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Radwege in und um Gießen – peinlich, peinlich!

Gießen, Rodheimer Straße: Man stelle sich so eine Verkehrsführung für Autos am Oswaldsgarten vor. Der verantwortliche Planer würde umgehend auf seine Dienstfähigkeit überprüft. Das ist ein stark frequentierter Radweg mit überörtlichem Durchgangsverkehr.
Gießen, Rodheimer Straße: Man stelle sich so eine Verkehrsführung für Autos am Oswaldsgarten vor. Der verantwortliche Planer würde umgehend auf seine Dienstfähigkeit überprüft. Das ist ein stark frequentierter Radweg mit überörtlichem Durchgangsverkehr.
Wettenberg | Ich habe von Krofdorf aus 15 europäische Länder mit dem Fahrrad bereist, vom Atlantik bis Budapest und von San Marino bis Hammerfest. Am besten ging das immer auf verkehrsarmen Straßen ohne Radwege, am schlechtesten auf der E4 in Schweden, die Radwege in Deutschland liegen im hinteren Drittel meines Erfahrungsbereiches, das Gießener Umfeld liegt gleichauf mit Stuttgart: Radfahren nicht zu empfehlen.

Wenn Zweiwege Radwege keine Mittellinien und Randmarkierungen mehr haben, von Leuchtpfosten ganz zu schweigen, dann weiß man: hier bin ich zuhause und nachts lass ich das Fahrrad besser stehen. Eigentlich sind Zweiwege Radwege ja nur in Ausnahmen empfohlen, bei uns ist halt außerorts grundsätzlich Ausnahme gegeben und bei der armseligen Breite der meisten Radwege würde eine Mittelmarkierung nur irritieren und verdeutlichen, dass der Weg viel zu schmal ist. In vielen Kurven wäre dann auch deutlich sichtbar, dass der Kurvenradius nur mit dem Einrad zu schaffen ist. Ich frage mich schon lange, wo Lastenfahrräder langfahren sollen, wo ich mich schon mit meinem Tandem nicht mehr hintraue.

Am besten geht das
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mit dem Radfahren noch, wenn man mit dem Auto aus dem Stadtbereich rausfährt und weit genug weg von der Stadt das Fahrrad ablädt und dann eine Tour zu den Kläranlagen macht oder als Radstrecken ausgewiesene Grüne-Plan-Wege abfährt, die sind auch meist glatter als Radwege asphaltiert, damit es auf dem Traktor nicht so holpert. Verkehrspolitisch bringt das zwar wenig aber jeder Kilometer ausgewiesener Radweg zählt politisch und sportliche Betätigung ist ja auch gesund, selbst wenn die Hauptarbeit auf dem modernen Elektro-Mofa vom Motor geleistet wird, ist man ja immerhin an der frischen Luft.

Verwendet man das Fahrrad jedoch als Verkehrsmittel, kommen zu den bereits genannten Punkten eingebaute Tücken und Gefahrenstellen hinzu. Farbliche Markierungen von Radwegen werden gerne eingesetzt, um dem Radfahrer zu signalisieren, wo er nicht fahren darf, als eine Art verschärfter Hinweis auf Benutzungspflicht; wo sie Schutz darstellen würden, bei Querungen von Straßen am Ende von Zweiwegeradwegen an Ortseingängen, fehlen sie fast immer. Manchmal gar außerorts, wo Radfahrer dann verkehrsreiche Landstraßen völlig ungeschützt überqueren sollen, wie zwischen Krofdorf und Wißmar, am Abzweig zur Gesamtschule Gleiberger Land.

Zum Glück gibt es noch genügend Menschen, die unbeeindruckt Fahrräder als Verkehrsmittel benutzen und über gute Reaktion und gute Bremsen verfügen, um den mit einer kleinen Auswahl bebilderten Fallen unbeschadet zu entkommen. Solange aber solcher Unfug nicht beseitigt wird, kann von Arbeit an einer Verkehrswende nicht die Rede sein.

Gießen, Rodheimer Straße: Man stelle sich so eine Verkehrsführung für Autos am Oswaldsgarten vor. Der verantwortliche Planer würde umgehend auf seine Dienstfähigkeit überprüft. Das ist ein stark frequentierter Radweg mit überörtlichem Durchgangsverkehr. 3
Gießen, Rodheimer... 
Von Heuchelheim Richtung Gießen, kurz nach Ortsausgang: Dieser Radweg geht in beide Richtungen, die Ausfahrt auf der linken Seite geht auf eine stark befahrene Hauptstraße. Hoffentlich hat der Radfahrer gute Bremsen und eine gute Reaktionszeit. 4
Von Heuchelheim Richtung... 
Am Rodheimer Rewe-Markt: Schildbürger am Werk, von StVO keine Ahnung! Zweck des Ganzen: Vorfahrt für eine Grundstücksausfahrt eines Supermarktes. 2
Am Rodheimer Rewe-Markt:... 
Am Rodheimer Rewe-Markt: so sieht das Ganze für den Autofahrer aus: Fahr zu, der Radfahrer mag warten oder sich ein Auto kaufen. 1
Am Rodheimer Rewe-Markt:... 
Von Krofdorf nach Gießen: Schildbürger haben sich ausgetobt. Eine völlig verkorkste Linienführung; ein Verkehrsspiegel wäre billiger als diese Schilderarie. 1
Von Krofdorf nach... 
Von Krofdorf nach Gießen: Hier hat man sich richtig Mühe gegeben, Quatsch zu machen. Der Weg könnte mindestens 50 cm breiter sein: Leitplanke an den Rand, Bügelkröpfung in den Radweg hinein beseitigen.
Von Krofdorf nach... 
Von Gießen nach Krofdorf: Hier die Historie: Schild in den Weg gestellt, Radweg drumherum. Schild hochgesetzt und Sichtblende installiert. Sichtblende unterbrochen und Gebüsch angepflanzt. Das fällt einem alleine nicht ein!
Von Gießen nach... 

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Kommentare zum Beitrag

Andrea Mey
11.058
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 22.02.2021 um 22:57 Uhr
Ehrlich gesagt, ich bin mittlerweile nur noch Freizeitradler und suche mir meine Radwege weit weg von der Stadt aus.
Seit der Corona Pandemie sind die Radwege rund um Gießen sowieso hoffnungslos überfüllt (wo kommen plötzlich all diese Menschen her???).
Auf dem Land kann man immerhin noch recht gefahrlos radeln, das Fahrrad als Verkehrsmittel kommt für mich unter den derzeitigen Bedingungen nicht mehr in Frage!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Dieter Bender

von:  Dieter Bender

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