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„Mixed Voices“ - back from Manila – ein Reisebericht

Die Begrüßung am Flughafen in Manila
Die Begrüßung am Flughafen in Manila
Wettenberg | Unglaublich emotional und sehr tränenreich war der Abschied der “Mixed Voices“ von den „UP Manila Chorale“, die es sich nicht nehmen ließen, am 29. Februar vollzählig ihre neu gewonnenen deutschen Freunde am Flughafen in Manila zu verabschieden.
Besonders schon der Empfang durch eine Abordnung der „UPMC“, die ihre deutschen Gäste eine Woche zuvor dort mit einem Banner und einem Ständchen begrüßten. Groß war die Wiedersehensfreude vor allem bei denjenigen, die in 2018 bereits Mitglieder der „UPMC“ während ihrer 9ten Europatournee bei ihrem Halt in Gießen und Umgebung beherbergt hatten.
Nach kurzem Stopp im Hotel stand in der „Tap Station“ in der Nähe des Hotels ein spätes leckeres Abendessen bereit und das ein oder andere gemixte Kaltgetränk zischte nach der langen Anreise durch die trockenen Kehlen. Lange ausschlafen war allerdings nicht, bereits um 8 Uhr früh am nächsten Morgen brachte der Bus die „Mixed Voices“ zu einem musikalischen Workshop mit Kindern der „PARC Foundation“. Diese hat es sich als Vorreiter zur Aufgabe gemacht, die Entwicklung der darstellenden Künste im Land von jungen philippinischen
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Künstlern zu fördern. Mit Feuereifer waren die Kinder bei der Sache und studierten gemeinsam mit den „Mixed Voices“ denTitel „A million dreams“ aus dem Musicalfilm „The greatest showman“ ein. Zu einem kurzweiligen Welcome-Lunch luden im Anschluss die „UPMC“ in das Restaurant „Max´s Orosa“. In einer allgemeinen Vorstellungsrunde bekamen alle Gesichter einen Namen, bevor der kulinarischen Einlage gesangliche und spielerische folgten, besonders zu erwähnen sei hier der „Coconut man“ in Person von Mark Fabian.
Nach einem frühen Dinner brachte der Bus die Reiseteilnehmer zum „International Bamboo Organ Festival“ in die St. Joseph Parish Church in Las Piñas mit ihrer berühmten, in Deutschland restaurierten Bambusorgel. Anschließend an diesen musikalischen Genuss fielen die SängerInnen nach der Rückkehr ins Hotel todmüde in sämtliche Betten, diesmal mit der Aussicht auf ausreichend Schlaf.
Am nächsten Morgen trafen sich die Protagonisten nämlich erst um 10 Uhr vor dem Hotel zur ersten Sightseeingtour in das Fort Santiago. Stilecht abgeholt von den in Manila allgegenwärtigen Jeepneys. Bei diesen handelt es sich um im 2ten Weltkrieg ausrangierte und zurückgelassene Jeeps der Amerikaner, die ein findiger Filippino zu einem Personenbeförderungsmittel
Spendenübergabe bei der "Virlanie Foundation"
Spendenübergabe bei der "Virlanie Foundation"
umbaute und die seitdem rege Nachahmung finden und den horrenden städtischen Verkehr dominieren. Kundig geführt von Ian Gines verbrachte die Gruppe einige Zeit in der sehr interessanten Festung in dem von einer Mauer umgebenen Stadtteil Intramuros. Die Lunchtime beging man im Anschluss im Bistro „Ang Sa Remedios“, begleitet von den südamerikanischen Weisen eines Trios und mit dem traditionellen philippinischen Dessert „Halo-Halo“, optisch allemal eine Augenweide.
Kurzes Relaxing im Hotel und dann die erste gemeinsame Probe mit den UPMC im PGH Nurses Home. Zunächst getrennt, später gemeinsam, um sich bei dem deutschen Titel „Wunder geschehn“ bzw. dem philippinischen Weihnachtslied (das dort zu allen Zeiten gerne gesungen wird) „Payapang Daidig“ auf das kommende gemeinsame Konzert einzustimmen. Vor Ort fand am Abend in gemischter Runde das gemeinsame Dinner statt, bei dem sich die deutsche Gruppe auf das lebhafteste mit ihren philippinischen Gastgebern austauschte.

Die Nachtschwärmer kamen am späten Abend noch im Oarhouse Pub mit einer weiteren philippinischen Spezialität „Chicken lsaw“ und dem ein oder anderen Pitcher mit Cocktail auf ihre Kosten. Als heroes of the late night probierten sie auf Holzspieße aufgefädelte,
Die Mitglieder von "Vocal Pur" und ihren "Youngsters"
Die Mitglieder von "Vocal Pur" und ihren "Youngsters"
gegrillte Hühnerdärme, im Geschmack an gebratene Hühnerleber erinnernd, also wenn man nicht um den Ursprung weiß…….. Übrigens versuchte sich der ein oder andere im Verlauf der Reise auch mit dem Genuss eines Balut, einem angebrüteten, gekochten Entenei. Der Rest ist Schweigen.
Wer den nächtlichen Ausflug gut überstanden hatte, fand sich am nächsten Morgen zum Besuch des National Museum of Anthropology ein und erhielt einen ausführlichen Einblick in die philippinische Geschichte. Im Tambayan Restaurant gab es ein wohlschmeckendes Mittagessen, beim kurzen Aufenthalt im Hotel sammelte man alle Kleidungsstücke und Accessoires für das am Abend bevorstehende Konzert mit den „UPMC“ ein. Hatte man erwartet, im St. Scholastica´s College in einer Kirche zu singen, wurde man von der ca. 500 Besucher fassenden St. Cecilia´s Hall völlig überrascht. Um so mehr freuten sich alle auf das kommende Event und waren zu Recht begeistert, denn der ehemalige Dirigent der „UPMC“ Eman de Leon war extra aus Amerika angereist und ließ es sich nicht nehmen, das mit Solistin Dani Manger und beiden Chören in der Landessprache gemeinsam vorgetragene „Payapang Daidig“ persönlich zu dirigieren. Die Zuschauer in der gut gefüllten Hall quittierten die
Der Abschied
Der Abschied
Darbietungen mit langanhaltendem Beifall und noch lange nach Konzertende gab es Fotosessions mit allen Beteiligten und eine sehr emotionale Ansprache von Eman, für den ein Traum in Erfüllung ging. Ursprünglich hatte er mit Patrick Schauermann, dem Dirigenten der „Mixed Voices“ scherzhaft darüber gesprochen, einmal einen deutschen Chor nach Manila zu bringen. Aus diesem gemeinsamen Traum entstanden in 2019 die „Mixed Voices“ aus Mitgliedern aller Schauermann´schen Chöre, die seit einem Jahr auf dieses Ziel hin geprobt hatten, auf eigene Kosten auf die Philippinen gereist sind und hier diese wundervolle Zeit erleben durften. Die größte Gruppe stellten dabei die Mitglieder von „Vocal Pur“ und ihren „Youngsters“, die diese Reise mit 14 Personen angetreten hatten.
Der Mittwochmorgen stand ganz im Zeichen des erneuten Ausflugs in das historische Stadtviertel Intramuros mit vielen Sehenswürdigkeiten aus der spanischen Kolonialzeit sowie der imposanten Kathedrale. Der Besuch des Restaurants „Barbara´s Heritage“ zum Lunch rundete diese Eindrücke ab.
Am Nachmittag fand bei der „Virlanie Foundation“ die Spendenübergabe der beim Benefizkonzert im Januar 2020 in Gießen gesammelten Spenden statt. 5 Abgesandte der „Mixed Voices“ überreichten einen beachtlichen Scheck über 300.000 PHP (ca. 5480.-€), sehr zur Freude der Verantwortlichen der Stiftung. Dies ist eine 1992 gegründete private, gemeinnützige Organisation, die sich mithilfe mehrerer Programme für die Rechte und das Wohlergehen von Straßenkindern auf den Philippinen einsetzt, da in Manila ca. 50% der über 11 Millionen Einwohner in Slums wohnen. Daher können die gesammelten Gelder bestens für die Belange der Kinder eingesetzt werden und kommen vor allem ohne Umwege oder etwaige Verwaltungskosten direkt an ihrem Bestimmungsort an.
Die restlichen Chormitglieder besuchten in der Zwischenzeit eine der riesigen Einkaufsmalls, um sich dort dem Kaufrausch hinzugeben. Im Nachhinein musste man erfahren, dass zwei Tage später genau in dieser Mall eine Geiselnahme mit Toten stattfand, von der unsere Reisenden Gottseidank verschont blieben. Ebenso übrigens auch von einem Vulkanausbruch oder anderen Eventualitäten, wenn Engel reisen…….
Der letzte Tag in Manila begann mit dem Besuch des weitläufigen Rizal Parks, dem größten Park Manilas mit einer großen historischen Bedeutung für die junge Nation der Philippinen. Zum Lunch fand man sich erneut im Tambayan Restaurant ein, zum Dessert wurde ein extra aus einem anderen Shop herbeigezauberter, lecker Schokokuchen kredenzt. Und dann kam ja noch das Konzert in der Parc Foundation, auf das besonders die Kinder mit ihrem Part hin fieberten und diesen bravourös absolvierten, obwohl sie vorher noch nie in einem Chor gesungen hatten. Spätestens bei „We are one“ öffneten sich vor lauter Rührung alle Schleusen auch bei den UPMC und bei derart vielen Emotionen seitens des Publikums konnten die „Mixed Voices“ gerade noch so ihr Programm beenden, das mit „Oh happy day“ ihren wunderbaren Auftritt perfekt abrundete. Im Anschluss gaben die UPMC zwei ihrer Stücke zum Besten und beschlossen dann zusammen mit ihren deutschen Gästen diesen zweiten gemeinsamen Auftritt.
Die UPMC hatten weder Kosten noch Mühen gescheut, um ihren deutschen Besuchern ein ansprechendes und umfangreiches Programm zu bieten. Daher organisierten sie am letzten Tag einen Aufenthalt im Rama Beach Resort in Zambales an einem Traumstrand. Die ca. 5stündige Busfahrt dorthin hatte sich mehr als gelohnt und so plantschten die SängerInnen mit ihrem philippinischen Freunden zunächst vergnügt im südchinesischen Meer. Am Abend gab es nach dem Dinner noch mehrere spontane Tanz- und Gesangseinlagen, bevor man die letzte Nacht bei lauen Temperaturen gemütlich am Strand ausklingen ließ. Am frühen Morgen fanden die meisten Beteiligten schlussendlich ins Bett, manche auch gar nicht, zu schön war dieses gemeinsame Erlebnis.
Am Samstag, dem Abreisetag der „Mixed Voices“ servierte das Team des Rama Beach Resorts zum Abschluss ein typisch philippinisches Mahl. Appetitlich angerichtet auf Bananenblättern wurde aufgehäufelter Reis versehen mit gegrillten Köstlichkeiten wie Tintenfisch, Garnelen, Tunfisch, Spareribs, Hähnchenschenkeln und verschiedenen Gemüsen. Zum Dippen stand eine würzige Sojasoße mit Knoblauch und Chilis bereit und zur Gaudi aller wurde mit den Fingern gegessen. In froher Runde gruppierten sich also alle um die reichlich gedeckten Tische und ließen es sich munden.
Leider hat alles ein Ende, also brachte der Bus unsere Gruppe von Zambales aus auf direktem Weg zum Flughafen zurück. Sichtlich gerührt dankte Lorenz Edward Sarrondo, der musikalische Leiter der UPMC den deutschen Gästen für ihren Besuch, voller Vorfreude auf den voraussichtlichen Gegenbesuch in Deutschland in 2021. Auch seitens der „Mixed Voices“ kam ein sehr emotionales, dickes Dankeschön von Chorsprecherin Jutta Müller, die sich im Namen aller für diese unvergessliche Reise und die unglaubliche Gastfreundschaft der Filipinos bedankte. Dieser Trip wird uns noch lange in bester Erinnerung bleiben und das Erlebte werden wir wohl nie mehr vergessen.
Daher möchten wir nochmals danke sagen: An Patrick, der uns mit der verrückten Idee, einen zusammengewürfelten Haufen auf die Philippinen zu bringen und mit einer eingeschworenen Truppe die Rückreise angetreten hat, ein unvergessliches Erlebnis bescherte. An Jutta, die mit den Flugbuchungen und der Einkleidung der Reiseteilnehmer mit den Chor-T-Shirts einen unglaublichen Aufwand bewältigt hat. Und bei allen aktiven und ehemaligen UPMCs, die uns eine fantastische Gastfreundschaft entgegengebracht, uns bestens versorgt und begleitet und uns alle Wünsche buchstäblich von den Augen abgelesen haben. Nicht zu vergessen ihre engelsgleichen Stimmen, die während der Reise immer und überall zu hören waren.
Um es mit dem Text von „We are one“ zu beschließen: Goodbyes are hard to say, but I know, it´s only for a time, we will meet again some day…………………..

Wer sich einen Eindruck von dieser einzigartigen Reise verschaffen will, kann dies auf facebook oder youtube tun, man findet uns unter "Mixed Voices", die mit der Note im Logo.

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von:  Andrea Ohrisch

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Interessensgebiet: Wettenberg
Andrea Ohrisch
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