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GZ-Naturwanderung: Was wächst, fliegt und piepst denn da?

Tim Mattern erläutert den Teilnehmern den Aufbau des Kammgrases.
Tim Mattern erläutert den Teilnehmern den Aufbau des Kammgrases.
Wettenberg | Leider nur auf geringe Resonanz ist die erste GZ-Naturwanderung mit Tim Mattern am Sonntagmorgen gestoßen. Nicht gering waren dagegen die zahlreichen Informationen über die heimische Natur, die die Teilnehmer von Mattern, der unter anderem beim Naturschutzbund aktiv ist, bekamen. Von der Grundschule in Krofdorf führte die Route über den am Gleiberger Hang entlang zum Naturschutzgebiet "Holzwäldchen" und wieder zurück. Auf der rund sieben Kilometer langen Strecke nahm sich der Referent jede Menge Zeit, den Wanderern die heimische Natur zu erläutern, Vogelstimmen und Pflanzenarten vorzustellen und auch die verschiedenen Formen der Bewirtschaftung zu erklären. Mattern ist auch Mitglied in der Interessensgemeinschaft "Rotes Höhenvieh" und so lag es nahe, dass die Gruppe auch an einer Herde der Rinder vorbeizog. Während die Rinder im Schatten dösten, zeigte der Naturschützer verschiede Rassemerkmale des Höhenviehs auf. Die Gruppe erfuhr den Unterschied zwischen hochwachsenden und niedrigwachsenden Pflanzen, etwa zwischen scharfem Hahnenfuß und kriechendem Hahnenfuß, Rotklee und Weißklee. Breitwegerich, Spitzwegerich,
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Scharfgarbe, Hirtentäschel, Kammgras und Glatthafer waren nur einige Arten, die Mattern vorstellte. Eine Seltenheit präsentierte er mit dem Klappertopf, einer Pflanze, die auf der Roten Liste der bedrohten Arten steht. Er machte deutlich, dass es mit der Art der Bewirtschaftung einer Fläche zu tun hat, ob Pflanzen höher wachsen oder tief am Boden und erläuterte den Konflikt zwischen Bewirtschaftung und Natur, schließlich kennen alle die Horrornachrichten von Rehkitzen, die dem Mähwerk zum Opfer gefallen sind.
Auch verschiedene Vogelstimmen brachte er den Wanderern näher - egal, ob der Ruf des Kuckucks oder des Zilp-Zalps, die ihren Namen rufen oder der Warnruf von Buchfink oder Goldammer - man erhielt einen anschaulichen Einblick in die Vogelwelt. Im Naturschutzgebiet "Holzwäldchen" erklärte der Wanderführer die Entstehung des Bereiches aus einem ehemaligen "Katastrophengebiet" und stellte dort angesiedelten Arten wie Seefrosch, Kammmolch, Zwergtaucher, Bleßhuhn und Kreuzkröte vor, begleitet von einem lauten Froschkonzert. Letzte Station der Route war ein Ameisenhaufen, an dem Mattern über die nützlichen Insekten referierte und ihre Lebensweise erläuterte. Eine gelungene Tour bei strahlendem Sonnenschein, die allen Teilnehmern neue Erkenntnisse gebracht haben dürfte.

Tim Mattern erläutert den Teilnehmern den Aufbau des Kammgrases.
Das Rote Höhenvieh döst in der Sonne.
Tim Mattern zeigt einer Teilnehmerin den Glatthafer.
Eine seltene Art: Der Klappertopf.
Blick in ein Gerstefeld.
Gerstefeld mit Blick auf Burg Vetzberg.
Am Wegesrand gesichtet: Ein Imker am Bienenkasten.
Im Vordergrund eine blühende Robinie, im Hintergrund Burg Gleiberg.

Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
24.464
Peter Herold aus Gießen schrieb am 25.05.2009 um 17:42 Uhr
Sicher eine interessante Begegnung mit der Natur, mit der ich in Teilen hier im Garten zu kämpfen habe. Spitzwegerich und kriechender Hahnenfuss zum Beispiel, sind ganz schlimmes (Un-)kraut. Da hilft nur vernichten, denn sonst wird alles überwuchert.
Wäre gerne mitgewandert, aber seit einiger zeit machen die Knie das nicht mehr mit. Die Erklärungen zum roten Höhenvieh hätten mich interessiert, da ich in meiner Jugend im Allgäu Kühe hüten musste. Dort waren es aber nur so hellgraue oder schwarz/weiße.
Dr. Tim Mattern
629
Dr. Tim Mattern aus Wettenberg schrieb am 25.05.2009 um 18:07 Uhr
Sie können die Rinder gern bei anderer Gelegenheit besichtigen, Herr Herold.
Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 25.05.2009 um 19:51 Uhr
Im Garten sind diese Pflanzen tatsächlich mitunter ein Ärgernis, in der freien Natur sollte man sie jedoch lassen. Gerade Wegerich ist ja auch gut bei Husten :-)
Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 25.05.2009 um 19:52 Uhr
Und bevor ich es vergesse: Nochmal ein ganz dickes Dankeschön an den kompetenten Wanderführer für die tollen und lebendigen Erklärungen und die schönen Einblicke in unsere Heimat.
Wolfgang Heuser
6.054
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 25.05.2009 um 21:53 Uhr
Guter Beitrag und Information darüber, war eine informative Aktion durch die Natur geführt zu werden!
Peter Herold
24.464
Peter Herold aus Gießen schrieb am 26.05.2009 um 10:22 Uhr
Liebe Frau Glinke,
in meiner Schulzeit 1.- 2. Klasse auf dem Land im Allgäu sind wir mit dem Lehrer zum Sammeln von Spitzwegerich unterwegs gewesen. Auch Frauenmantel wurde gesammelt, um daraus Medizin herzustellen.
So ganz nebenbei bemerkt. Wir mussten auch auf die Kartoffeläcker um die Kartoffelkäfer sammeln, damit diese vernichtet wurden.
Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 26.05.2009 um 11:44 Uhr
Hallo Herr Herold,

das mit den Kartoffelkäfern kenne ich auch. Habe sie immer auf den Kartoffelpflanzen auf unserem Miniacker in unserem Garten abgelesen. Dieses Jahr habe ich noch keine gesichtet zum Glück.
Melanie Schneider
2.497
Melanie Schneider aus Gießen schrieb am 26.05.2009 um 11:53 Uhr
Wunderschöne Aufnahmen und ein prima Bericht. Das war ganz sicher ein tolles Erlebnis am Sonntag. Ich bin sicher, wenn so etwas wiederholt wird, ist die Resonanz größer.
Dr. Tim Mattern
629
Dr. Tim Mattern aus Wettenberg schrieb am 26.05.2009 um 16:13 Uhr
Gern geschehen, Sabine!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Sabine Glinke

von:  Sabine Glinke

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Interessensgebiet: Wettenberg
Sabine Glinke
5.280
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