder.

Ihr Umhang flatterte mittlerweile wieder heftig im Wind. Sie öffnete die Augen ein wenig und schaute an ihrem Vordermann vorbei. Sie kehrten dorthin zurück woher sie gekommen waren. Doch der Wind war sehr stark und so schmiegte sie sich dicht an den Mann vor ihr. Kurz darauf spürte sie einen kleinen Ruck und hörte wieder Hufschlag. Endlich wieder gelandet.

Weiter in vollem Galopp ritt die Gruppe die Zufahrt zu einer Burg hinauf. Aber was für eine Burg - kein altes Gemäuer sondern diese sah regelrecht neu aus. Die Burgmauer und die Gebäude die sie erkennen konnte waren verputzt, alles sah sehr schmuck und adrett aus. Die Bohlen der Brücke dröhnten unter vielen Hufen.

Spiralförmig wand sich der Weg im Uhrzeigersinn durch die Vorburg zur Hauptburg, in die sie Augenblicke später einritten. Auf dem Hof kamen sie zum Stehen.

Sie wurde in gleicher Leichtigkeit vom Pferd gehoben wie sie hinauf gekommen war. Noch etwas unsicher auf den Beinen sah sie zu, wie ihre Begleiter abstiegen und die Pferde weg geführt wurden.

"Herzlich willkommen auf Caer Sidi!..." sprach Anführer sie an. Seine Stimme klang in ihren Ohren so wie sie vorher in ihren Gedanken geklungen hatte.

"Johanna, Johanna heiße ich!" sie war sichtlich irritiert.

"Dann herzlich willkommen Johanna!" griff er die Bemerkung auf.

Auch die anderen wandten sich Johanna zu, lächelten und murmelten einen Willkommensgruß.

"Herzlichen Dank! Aber wer seid ihr, was war das vorhin und wo bin ich hier und wieso hast Du vorhin in meinem Kopf gesprochen und warum lebe ich noch..." sprudelten die vielen Fragen, die sie hatte aus ihr heraus.

"Komm erst mal mit hinein, dann können wir in Ruhe und im Warmen alles in Ruhe besprechen" antwortete er ihr und wandte sich zur Eingangstür.

--- Fortsetzung folgt ---

Weitere Inspirationen zu diesem Teil lieferte u.a. der Barde Taliesien und seine "mythological poems"

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Kommentare zum Beitrag

Karl-Ludwig Büttel
3.339
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 13.12.2012 um 14:20 Uhr
weiter so....
Ingrid Wittich
19.297
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 13.12.2012 um 17:12 Uhr
Oh ja, bitte weiter.
Nicole Freeman
7.591
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 13.12.2012 um 20:40 Uhr
bitte bitte
Birgit Hofmann-Scharf
9.836
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 14.12.2012 um 18:38 Uhr
Nun also eine Burg, ja das passt.........
Peter Herold
24.968
Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.02.2013 um 08:53 Uhr
Habe mal wieder gestöbert und die 2 letzten aus der Reihe gelesen. Sie spannt uns ganz schön auf die Folter.
Hallo Lieber Leser
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Herzlichst, Ihr(e) Ulrike J. Schepp

von:  Ulrike J. Schepp

offline
Interessensgebiet: Reiskirchen
Ulrike J. Schepp
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