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CD-Test: "A Curious Thing" von Amy MacDonald

Selbst der Look ist zu glattgebügelt bei Amy MacDonald.
Selbst der Look ist zu glattgebügelt bei Amy MacDonald.
Wettenberg | Enttäuschung macht sich breit beim Hören von Amy MacDonalds zweitem Longplayer "A Curious Thing". Nach ihremn fulminanten Debüt mit "This is the Life" gelingt es der nur 22 Jahre alten Schottin nicht, auch mit dem Nachfolger einen Volltreffer zu landen. Dabei ist das Album doch perfekt: Produziert in Paul Wellers Studio "The Black Barn", viel Hall, Piano- und Streicherklänge erweitern den Sound im Vergleich zum countrylastigen, leicht kantigen Vorgänger voller Lagerfeuersound. Und da liegt auch schon das Problem: Die Platte ist schlichtweg überproduziert und viel zu glatt gebügelt. Während MacDonald auch auf dieser CD wieder sehr persönliche Texte mitten aus dem Leben präsentiert, bleibt ihr kehlige, kraftvolle Stimme das einzige Alleinstellungsmerkmal, an dem man sie noch vom Rest all dieser auf dem Markt herumgeisternden Pop-Girlies unterscheiden könnte. Trotz der teils herzergreifenden Lyrics wirkt die Platte beliebig, die Protagonistin unambitioniert und wenig überzeugend. Die Songs wirken schwerer als sie sind, die 22-Jährige verliert die Leichtfüßigkeit des Vorgängers. Schon der Opener "Don't Tell
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me that it's over" scheint sich selbst vor lauter Pomp zu erdrücken. Hall, Stimmegewirr, ein poppig-plätscherndes Piano - all das sorgt dafür, dass das Wesentliche - MacDonalds kernige Country-Stimme - in den Hintergrund produziert und gedrängt wurde. Lediglich der Hidden Track - eine Coverversion von Bruce Springsteens "Dancing in the Dark" - ruft Gänsehautgefühle hervor. Die Ballade "What Happiness means to me" dagegen ertrinkt völlig in Austauschbarkeit. "Love, Love" dagegen ist der einzige Titel mit echten Ohrwurmqualitäten, weil die Schottin hier ihre Leichtfüßigkeit kurz wiederfindet, um dann wieder hinter einer überdimensionalen Soundwand abzutauchen. Die Akustikklampfe steht MacDonald einfach besser zu Gesicht als diese glattgebügelte, austauschbare Produktion, die leider jegliche Lagerfeuerromantik vermissen lässt.

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von:  Sabine Glinke

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Interessensgebiet: Wettenberg
Sabine Glinke
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