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„Organsspende ja – aber nicht durch Widerspruchsregelung“

Wettenberg | Hubing: Leichnam kein „menschliches Ersatzteillager“

Scharfe Kritik an den Forderungen nach einer Änderung des Transplantationsgesetzes übt der Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Bestattungskultur GmbH (DIB), Hermann Hubing. Wenn von Seiten einiger Ärzte und auch Bundespolitiker offenkundig vor der Hintergrund der Nierentransplantation des SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier nunmehr eine Widerspruchsregelung bei Organspenden gefordert werde, so sei dies ethisch höchst bedenklich.

„Gegen eine Organspende als individuelle Entscheidung des Spenders zu Lebzeiten oder auch seiner Hinterbliebenen ist überhaupt nichts einzuwenden“. Wenn jedoch aufgrund der unzureichenden Zahl potentieller Organspender nunmehr eine Gesetzesänderung gefordert wäre, so sei dies nicht akzeptabel. Anstatt mit dem Gesetzgeber zu drohen, sei eine verstärkte Aufklärungsarbeit geboten. Auch sei es nicht angebracht, ethische Wertentscheidungen zwischen einem Patienten, der auf eine Organspende wartet und einem Gestorbenen einseitig zugunsten des potentiellen Empfängers vorzunehmen. „Auch der Verstorbenen hat ein Anrecht auf eine würdevolle und seiner Individualität entsprechende Behandlung und darf nicht unter Verweis auf vermeintlich höherwertige ethische Prinzipien als menschliches Ersatzteillager missbraucht werden.“. Außerdem – so Hubing abschließend – könnten durchaus auch behandelnde Ärzte durch die Einführung der Widerspruchsregelung verstärkt in Gewissens- und Interessenskonflikte geraten.

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Kommentare zum Beitrag

Simone Linne
5.040
Simone Linne aus Gießen schrieb am 02.09.2010 um 14:52 Uhr
Das sehe ich, unabhängig von Herrn Steinmeiers Organspende, ganz anders. Für mich gehen die Lebenden immer vor den Toten. Das heißt nicht, dass ich den Toten die Würde nehmen möchte. Wenn ich keine Organe spenden möchte, kann ich das bei der Widerspruchsregelung ja lösen, indem ich eben widerspreche. Aber wie soll ich all den Kranken erklären, dass sie leider kein Spenderorgan bekommen, weil die Ethik der Toten vorgeht? In vielen anderen, europäischen Ländern gilt längst die Widerspruchsregelung und ich glaube nicht, dass unsere europäischen Nachbarn weniger Wert auf ethische Fragen legen.
Iris Reuter - GZ Team
1.412
Iris Reuter - GZ Team aus Gießen schrieb am 02.09.2010 um 15:09 Uhr
Die ethische Moral greift immer nur solange man selbst oder die engsten Angehörigen nicht betroffen sind - dann ändern sich Ansichten schneller als ein Wimpernschlag.
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 03.09.2010 um 17:25 Uhr
"der Geschäftsführer des deutschen Instituts für Bestattungskultur" gibt "wichtige???" Kommentare ab wie man mit der gesetzlichen Regelung zur Organspende verfahren sollte???

Er sollte seine Position, wenn es denn eine "so wichtige" sein sollte(?), nicht dazu missbrauchen, die Menschen zu beeinflussen! Man sieht ja an anderer Stelle (Frage der Woche), dass wir mündig genug sind dies zu bewerten/ zu entscheiden.
Und für mich (siehe auch Kommentar von Frau Linne) gehen die Lebenden immer vor den Toten! (und sollte dies jemand, aus welchen Gründen auch immer, anders sehen, dann könnte er/sie ja widersprechen!)
Steinmeiers Organspende = das spielt für mich bei der Bewertung nun wirklich gar keine Rolle, er ist (nur) einer von vielen!!!
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