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Und wieder muss es gesagt werden: Weidetiere nicht füttern!

Wettenberg | Am vergangenen Freitag ist in Krofdorf-Gleiberg eine Kuh verendet, weil sie zu viel Apfeltrester gefressen hat. Dieser Reststoff aus der Kelterei wurde wohl gut gemeint von einem Unbekannten auf der Weide als Viehfutter "entsorgt". Apfeltrester pur ist aber kein Viehfutter, nur siliert und ins Rauhfutter in geringen Anteilen eingemischt können Wiederkäuer mit ihrem empfindlichen Verdauungssystem diesen Futterzusatz verwerten. Kippt man aber ein paar Eimer oder Kübel frischen Apfeltrester auf die Fläche, können die ranghöchsten Tiere schnell eine Menge von dem leckeren Brei aufnehmen. Schon 10-20 Liter davon können den Tod verursachen. Und selbst wenn es nicht so schlimm ausgeht und die Krankheitszeichen rechtzeitig entdeckt werden: Leiden, Ärger, Arbeit und Kosten wären vermeidbar. Ein Tierhalter kann seine Tiere schließlich auch nicht stündlich kontrollieren, geschweige denn, dass es kontrollierbar ist, was alles von Spaziergänger & Co zugefüttert wird.

Daher lautet der Aufruf und Appell wieder einmal: WEIDETIERE DÜRFEN NICHT GEFÜTTERT WERDEN!

Selbst wenn man sich beim Tierbesitzer die Erlaubnis holt:
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Andere Spaziergänger schauen sich das vielleicht ab, wissen nichts von der Absprache und füttern beim nächsten Mal auch. Schlimmstenfalls dann das Falsche oder zu viel davon. Selbst ein einzelner Apfel - bei Futterneid der Tiere untereinander zu schnell geschluckt - kann zu einer Schlundverstopfung führen.

Angesichts des Vorkommnisses frage ich auch: Wo sind eigentlich Rücksicht und Respekt in der Landschaft geblieben?

Ich möchte nicht pauschalisieren, aber hier ein paar reale Beispiele, bei denen man nur noch Kopfschütteln kann:

Ein Landwirt kommt auf eine seiner Weideflächen, wo sich gerade ein Hund im Gras wälzt. Wegen Fellwechsel verliert er besonders viele Haare. Der Landwirt macht die Besitzerin aufmerksam, dass viele Haare im Tierfutter (und nichts anderes ist das Gras, was auf Wiesen und Weiden wächst!) im Rindermagen verklumpen und dort zu einem Problem führen können. Zwei Wochen später wälzt sich der selbe Hund wieder auf einer Weide und die Besitzerin schert sich nicht darum...

Eine Frau mit drei Hunden läuft querfeldein über eine nicht gemähte Wiese, wo also noch die Futterernte bevorsteht. Sie wird darauf angesprochen und gebeten, auf dem Weg zu bleiben, weil das herunter getrampelte Gras dann bei der Ernte fehlt und Hundekot das Futter verdirbt. Sie setzt ihren Weg aber unbeirrt fort und äußert sich verständnislos, als sie am andern Ende der Wiese abermals angesprochen wird...

Zwei Spaziergänger lassen ihre Hunde voraus laufen. Diese spielen miteinander und rennen dann unter einem Weidezaun durch, wo sie anfangen, die Rinder zu jagen. Diese brechen aus. Die Hundehalter entfernen sich, ohne sich für das Versehen (?) zu entschuldigen. Die Rinderhalter haben 2 Stunden zu tun, eines der verängstigten Jungtiere wieder einzufangen...

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, auch mit dem vorsätzlichen Zerstören oder öffnen von Weidezäunen bei Schaf, Pferd und Rind und vielem mehr.

Ich habe gelernt, dass man nicht einfach auf Feldern und Wiesen herumläuft, zumindest nicht bevor sie nicht abgeerntet sind.

Keiner scheint sich mehr bewußt zu sein, dass in der Landschaft um uns herum unsere Lebensmittel produziert werden und wir auch das offene Landschaftsbild zum Spazierengehen zwischen Wiesen, Feldern und Wäldern der Landnutzung verdanken. Das ist äußerst schade, denn weder kommt die Milch aus dem Tetrapak noch wächst Brot auf Bäumen...

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Kommentare zum Beitrag

Jutta Skroch
13.673
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 30.09.2012 um 17:05 Uhr
Ich finde das Füttern von Tieren, die mir nicht gehören, generell ein Unding und hab es mir zu eigen gemacht, dies generell nicht zu tun. Nicht mal bei den Hunden meiner Töchter. Der Besitzer weiß, was seinem Tier bekommt und was nicht, und vor allem wieviel.
Hier ist doch auch noch ein großer materieller Schaden für den Bauern entstanden.
Was die anderen Beispiele angeht, so kann man über manche Hundebesitzer nur den Kopf schütteln, die möchte ich hören, wenn ein andres Tier ihren Liebling jagen würde.
Nicole Freeman
10.706
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 30.09.2012 um 20:23 Uhr
Danke fuer den wichtigen Bericht. Immer wieder finden Weidetierhalter ploetzlich erkrankte Tiere auf der Weide und suchen Verzweifelt nach dem Grund. Zu oft findet man alte gebutterte Brote , teilweise geschimmelt auf den Koppeln. Gerissene Laemmer und Verletzte Tiere trotz Weidezaun und niemand hat den Anstand die Tel Nummer des Schaefers am Weidezaun zu nutzen um den verletzten Tieren wenigstens das Leid zu verkuerzen. Da werden Silageballen aufgestochen und der Futtermittelvorrat fuer den Winter zerstoert. Es Mangelt an Respekt vor dem Eigentum anderer und vor allem am Respekt gegenueber dem Lebewesen Tier. Dieser Beitrag ist meiner Meinung nach sehr wichtig. Danke noch einmal.
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