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Auch unter Thomas Brunner soll Wettenberg Vorreiter bleiben

Wettenberg | Er ist einer, der Dinge gerne anpackt, der gerne gestaltet und verändert. In Wettenberg hat Thomas Brunner schon viel gestaltet und verändert: Seit 1994 arbeitet er als Verwaltungsleiter der Gemeinde, hat kurz nach seinem Arbeitsbeginn die Wirtschaftsförderungsgesellschaft ins Leben gerufen, deren Geschäftsführer er bis heute ist. Da lag es nahe, dass die SPD Wettenberg entschieden hat, dass Brunner Nachfolger des scheidenden Bürgermeisters Gerhard Schmidt werden soll. Denn: Wettenberg kennt er mindestens genauso gut wie seine Heimatgemeinde Biebertal, wo er mit seiner Frau und seiner elfjährigen Tochter im Haus der Schwiegermutter in Frankenbach lebt.
Aufgewachsen ist der heute 45-Jährige in Gießen, bereits mit 14 Jahren zog er aber mit seinen Eltern nach Frankenbach. Nach dem Abitur an der Ricarda-Huch-Schule und dem Wehrdienst in Wetzlar besuchte Brunner die Verwaltungsfachhochschule Wiesbaden. Danach arbeitete der Diplom-Verwaltungswirt beim Regierungspräsidium in Gießen. Dort war er in den unterschiedlichsten Aufgabenfeldern tätig, von der Hoheitsverwaltung über die Abfallwirtschaft bis zum Schluss im Organisationsdezernat. Auch als Vorsitzender des Personalrates war Brunner in seiner Zeit beim RP aktiv.
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1994 folgte der Wechsel nach Wettenberg, nun, nachdem Gerhard Schmidt entschieden hat, nicht für eine weitere Amtszeit anzutreten, die Kandidatur als Bürgermeister. "So kann ich meine berufliche Tätigkeit mit meinem ehrenamtlichen Engagement zusammenführen". Denn Brunner ist nicht nur ein Fachmann in Verwaltungsangelegenheiten, sondern auch in der Kommunalpolitik kein unbeschriebenes Blatt. Bis 1994 war er Beigeordneter im Biebertaler Gemeindevorstand, seitdem sitzt er für die Sozialdemokraten als Fraktionsvorsitzender im Gemeindeparlament. Seit 2005 ist er außerdem Kreistagsabgeordneter, seit 2006 Ortsvorsteher von Frankenbach. Wie ein Bürgermeister-Wahlkampf aussieht, hat er schon 2005 erfahren: Damals trat er in Biebertal um die Wahl zum Rathauschef an, unterlag in der Stichwahl dem parteilosen Thomas Bender. "Die Kandidatur in Biebertal war nicht wirklich vorbereitet", reflektiert er heute. Es sei aber nicht anders zu lösen gewesen, als Helga Lopez überraschend erklärt habe, nicht mehr weitermachen zu wollen. "Meine Partei hatte bestimmte Anforderungen an mich als Fraktionsvorsitzenden".
"Ich bin in Wettenberg präsent. Meine Tage verbringe ich in Wettenberg, meine Abende in Biebertal". Ob das im Falle einer Wahl so bleiben wird, steht noch nicht fest. Brunner jedenfalls ist sich bewusst, dass viele Bürger an ihren Bürgermeister die Erwartung haben, dass er auch in der Gemeinde wohnt. "Ich will nichts ausschließen", sagt Brunner, denn diese psychologische Komponente dürfe man nicht unterschätzen. Wenn, dann müsse das aber gut überlegt und gut mit der Familie abgestimmt werden. Denn die Familie hat für Thomas Brunner einen hohen Stellenwert. "Ich bin ein echter Familienmensch". Gemeinsame Freizeit lässt sich der Sozialdemokrat nicht nehmen. "Ich manage meine Termine, dann geht das schon". "Ich bin sehr gewissenhaft darin, wenn es darum geht, das gemeinsame Mittagessen zu pflegen", sagt er. "Da lasse ich mir auch nur sehr ungern Termine reinlegen". Brunner nutzt diese gemeinsame Zeit mit der Familie, um den bisherigen Tag zu reflektieren und Dinge zu besprechen. Die Nähe zu seiner Familie ist ihm sehr wichtig; die Eltern leben im selben Ort, das Haus seiner Schwester kann er vom Fenster aus sehen.
Wenn Thomas Brunner ansonsten noch Zeit bleibt, fährt er gerne Fahrrad oder beschäftigt sich mit dem Thema EDV, das ihn schon seit seiner Schulzeit fasziniert. "Ich baue auch heute noch alle meine Rechner selber". Darüberhinaus ist der 45-Jährige begeisterter Hobbyfotograf.
Auch bei seiner Arbeit ist Brunner ein echter "Netzwerker". Besonders wichtig ist es ihm, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Erst kürzlich hat er selbst bei einem Aktionstag mit Hand angelegt und im Kindergarten Finkenweg eine Treppe installiert. "Ich arbeite gerne körperlich". Das sei ein guter Ausgleich zur Kopfarbeit im Büro, mache den Kopf frei, schaffe den den nötigen Ausgleich.
Wenn er gewählt wird, will er Vieles, was erfolgreich begonnen wurde, fortsetzen, aber auch eigene Akzente setzen. "Meine Art, Dinge anzugehen, ist anders als die von Gerhard Schmidt", betont er. Brunner setzt auf Dialog, weswegen er unbedingt Bürgersprechstunden und die Verwaltungsstellen in den Ortsteilen erhalten will. "Ich möchte, dass die Menschen wissen, dass sie jederzeit zu ihrem Bürgermeister kommen können". Von Seiten der Wirtschaftsförderung möchte Brunner die Komponente Tourismus stärken. Gerne möchte er in Wettenberg ein Hotel auf hohem internationalen Standard errichten, um Übernachtungsplätze für die besonderen Gäste und Partner große Firmen und Wellness-Wochende zu bieten. Es gehe ihm dabei nicht um ein 400-Betten-Haus, denn die Wettenberger Hotellandschaft sei sehr gut und decke einen großen Teil des Bedarfs ab.
Den Edeka-Markt in Krofdorf will Brunner unbedingt in der Hauptstraße halten. "Es wird wieder mehr Menschen geben, die ihren Einkauf zu Fuß erledigen möchten", ist er angesichts des demographischen Wandels überzeugt. Auch in Wißmar und Launsbach soll ein Nahversorgungsangebot gesichert werden. Brunner ist Befürworter von interkommunalen Gewerbeflächen, da es wichtig sei, die Wertschöpfung der gesamten Region zu nutzen. Großflächige Nachfragen könne man ohnehin nicht über Wettenberg bedienen, da es hier auch darauf zu achten gelte, den Naherholungswert und die Lebensqualität der Gemeinde zu erhalten. Gemeinsam mit den anderen Gemeinden des "Gleiberger Landes" schwebt es Brunner vor, eine Lösung zu entwickeln, die benötigte Energie selbst zu erzeugen. "Ich glaube, dass wir uns komplett selbst versorgen könnten". Thomas Brunner sieht auch in kleinen Schritten Sinn: Oft sei es der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, der die Blicke auf sich ziehe und andere motiviere, mitzuziehen. Eines soll Wettenberg in der Region auf jeden Fall bleiben: Vorreiter.

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von:  Sabine Glinke

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Sabine Glinke
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