Im Corona-Jahr 2020 ging die Zahl der Trauungen im Landkreis Gießen etwas zurück

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Für Hochzeitspaare war 2020 ein schwieriges Jahr. Im Landkreis Gießen ist die Zahl der Trauungen dennoch nur leicht zurückgegangen.

Es ist im Trauzimmer des Rathauses in Lich so still, dass draußen das Zwitschern der Vögel zu hören ist. Auf dem Tisch brennen zwei Kerzen. Auf einer Seite der Hochzeitskerzen steht das Brautpaar, die einige Meter Abstand halten und auf der anderen Seite befindet sich die Standesbeamtin. Alle drei Personen tragen Masken.

Daraufhin werden die Geburtsurkunden verlesen und die Standesbeamtin hält lediglich für das Brautpaar eine Rede. Schon seit einiger Zeit sind Trauzeugen und Zuschauer nicht mehr zugelassen. Das Jawort wird ebenfalls mit Maske gesagt und darf nur kurz für den Kuss gelüftet werden. Außerdem wartet draußen vor dem Rathaus fast niemand. Aus der Ferne winken lediglich die Eltern zu und der verhinderte Trauzeuge grüßt von einer anderen Straßenecke.

In Zeiten von Covid-19 sind standesamtliche Trauungen nicht sehr romantisch. Neben dem Hochzeitskleid der Braut sind vor allem die Masken atemberaubend. Lediglich in den Sommermonaten waren Hochzeitsfeiern annähernd möglich, insbesondere deshalb, weil seit November die Gastronomie schließen musste. Zudem wurden in der Regel keine alkoholhaltigen Getränke getrunken.

Es steht mittlerweile fest, wie viele Trauungen es in den Standesämtern im Landkreis Gießen im vergangenen Jahr 2020 gab. Im Vergleich zu 2019 meldeten fast alle Kommunen einen leichten Rückgang – die Anzahl der Brautpaare blieb lediglich in Allendorf stabil. Darüber hinaus gab es in Hüttenberg nur noch halb so viele und in Staufenburg lediglich zwei Drittel der Trauungen.

Allerdings relativieren sich die Zahlen, wenn diese zu den Vorjahren in Vergleich gesetzt werden. In Heuchelheim gaben sich zum Beispiel im Jahr 2016 ganze 27 Paare das Jawort und dieses Jahr waren es sogar 30. Im Vergleich zu 2016 sind es in Buseck sogar ganze neun Trauungen mehr, als die Bezeichnung Corona lediglich der Name von einer Biersorte war.

Die Hochzeitspläne 2020 haben außerdem nicht alle Paare aufgegeben. Ihre Termine haben beispielsweise in Heuchelheim nur zwei Paare gestrichen. Der Bürgermeister Lars-Burckhard Steinz sagt, dass eine Hochzeit aufgrund der Pandemie abgesagt wurde und beim anderen Paar habe der Mann einen Rückzieher gemacht. Von den Paaren wären einige der im Frühjahr geplanten Hochzeiten in den Sommer verschoben worden, wird der allgemeine Trend von Klaus-Dieter Jensen aus der Gemeinde Hüttenberg zusammengefasst.

In allen Rathäusern waren Trauungen das ganze Jahr über möglich und ab Juni konnte im Anschluss erneut in einem größeren Rahmen gefeiert werden – insbesondere dann, wenn die Feier im Freien stattfand.

Im Sommer konnten ebenfalls bei den Trauterminen Freunde und Familie dabei sein: Das war in der Staufenberger Burg auch in einem größeren Rahmen möglich. Auf der Burg Gleiberg waren in Wettenberg 20 Personen zugelassen, 40 Personen im Busecker Schlosspark und in der alten Kirche in Pohlheim 20 Personen. Je nach Raumgröße waren in den Standesämtern selbst bis zu zehn Personen möglich.

Das hat sich mit dem November erneut geändert. Nur das Brautpaar durfte im Standesamtsbezirk Lich mit Reiskirchen, Laubach, Hungen und Grünberg vor den Standesbeamten treten. Das ist nur in wenigen Kommunen anders: Unter Umständen können in Heuchelheim die Trauzeugen dazu, vier Begleitpersonen aus zwei verschiedenen Haushalten sind in Langgöns möglich, zwei Begleitpersonen in Staufenberg, zwei Angehörige aus dem gleichen Haushalt von dem Brautpaar können in Hüttenberg dabei sein und Kinder unter 14 Jahren werden nicht eingerechnet.

Aufgeschoben ist hierbei nicht aufgehoben: Der Bürgermeister Marius Reusch aus Langgöns sagt, dass manche Termine auf das nächste Jahr verlegt wurden. In Anbetracht dieser unsicheren Lage würden einige Brautpaare sich erst 2021 wieder melden, damit ein neuer Termin vereinbart werde.

2021 wird in Linden kein Superhochzeitsjahr erwartet. Tim Schneider, der Abteilungsleiter, sagt, dass allerdings im Vergleich zu den Vorjahren mehr Termine vorgemerkt seien. Die Trauanfragen für das Jahr 2021 halten sich in Wettenberg im üblichen Rahmen. Es werde dort ebenso darauf ankommen, wie die Gastronomie geöffnet sein würde, sagt Thomas Hochstein, ein Standesbeamter. Des Weiteren heißt es aus Buseck, dass diese fast noch jeden Terminwunsch für eine Trauung erfüllen könnten. In Pohlheim gibt es ebenfalls noch ausreichend freie Termine.