Wetteraukreis darf nicht in Bitcoins oder Edelmetalle investieren

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Keine Aktien von einzelnen Unternehmen, keine Investitionen in Kryptowährungen wie den Bitcoin, keine Edelmetalle oder Fremdwährungsanlagen. In einer Anlagerichtlinie wurde nun im Wetteraukreis festgeschrieben, wie dieser sein Geld anlegen darf oder soll. Matthias Walther, der Finanzdezernent (CDU) teilt dazu mit, dass sie es so weit wie möglich vermeiden wollten, Zinsen für liquide Mittel zu zahlen. Sie würden dafür die unterschiedlichen Anlagemöglichkeiten regelmäßig prüfen. Die Sicherheit der Anlage sei hierbei zentral für die Entscheidungen. Die Kapitalflüsse der Kreisverwaltung seien bei einem Haushaltsvolumen von über 450 Millionen Euro komplex. Es solle sichergestellt werden, dass erforderliche Mittel zum Termin zur Verfügung stehen.

Grundsätzlich habe der Kreis finanzielle Risiken zu minimieren. Nach der Hessischen Gemeindeordnung seien spekulative Finanzgeschäfte verboten, darunter auch die Aufnahme von Fremdmitteln für eine Geldanlage sowie Fremdwährungsgeschäfte. Die Leiterin des Fachdienstes Finanzen, Inga W., sagt, dass sie bei einer Sichtung von eingeholten Anlagevorschlägen sofort das positive Rating des Anbieters und die Einlagensicherungssysteme in den Blick nehmen würden. Zudem würden sie auf eine ausreichende Streuung über verschiedene Kreditinstitute achten. Hier gebe die Richtlinie einen klaren Handlungsrahmen vor. Der zuständige Dezernent sei für eine Entscheidung bei den kurz- und mittelfristigen Anlagen zuständig, also aktuell Walther. Die Zustimmung des Landrates ist bei Anlagen mit einem Wert von über 10 Millionen Euro einzuholen. Außerdem muss der Kreisausschuss bei langfristigen Geldanlagen über eine Investition entscheiden.

Wenn eine Person im Wetteraukreis und in Gießen selbst Geld anlegen möchte, hat er zahllose Möglichkeiten: Aktien, Fonds, Kryptowährungen wie den Bitcoin und Immobilien. Auch bieten sich Zinsprodukte wie das Sparbuch, Tagesgeld, Anleihen oder Festgeld an. Aufgrund der großen Anzahl an Wertanlagemöglichkeiten verlieren viele Verbraucher den Überblick und gehen zum Berater bei der Hausbank. Diese Personen kommen oftmals mit überteuerten Anlage-Produkten aus der Hausbank wieder heraus. Es ist jedoch mit etwas Eigeninitiative ebenfalls für Einsteiger nicht schwierig, selbst das Geld einfach und profitabel anzulegen. Dadurch verhindert der Bürger, dass auf niedrig verzinsten Sparkonten der Hausbank das Vermögen kaum Rendite bringt oder in kostspielige Investments unnötig Geld fließt.

Privatpersonen im Wetteraukreis und in Gießen können auch selbst über ihre privaten Investitionen in Aktien entscheiden. Schließlich führt bei der Geldanlage kein Weg an Wertpapieren, wie zum Beispiel Aktien vorbei. Der Grund hierfür sind nicht nur niedrige Zinsen. Aktien haben die Lebensversicherung oder das Sparbuch unrentabel gemacht. Mit einer Aktie wird eine Beteiligung an einem Unternehmen gekauft. Der Wert eines Unternehmens wird beim Gang an die Börse eingeteilt. Dieser Wert wird an die Aktionäre als Wertpapiere verkauft. Somit ist ein Aktionär an einem Unternehmen praktisch Miteigentümer und besitzt daran Anteile. Wenn das Unternehmen einen Gewinn erwirtschaftet, wird in der Regel als Dividende ein Teil anteilig für jeden Anteilschein an die Aktionäre ausgeschüttet. Doch beim Aktienkauf können hohe Kosten die Rendite verringern, weshalb der Anleger beim Aktienkauf auf die Gebühren achten sollte.