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Königskrönung in Rekordzeit

Noch führe ich mit der Nr. 9 das letzte Drittel an (Foto: Michael Rackl)
Noch führe ich mit der Nr. 9 das letzte Drittel an (Foto: Michael Rackl)
Wettenberg | Bei Kaiserwetter wurde beim 6. internationalen Kaitersberglauf der „Kine“ (König) in einer Rekordzeit von 32:46 Minuten „gekrönt“.

Es ist eine schöne Tradition, dass sich jeder Finisher des Kaitersberglaufes – bei Bad Kötzting im Bayerischen Wald – „Kine vom Kaitersberg“ nennen darf. Meine Krönung gelang mir in diesem Jahr zum vierten Mal, leider war mir die Teilnahme bei der Premiere und bei der 5. Auflage nicht möglich.

In diesem Jahr fand diese „Krönung“ in atemberaubender Zeit und so schnell wie noch nie statt. Nicht nur der Marathon-Weltrekord wurde in Berlin neu definiert, auch am Kaitersberg fiel der bisherige Streckenrekord.

Schon im Vorfeld wurde – auch in der Presse – über mögliche Favoriten spekuliert. Es stand die Frage im Raum, ob die Bestmarke von Korbinian Schönberger (Deutscher Vizemeiser im Berglauf, LLC Marathon Regensburg) von 35:07 Minuten geknackt werden könne, da Vorjahressieger Olaf Schober (Jahrgang 1971, 35:57 Minuten in 2017) in Top-Form sei und jüngst die Deutsche Seniorenmeisterschaft gewann. Auch mit Simon Boch wäre zu rechnen, der 2017 Deutscher Meister über 10000 Meter und kurz vor dem „Kine“ Deutscher Mannschschaftsmeister im 10-Kilometer-Straßenlauf wurde. Bei der Startaufstellung herrscht daher eine Spannung wie bisher noch nie.

Aber mal von Anfang an: Etwas mehr als sieben Kilometer und rund 600 Höhenmeter sind die Eckdaten bei der nunmehr bereits sechsten Auflage des „Kine vom Kaitersberg“ in Bad Kötzting. Dahinter stecken für schlussendlich 245 Finisher enorme körperliche Strapazen. Der „Kine“ ruft und trotz oder gerade wegen diesen Herausforderungen kamen heuer Teilnehmer aus sieben Nationen. Alle wollen Sie beim drittgrößten Berglauf Deutschlands miteifern, der 2018 unter dem Motto „Sei koa Frosch, sei a Kine“ steht.

Kurz vor dem Start steigt erwartungsgemäß die Anspannung und das Gipfelkreuz des Kreuzfelsens glänzt im wolkenlosen blauen Himmel. Kaiserwetter eben. Der Schuss der Kötztinger Böllerschützen verkündet den Start um Punkt elf Uhr. Mir ist die Strecke bekannt und in diesem Jahr gehe ich das erste kurze und flache Teilstück schnell an. Mit dem Queren einer Bahnlinie ist aber das schnelle Laufen vorbei und die ersten Höhenmeter sind zu bezwingen. Anfänglich geht es über Schotterstraßen und dann folgen Wege in ein Waldstück. Wurzelwerk beginnt ab sofort einen gleichmäßigen Lauf zu verhindern und das Variieren in der Schrittgröße und des Laufrhythmus ist von nun an bis zum Gipfel angesagt.

Das diesjährige Motto: Aufi muaß i!
Das diesjährige Motto: Aufi muaß i!
An die Waldwege schließen sich Rückewege der Forstwirtschaft an, ehe es mit dem Erreichen der Bad Kötztinger Wasserreserve so richtig bergauf geht. An der Zwischenstation Reitenberg spielt die Blaskapelle Weißenregen den Läufern zum schwierigsten finalen Streckenabschnitt auf. Hier ist auch eine Verpflegungsstation eingerichtet, an der ich mir einen Schluck Wasser gönne.

Jetzt fordern die Felspassagen vor und nach der Räuber-Heigl-Höhle sowohl meine Kondition als auch mein Geschick. Zugunsten kommt mir, dass auf diesem zirka ein Kilometer langen Streckenabschnitt viele applaudierende Zuschauer stehen, die die 160 Höhenmeter, die hier nochmals zu bewältigen sind, etwas erträglicher machen. Das hilft ungemein.

Noch eine langezogene Steigung und schon rückt das in der Sonne strahlende Gipfelkreuz in greifbare Nähe. Aber es ist noch nicht überstanden. Nun folgt eine Seilpassage und erst dann wartet die Zielflagge auf dem Felsplateau des Kreuzfelsens auf mich.

Danach folgt ausserhalb der Wertung noch eine kurze Wanderung mit meinem "Fanclub" zur Kötztinger Hütte - die jederzeit sehr zu empfehlen ist - um mir eine besondere Belohnung zu gönnen.

Massenstart beim 6. internationalen Kaitersberglauf (Foto: Kötzinger Zeitung)
Massenstart beim 6. internationalen Kaitersberglauf (Foto: Kötzinger Zeitung)
Bereits im dritten Jahr konnte ich meinen 34. Platz in der Altersklasse M 50 aus den beiden Vorjahren überraschenderweise halten und belegte den 197. Gesamtplatz womit ich neben einiger meiner Altersklassenkollegen wiederum zusätzlich weitere männliche Konkurrenten jüngerer Altersklassen hinter mir lassen konnte. Mit einer Zeit von 1:02:54 Stunden bedeutet dies auch für mich, einen persönlichen Streckenrekord erreicht zu haben.

Als Sieger kommt Simon Boch (Jahrgang 1994; LG Telis Finanz Regensburg) mit sagenhaften 32:46 Minuten ins Ziel. Dahinter folgt der Vorjahressieger, Olaf Schober (Jahrgang 1971; WSV Otterskirchen) mit einer Zeit von 35:42 Minuten also fast drei Minuten später. Schnellste Frau wird Tina Fischl (Jahrgang 1976; ebenfalls WSV Otterskirchen) mit 43:15 Minuten.

Das war nun bereits mein vierter „Kine“ und ich bin glücklich und stolz wie beim ersten Mal. Auch dieses Jahr sage ich Glückwunsch und ein großes Dankeschön an das Organisationsteam um Max Hochholzer und Alois Brandl vom TV Bad Kötzting, die wiederum viele Herausforderungen zusätzlich gemeistert haben um den Sportlern ein einmaliges Erlebnis zu bieten. Dies ist ihnen vollumfänglich gelungen.

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Finisher im Zielbereich
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Finisher bevölkern den Gipfel
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