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Neue GZ-Serie! Burgen, Schlösser und Ruinen Folge 1: Burg Gleiberg: Ruine auf einem Basaltkegel

Wettenberg | Es war einmal.... So fangen Märchen an. Märchen, in denen Ritter und Adlige hoch zu Ross in Schlachten zogen und Unholde in Kerker geworfen wurden. Wenn auch nicht alles damals ablief wie in Hollywood-Filmen, etwas Märchenhaftes, Packendes haben die Geschichten von damals durchaus.
Häufig zeugen heute noch Ruinen und Mauerreste von schlachtenreichen Zeiten, seltener sind ganze Gebäude oder Mauern erhalten geblieben. Auch im Raum Gießen zeugen alte Steine, wie die von Burg Gleiberg, von vergangenen Zeiten. Die GIEßENER ZEITUNG stellt diese in einer neuen Serie (immer samstags) vor.
Am nördlichen Rand des Gießener Beckens liegt gut sichtbar die Ruine der alten Burg Gleiberg auf einem hohen Basaltkegel. Sie ist ungefähr 1400 Meter von der nördlich gelegenen Burgruine Vetzberg entfernt, der ehemaligen Zweitburg der Grafen von Gleiberg.
Burg Gleiberg gab dem Ortsteil Krofdorf-Gleiberg der Gemeinde Wettenberg seinen Namen. Heute befindet sich die Ruine im Besitz des Gleibergvereins. Sie ist öffentlich zugänglich und ein beliebtes Ausflugziel, da sie auch Gastronomie beinhaltet.
Möglicherweise wurde die erste
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Burg auf dem Gleiberg bereits am Anfang des zehnten Jahrhunderts durch den Grafen Otto, dem Bruder von König Konrad dem Ersten, als Festung gegen die Popponen erbaut. Eventuell wurde sie aber auch um 939 dessen Vetter Udo, Graf im Niederlahngau erbaut. In der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts war die Grafschaft an der mittleren Lahn wechselnd im Besitz von den Grafen Giso, Gerlach und Werner. Durch die Heirat von Friedrich von Luxemburg (Bruder der späteren Kaiserin Kunigunde) mit einer Tochter des Grafen Heribert von der Wetterau, ging der Gleiberg an das Haus Luxemburg.
Einige deren Mitglieder nannten sich später Grafen von Gleiberg. 1103 wurde die Burg durch Kaiser Heinrich V. zerstört. 1131 wurde ein Graf Wilhelm von Gleiberg urkundlich genannt, der im zwölften Jahrhundert, nach einer Teilung der Grafschaft, die Osthälfte erhielt und diese erneuerte. Die Westhälfte übernahm dessen Vetter, Graf Otto, der seine Aufgabe jedoch nicht sehr ernst nahm und schon bald darauf nach Solms heiratete.
Hartrad II von Merenberg erbte Gleiberg in der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts und baute mit seinen Nachfolgern die Burg aus. Sie errichteten den sogenannten Merenberger Bau, die äußeren Ringmauern mit den Halbrundtürmen
Herbstliche Abendsonne - Burg Gleiberg von der Krofdorfer Hauptstraße aus gesehen.
Herbstliche Abendsonne - Burg Gleiberg von der Krofdorfer Hauptstraße aus gesehen.
und um 1230 die Burgkapelle. 1328 erlosch das Geschlecht der Merenberger und der Gleiberg fiel an die Grafen von Nassau, die die Oberburg aus- und die Unterburg neubauten. Der Nassauer- und der Albertusbau entstanden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, vermutlich durch Graf Albrecht von Nassau-Weilburg.
Die Ansiedlung „Das Thal“ entstand bereits Anfang des zwölften Jahrhunderts unterhalb der Burg. 1331 erhielt der Ort Stadtrechte. Seit dem Ende des 30-jährigen Krieg in 1646, dem sogenannten Hessenkrieg, ist die Oberburg eine Ruine. Sie wurde damals von niederhessischen Truppen unter General Geiso in Brand geschossen.
Seit 1879 befindet sich die Ruine im Besitz des Gleibergvereins, der sich um ihre Erhaltung bemüht. So wurde im Nassauerbau eine Gaststätte errichtet und im Albertusbau nach 1933 ein Jugendschulungslager.
An höchster Stelle des Basaltkegels steht mit ungefähr 31 Metern Höhe der Gleiberger Turm, der sogenannte Bergfried. Von dort aus hat man Sicht auf beinahe den gesamten Landkreis Gießen.
Parkplätze gibt es unterhalb der Burg in der Burgstraße. Es sind nur wenige Minuten Aufstieg bis oben. Geöffnet ist die Burg von Dienstag bis Sonntag, von 10 bis 16 Uhr.

 
Herbstliche Abendsonne - Burg Gleiberg von der Krofdorfer Hauptstraße aus gesehen. 1
Herbstliche Abendsonne -... 
Burg Gleiberg in naher Ferne
Burg Gleiberg in naher... 

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Kommentare zum Beitrag

Wolfgang Heuser
6.114
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 31.01.2009 um 18:50 Uhr
Nicht zu vergessen, dort gibt es ein Standesamt, man kann dort Heiraten und Feiern!

Viele Grüsse, Wolfgang

Eine Link dazu: http://www.myheimat.de/gladenbach/beitrag/57728/hochzeitsausflug-burgruine-gleiberg-im-giessener-land/
Hallo Lieber Leser
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