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Reisesteckbrief: Zingst

Kraniche auf dem Weg zu den Schlafplätzen südlich von Zingst
Kraniche auf dem Weg zu den Schlafplätzen südlich von Zingst
Wettenberg | Über die (hoffentlich) geruhsamen Feiertage kann den einen oder anderen ja das Fernweh packen. Zum Schmökern, zum Fernweh anheizen oder für die Urlaubsplanung des kommenden Jahres habe ich einige Reisesteckbriefe verfasst (als hätte man sonst nix zu tun...). Zum Teil folgen noch ausführliche Reiseberichte.


Was und wo? In der Rügen-Bock-Region liegt an der Ostseeküste das Gebiet Fischland-Darß-Zingst. Das „Fischland“ ist eine schmale Landzunge, die das Festland mit dem „Darß“, einer in etwa quadratischen Insel verbindet. Östlich des Darß erstreckt sich die Halbinsel „Zingst“, auf der der gleichnamige Kurort liegt. Die Halbinseln schließen zwischen sich und dem Festland flache Gewässer („Bodden“) ein.

Besonderheit: Im Herbst ist die Region einer der größten Kranich-Rastplätze Europas. Bis zu 70.000 dieser Vögel sammeln sich dort, fressen tagsüber auf dem Festland und fliegen vor der Abenddämmerung zu ihren Schlafplätzen. Einer davon sind die „Kirr“-Inseln in den Bodden zwischen Zingst und Barth. Vom Zingster Süddeich oder vom Schiff aus lassen sich die einfliegenden mehreren tausend Kraniche prima
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beobachten. Gute Optik (Fernglas, Spektiv) ist anzuraten! Neben den Kranichen gibt es auch tausende Wildgänse, Limikolen, Möwen uvm. sehen. Der Darß ist ein äußerst wildreicher Wald. Von einem Wanderweg durch die Schutzzone 1 des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft lassen sich an der Nordwestspitze z. B. auch Rothirsche am Tage beobachten.

Anreise aus Mittelhessen: Z. B. mit dem Auto über A5 Richtung Erfurt, A7 Richtung Hannover, A1 Richtung Hamburg, A20 Richtung Rostock, danach Bundesstraße 105 Richtung Stralsund und/oder „Touristische Nebnstrecke Fischland/Darß/Zingst“.

Unterkunft: Wenn nicht bereits vorher gebucht, gibt es in vielen Orten der Region Zimmervermittlungen und Touristikinfos, die einem bei einer spontanen Anreise weiterhelfen. Zumindest in der Nebensaison dürfte man wohl immer eine Unterkunft finden.

Tipps: Gaststätte „Meeresrauschen“ mit tollem, familiärem Service und guter Küche (Seestraße Zingst). Vor Ort kann man günstig Fahrräder mieten, was sich bei den Entfernungen zu interessanten Punkten innerhalb der Schutzgebiete lohnt. Abstecher nach Stralsund – Altstadt, Deutsches Meeresmuseum und Ozeaneum (Vorsicht: Im Parkhaus „Am Ozeanum“ kostet die erste Stunde einen, die folgenden angefangenen Stunden je zwei Euro!). Auch schön: Vogelpark Marlow (Eintritt 10 Euro, was sich bei den weitläufigen Anlagen aber durchaus lohnt). Weniger Lohnenswert ist das Deutsche Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten (Eintritt 7 Euro).

Schade: Es gibt kaum kostenfreie Parkplätze im Nationalpark, von denen aus man eine Wanderung starten kann, und z. B. trotz 3,50 Euro Parkgebühr am Wanderparkplatz nordwestlich von Prerow ist dieser eine reine Buckelpiste. Bei der Wanderung zum „Darßer Ort“ sollte man Verpflegung einpacken, wenn man keinen Wert auf einen Besuch der Ausstellung „Natureum“ oder eine Besteigung des Leuchtturms legt – die Gastronomie ist aufgrund der Regelungen des Nationalparks nur nach Zahlung des Eintritts von 4 Euro zugänglich.

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Kommentare zum Beitrag

Ingrid Wittich
18.886
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 17.12.2010 um 21:51 Uhr
Gute Tipps, aber bei einer Sache muss ich widersprechen. Das Bernsteinmuseum lohnt durchaus einen Besuch. Und einkehren sollte man auch unbedingt in der "Teeschale" in Prerow.
Dr. Tim Mattern
629
Dr. Tim Mattern aus Wettenberg schrieb am 17.12.2010 um 21:59 Uhr
Widersprechen ist grundsätzlich erlaubt :-) Ich kann ja nur meine Eindrücke mitteilen und über die Dinge berichten, die ich kennengelernt habe.
Das Bernsteinmuseum ist durchaus beeindruckend, meine Freundin kennt es jedoch noch aus Zeiten der Wende, vor dem Umbau. Damals muss es noch viel mehr Exponate gegeben haben, vor allem Stücke, die aus Bernstein gefertigt waren. Bei einem damaligen Eintrittspreis von 2 Mark gab es wohl noch ein deutlich besseres "Preis-Leistungs-Verhältnis".
Ingrid Wittich
18.886
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 18.12.2010 um 09:36 Uhr
Ist schon klar ;-) Wir waren dieses Jahr im Juni dort. Ausstellungsstücke gab es wirklich mehr als genug. Man, oder zumindest ich, konnte gar nicht alles anschauen. Über Eintrittspreise reden ist eigentlich müßig. Wo sind die noch niedrig? Ich hatte mir noch eine Fotoerlaubnis gekauft für 3.50 Euro. Die war schon heftig. Aber ich wollte es halt.
Wolfgang Heuser
6.041
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 18.12.2010 um 16:17 Uhr
Guter Tip und Reisebericht über diese schmale Landzunge, mir hatte es im Frühjahr dort in Zingst auch sehr gute gefallen, es war nur zu kühl! GW
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Dr. Tim Mattern

von:  Dr. Tim Mattern

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Dr. Tim Mattern
629
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