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Holzerlebnishaus, Umweltbildungszentrum und Klimawerkstatt unter einem Dach

Der Beirat des Holz- u. Technikmuseums informierte sich zusammen mit dem Museums-Team über das Jahr 2019
Der Beirat des Holz- u. Technikmuseums informierte sich zusammen mit dem Museums-Team über das Jahr 2019
Wettenberg | Seit Januar 2006 wird die Arbeit des Holz+Technik Museums durch einen Beirat unterstützt. Dieser setzt sich aus 14 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Industrie sowie Regional- und Strukturpolitik zusammen. Die Mitglieder begleiten in unterschiedlichen Funktionen das Museum und treffen sich jeweils im 1. Quartal, um sich einen Überblick zur abgelaufenen Periode zu verschaffen.

Mit dabei auch Wettenbergs Bürgermeister Thomas Brunner, der in seiner Begrüßungsansprach wiederholt ein positives Resumee über die Zusammenarbeit mit dem HTM zog und keine Zweifel über die Bereitschaft der Kommune aufkommen ließ, die im Ortsteil Wißmar ansässige und zumindest in Hessen einmalige Einrichtung – so Brunner wörtlich – „mit relativ kleinem Geld“ zu unterstützen.

Museumsleiter Dieter Mülich, gleichzeitig Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins „Freundeskreis Holz- u. Technikmuseum Wettenberg e.V.“ bekräftigte die Entschlossenheit des Gemeindeoberhauptes mit der Offenlegung des Betriebsergebnisses 2019, das erneut ein Resultat „ganz dicht an der schwarzen Null“ ausweist. „Durchaus keine Selbstverständlichkeit
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für eine Kultur- und Bildungseinrichtung dieser Art“, betonte Mülich, wissend, dass vergleichbare Insitutionen nicht selten mit signifikanten Jahresdefiziten zu kämpfen haben. Mitverantwortlich für das gute Abschneiden sind die dreimal jährlich stattfindenden Dampf- und Gattertage, die 2019 rund 2.000 Besucher –vornehmlich Familien – anlockten und zusammen mit zahlreichen Kindergeburtstagen und Fortbildungsveranstaltungen dazu beitrugen, dass die Gesamtbesucherzahl des vergangenen Jahres erneut bei der 10.000er-Marke angesiedelt ist. „Dabei sind wir freilich in personeller Hinsicht hart an der Kapazitätsgrenze“, wusste der Museumsleiter zu berichten und unterstrich damit die Wichtigkeit von 4.000 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden im Berichtszeitraum.

Der reine Museumsbetrieb zu den üblichen Öffnungszeiten (So, Di, Do jeweils 11-17 Uhr) mit zahlreichen Einzel- und Gruppenbesuchern und den auf Wunsch stattfindenden Führungen ist freilich nur eine Säule. Dank der Kooperation mit dem Landesbetrieb Hessen Forst und seiner Waldpädagogin Rita Kotschenreuther wurden auch in 2019 sehr viele Veranstaltungen in der Schul- u. Erwachsenenbildung – auch auf internationaler Ebene – durchgeführt. Stellvertretend hob die Waldpädagogin
Aufgelockerte Gesprächsrunde im Museums-Bistro nach zweistündiger Beiratssitzung
Aufgelockerte Gesprächsrunde im Museums-Bistro nach zweistündiger Beiratssitzung
die Zusammenarbeit mit dem Studienseminar Gießen, der Alicenschule Gießen und der Gesamtschule Gleiberger Land hervor. Rita Kotschenreuther ist es auch, die im vergangenen Jahr Hessen Forst und Museum zu den Themen „Waldpädagogik, Umwelt- u. Klimaschutz“ bei externen Veranstaltungen wie beispielsweise „Straße der Experimente“ oder „Tag der Regionen“ (beides in Gießen) repräsentierte. Aktuelles Landesprojekt ist die „Klimawerkstatt“, in deren Rahmen an verschiedenen Schulen mehrere anschauliche und praxisorientierte Unterrichtseinheiten durchgeführt werden.

Seit 2007 ist das Wettenberger Holzerlebnishaus als „Regionales Umwelt-Bildungszentrum“ zertifiziert und steht damit Schulen, die sich in das Programm „Umweltschule“ einbringen wollen, zur Beratung zur Verfügung. Museumsbeauftragter Marc Schäm berichtete über zunehmendes Interesse in allen Schulformen: Im Vorjahr zählte das Land Hessen 220 schulische Einrichtungen, die sich um die von der Hess. Landesregierung vergebene Auszeichnung „Umweltschule“ bewarben. Im mittelhessischen Raum betreute Marc Schäm insgesamt 17 Schulen in Stadt und Landkreis Gießen sowie im Lahn-Dill-Kreis.

Seit mehreren Jahren ist Prof. Eberhard Seidel als stellvertretender Museumsleiter und 2. Vorsitzender des HTM-Freundeskreises für die Koordination des mittelhessischen Netzwerkes „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ zuständig. Zu diesem Kreis zählten Ende 2019 knapp 60 Institutionen, die seit Bestehen der vom Land Hessen geförderten Initiative zirka 300 Bildungsangebote in Sachen „Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit“ für KiTas, Schulen u. Einrichtungen zur Erwachsenenbildung auf die Schiene gesetzt haben.

Abseits allen museums- und bildungsorientierten Engagements ist das Holzerlebnishaus dennoch nicht problemfrei: Das seit geraumer Zeit verfolgte Vorhaben „Personenaufzug zum im Obergeschoss gelegenen Seminarraum“ zur Schaffung der dringend erforderlichen Barrierefreiheit musste zuletzt aus finanziellen Gründen auf Eis gelegt werden. Umso erfreulicher, dass sich in der Abschluss-Diskussion der Beiratsmitglieder neue Ansatzpunkte für Realisierung und Förderung dieses Projektes zeigten. In diesem Zusammenhang signalisierte u.a. auch Landrätin Anita Schneider zielgerichtete Unterstützung.

Der Beirat des Holz- u. Technikmuseums informierte sich zusammen mit dem Museums-Team über das Jahr 2019
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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.652
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 04.03.2020 um 10:16 Uhr
Danke für den sehr informativen Beitrag.

Ich bin gerne im Museum.

Habe es schon einmal angemerkt: Ich finde es sollte - gerade wegen der angesprochenen "Klimawerkstatt" - in jedem Artikel angemerkt werden, dass das Museum mit dem OEPNV gut erreichbar ist. (Macht wenig Sinn mit dem Auto ein Nachhaltigkeitsmuseum anzusteuern!)
Martin Wagner
2.652
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 04.03.2020 um 10:25 Uhr
Kurz zu dem Halbsatz (....) " „Personenaufzug zum im Obergeschoss gelegenen Seminarraum“ " (....)

Natürlich sollen Rollstuhlfahrer, Rollatorennutzern und Kinderwagenschieber auch in den 1. Stock kommen können.

Ich frage mich nur: Ist dafür wirklich ein "Stromschlucker" nötig?

Nur einmal so eine Idee: Vielleicht könnte einmal jemand die zu überwindende Geschosshöhe ausmessen, die gesetzlich vorgeschriebene Höchststeigungsrate für Rollstühle ansetzend daraus die Meterzahl für ein Rampe ausrechnen und dann einmal vor Ort nachsehen, ob diese lange Rampe nicht (natürlich aus Holz hergestellt) vielleicht doch auf dem Gelände irgendwo an den 1. Stock anschliessbar ist.

Warum eine Rampe:

1. Aufzüge sind sündhaft teuer!
2. Nach dem Bau einer Holzrampe ist der Betrieb billiger (Aufzüge sind reparaturanfällig)!
3. Brauchen wir für Alles Strom?
262
Gerold Rentrop aus Wettenberg schrieb am 04.03.2020 um 12:29 Uhr
Hallo Herr Wagner,
schönen Dank für die Anmerkungen. Bei dem Bericht handelt es sich um eine reine Nachlese. Im Falle von Ankündigungen (z.B. Dampf- u. Gattertage) scheint der Hinweis auf ÖPNV (Buslinie 801, Haltestelle Holz- und Technikmuseum (5 Minuten Fußweg) eher
angebracht. Dies ist z.B. auch auf der HTM-website notiert.
Die Anregung "Rampe" wurde zur Prüfung weitergegeben. Wegen
der zu überwindenen Höhe scheint aber die Realisierungsmöglichkeit eher in Frage gestellt.
262
Gerold Rentrop aus Wettenberg schrieb am 05.03.2020 um 12:03 Uhr
Hallo Herr Wagner,
und hier die Berechnung:
Rampensteigung: Vorgabe max. 6%
Geschosshöhe: 4m
Rampenlänge: 66,67 m
Rampenlänge > 66m, zusätzlich sind 11 Zwischenpodeste à 1,50m notwendig.
Rampenlänge ges.: 83,17m
Martin Wagner
2.652
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 06.03.2020 um 09:45 Uhr
Danke Herr Rentrop für Ihre technischen Angaben.

War zwar mehrmals zu Gast; habe die Örtlichkeiten aber nicht genau vor meinem geistigen Auge.

Sind es wirklich 4 Meter Höhe? Gut 80 Meter Rampe sind schon eine Nummer. Da habe ich Bedenken, dass die Rampe gestalterisch an das Haus "passt".

Was ich aber vor Jahren einmal gesehen habe war eine Reduzierung der zu überwindenden Höhe durch Anpassung des Aussengeländes beim Start der Rampe. Das war clever gemacht.

Ungefähr einen Meter (habe es aber nicht gemessen) wurden durch eine Aufschüttung hin zu einer Stützmauer (erinnere mich daran, denn es war eine sehr schön gemachte Trockenmauer, die als Windschutz für eine Ruhebank diente) im Gelände überwunden bevor dann die optisch "auffällige" Rampe begann. (Der anrampende Weg zum Startpunkt wäre doch ohne Schwierigkeiten auf der Freifläche ums Haus anzulegen.)

Richtig ist es, dass der "Schieber" nach den Vorschriften nach soundso vielen Laufmetern ein Podest zum "ausruhen" braucht.
Ist die "geforderte" Lauflänge kürzer, dann sind auch wenigere Zwischenpodeste notwendig. Was wiederum die Gesamtlänge reduziert.

Welche Grundfläche am Haus selber stände eventuell für eine Außenrampe zur Verfügung? Nur eine Hausseite oder zwei oder sogar drei Hausseiten? (Ist wohl auch eine Frage wo im 1. Stock der Wanddurchbruch zur Rampe ausführbar ist bzw. wo im Grundriss der Rampenstart einplanbar wäre.)

Zuerst denkt mann / frau natürlich an eine "Einbahn-Rampe" - sprich der Nutzer geht immer in einer Richtung nach oben - aber bei entsprechender Breite sind zwei Fahrrichtungen vorstellbar. Das heisst ab Start wird auf der Rampe "zum Haus hin" rauf gefahren bis zum ersten Podest, dort wird die "Fahrtrichtung gewechselt" und es geht (im Grundriss gesehen) "auf der Seite vom Haus weg" wieder zum Startpunkt zurück. (Aber wir sind dann zwei Teilsteigungen höher.)

3 Teilstrecke - wir sind wieder die Grundflächenlänge vom Start weg. Vielleicht kann dann die Hausseite (damit die Rampe nicht so wuchtig aussieht) gewechselt werden; sprich auf dem dritten Podest geht es um eine Hausecke auf der anderen Hausseite weiter.

Das kann sich dann wiederholen!

Vorsorglich zu dem sicher zu erwartenden Einwand. Gut wir brauchen bei diesem Ansatz eine breitere Grundfläche (eben für zwei Fahrwege); das wird dann in der Optik zu massiv. Da ist etwas dran. Ich erinnere mich aber an die von mir beschriebenen Lösung auf Rampen zwischen zwei Bahnschienen (Rampen führen zu einem Überweg). Bekanntlich ist so ein Zwischenbahnsteig nicht sehr breit (und zumeist technisch nicht die Bahnstränge auseinander zu ziehen). Und trotzdem war es möglich.

Noch ein Argument: Von der Tragfähigkeit aus gesehen dürfte als Baumaterial Holz (was ja nahe liegt) kein Problem sein. Otto Normalverbraucher verbindet da aber optisch gesehen eher massive Lösungen. Ich denke die meisten Mitbürger denken dann an Balkone aus Holz, welche oft nicht besonders "elegant" aussehen. Das muss aber nicht sein, denn der ausführende Zimmermann "arbeitet" in der Regel mit viel zu viel Reserven in seinen "Ansätzen". Aber in Giessen gibt es doch eine FH und dort eine Fachrichtung "Bau". Ich denke da wäre ein Professor zu engagieren, der ein paar Studenten das durchrechnen läßt, damit die Rampe nicht so klotzig aussieht.

Vielleicht lohnt es sich "die Geschichte" doch einmal durch zu denken und eventuell durch zu rechnen.
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