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Zuhören und Zupacken - das ist Carsten Zörb

Wettenberg | Er ist ein echtes "Lützellindener Urgewächs", einer, der gerne anpackt, ein "echter Schwarzer", und einer, der auch mal querdenkt. Er ist kein Faschingsfan - und das, obwohl Carsten Zörb an einem Rosenmontag geboren wurde. Zum Interview empfängt der 36-Jährige in seinem Elternhaus in der "Schwarzen Hohl" in Lützellinden in Socken und lädt in die Küche ein. Die war einst sein Kinderzimmer, denn die Wohnung in dem Drei-Generationen-Haus, in dem Carsten Zörb mit seiner Frau und den zwei Kindern sowie seinen Eltern lebt, hat er selbst umgebaut. "Ein paar Wände raus, eine neue Wand rein - eigentlich haben wir nicht viel gemacht", erzählt er fast etwas zu bescheiden. Zörb ist einer, der Dinge gerne anpackt, der gerne ein sichtbares Ergebnis vor Augen hat. Eigentlich wollte er Architekt werden. Schließlich war sein Vater in der Baubranche und er ist "mit Zeichnungen aufgewachsen".
Nach dem Besuch der Brüder-Grimm-Schule in Kleinlinden wählte Zörb nicht wie 80 Prozent seiner Schulkameraden den Weg auf die Liebigschule, besuchte stattdessen die Friedrich-Feld-Schule. Schon während der Oberstufe hatte er einen außergewöhnlichen
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Job: Als Geldkurier für die Volksbank war er im ganzen Landkreis unterwegs. Dadurch griff eins ins andere: Er wurde von Seiten der Bank angesprochen, ob er denn nicht eine Ausbildung im Haus absolvieren wolle. "Ich habe nicht lange drüber nachgedacht, habe mir gesagt, "dann hast du erstmal was"." Viereinhalb Jahre arbeitete Carsten Zörb danach als Kundenberater in der Filiale in Watzenborn. Mit 26 kündig-te er und nahm das Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Fachhochschule Gießen auf. Nebenbei jobbte er weiter bei der Volksbank - in den Bereichen Wertpapiergeschäft und Electronic Banking. Nach sieben Semestern inklusive eines Auslandspraktikums in Luxemburg war das Studium schließlich beendet und "der Arbeitsmarkt war tot". Also blieb Zörb bei der Volksbank Gießen, bis diese mit der Wetterauer Volksbank zur Volksbank Gießen-Friedberg fusionierte. Ab 2003 war der Christdemokrat dann als Privatkundenberater für die R&V-Versicherung tätig, stieg später zum Firmenkundenberater auf. Über eine Internetjobbörse stieß er schließlich auf ein Stellenangebot für einen "Account Specialist" und bewarb sich. Seither arbeitet er für die Zeitarbeitsfirma Ranstad bei "Johnson Control Automotive" in Dautphetal. "Der Job fordert,
macht Spaß. Es ist toll, wenn man sozialpolitische Verantwortung hat und 100 Mitarbeiter in Lohn und Brot bringen kann". Die Mitgliedschaft in der CDU wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. "Ich bin ein echter Schwarzer, denn ich wohne in der Schwarzen Hohl", witzelt er. Sein Vater war Gründungsmitglied des CDU-Ortsvereins Lützellinden, sein Bruder Ortsvorsitzender. "Ich bin von der Pike auf da reingewachsen". Auch die Führung eines Wahlkampfes und der damit verbundene Aufwand sind ihm nicht fremd. Schließlich ist Zörbs Bruder bereits als Bürgermeisterkandidat in Rabenau angetreten und wurde von ihm im Wahlkampf unterstützt. "Ich gelte innerhalb der CDU als Quer- und Vordenker in Sachen Umwelt und Energie", beschreibt der Gießener Stadtverordnete, warum man ihn als Kandidaten nach Wettenberg geholt habe. Wettenberg sei auf diesem Gebiet sehr weit, seine "grüne Komponente" passe gut dorthin. "Wettenberg ist ein interessantes Pflaster. Viele schauen dorthin und wünschten sich, sie würden dort stehen, wo die Gemeinde steht". Dass Bürgermeister Schmidts Arbeit eine solide gewesen sei, sehe man auch daran, dass die CDU nie einen Gegenkandidaten gestellt habe. "Jetzt kommt ein Neuer und man sollte den Bürgern doch die Möglichkeit geben, wirklich zu wählen - bislang konnten sie immer nur abstimmen".
Hauptziele Zörbs sind die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Gemeinde und die flächendeckende Abdeckung mit Breitband-Internetzugängen. Doch damit nicht genug:"Ich will Wettenberg zu der familienfreundlichsten Kommune im Kreis machen". Neben einem flexiblen Angebot zur Kinderbetreuung gehört für ihn dazu die Schaffung von alternativen Wohnformen für ältere Menschen. Die Gemeinde sei hierbei fürs Netzwerkeln zuständig, müsse Ansprechpartner sein. Klar, dass auch die "grüne Komponente" auf der Agenda steht: "Ich möchte den Flächenverbrauch nicht überhand nehmen lassen". Es gelte, mit anderen Kommunen zusammenzuarbeiten und etwa Konversionsflächen gemeinsam anzugehen. Statt Neubaugebiete auszuweisen, möchte Zörb lieber den Bestand erhalten und versuchen, die Häuser im Ortskern auf einen modernen energetischen Stand zu bringen.
Doch kann sich das "Lützellindener Urgewächs" vorstellen, nach Wettenberg zu ziehen? "Vorstellen kann ich mir viel". Er wolle definitiv abwarten. Und dann werde er auch nicht auf Biegen und Brechen die erstbeste Immobilie kaufen. "Das muss schon im Gesamtpaket passen". Wenn Carsten Zörb Zeit hat, steht die Familie an obers-ter Stelle. "Meine Kinder sehe ich derzeit fast nur schlafend". Wenn er dann mal zu Hause sei tagsüber, müsse er schon mal als Hüpfburg herhalten. Und der schönste Platz sei immer noch an der Seite seiner Frau: "Das ist jetzt nicht einfach nur ein Spruch". Ansonsten spielt Carsten Zörb im Posaunenchor. Seit 20 Jahren engagiert er sich außerdem im "Christlichen Verein junger Menschen" (CVJM) in der Kinder- und Jugendarbeit. In den örtlichen Gottesdiensten bedient er auch schon mal gerne das Technikpult oder packt am Gemeindehaus mit an: Dort hat er gemeinsam mit einem Elektriker die Kabel verlegt und gepl-ant. "Das ist ein toller Ausgleich zum Kugelschreiberstemmen im Büro". Wenn man tagsüber geschuftet habe, sei es toll, abends die fertige Mauer zu betrachten.
Auf die Wahl am 7. Juni blickt er mit Zuversicht. Und er arbeitet für sein Ziel, macht fast täglich rund zwei Stunden Hausbesuche, hört den Wettenbergern zu und lässt auch eine Karte mit seinen privaten Nummern da. "Vielleicht bekommt Wettenberg dann ja doch mal einen schwarzen Bürgermeister!"

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Herzlichst, Ihr(e) Sabine Glinke

von:  Sabine Glinke

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Interessensgebiet: Wettenberg
Sabine Glinke
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