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Hitzeschlacht beim Maintal Ultra in Veitshöchheim

Startschuss für den T30 (Foto: Angela Bleichner)
Startschuss für den T30 (Foto: Angela Bleichner)
Wettenberg | Städtchen am Main ist nicht nur Fastnachtshochburg – die Franken können auch Trail!


Getreu dem Motto „Hier steht Trail drauf…hier ist Trail drin!“ und dem Wunsch, die schöne Landschaft am Maindreieck mit malerischen Ausblicken auf Weinberge und das Maintal auch anderen Trailläufern näher zu bringen, ist der Maintal-Ultratrail (MTUT) entstanden.

Für die 5. Auflage des MTUT hatte sich der SV 1928 Veitshöchheim etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Im Rahmen des Ultra mit seinen 64,5 km und 1.700 Höhenmetern, wurde in diesem Jahr die Deutsche Meisterschaft Ultratrail 2018 ausgerichtet. Gleichzeitig wurde ein T30 mit 720 Höhenmetern und für Einsteiger ein T13 mit 230 Höhenmetern angeboten.

Für den Ultra sind 320, für den T30 insgesamt 157 und für den kleinen T13 immerhin noch 77 Läuferinnen und Läufer angemeldet. Insgesamt stehen also knapp 560 Teilnehmer auf der Startliste. Davon werden 512 Trailrunner das Ziel erreichen.

Ich habe mich für die mittlere Distanz, den T 30, entschieden. Schon während der Startaufstellung um halb neun strahlt die Sonne mit den Helfern und Organisatoren um die Wette. Letztere bitten beim Rennbriefing bei den zu erwartenden Temperaturen nicht alles vom Körper abzuverlangen, sondern in sich hinein zu hören und angepasst zu laufen.

Mit diesen wichtigen Empfehlungen machen sich insgesamt über 160 Sportler auf die 30 Kilometer lange Strecke des T30. Anfangs gibt es einige schattige Abschnitte, dann geht es in die sonnendurchfluteten Weinberge. Die direkte Sonne schmälert etwas den Genuß der charakteristsch schönen Aussicht über das Meer von Rebstöcken, das den Main beidseits begleitet.

Ungefähr bei Kilometer 11 erreiche ich die erste Verpflegungsstation, die mit Wasser, Iso und Bananen eine gute Stärkung bietet. Die freundlichen Helfer untersützen beim Auffüllen der Getränkebehälter und geben hilfreiche Hinweise. Danach geht es weiter bergauf durchs freie Feld. Die Wege sind staubtrocken und aufgrund der bereits länger andauernden Dürre haben die Spurrinnen breite Risse, die das Laufen nicht einfacher machen.

Die Windräder, an denen ich vorbei laufe, scheinen die Luft wie eine dicke Masse nur schwerfällig durchschneiden zu können. Ich vernehme ein Ächzen, was sicherlich nur in meiner Vorstellung zu hören ist.

Es dauert gefühlt unendlich lange, bis ich den schattenspendenden Wald erreiche. Doch auch hier geht es fortwährend bergauf und bergab. Flache Strecken, die mit weniger Energieaufwand zu laufen wären, gibt es nur wenige.

... noch ist ein Lächeln möglich ...
... noch ist ein Lächeln möglich ...
Nach der zweiten Verpflegungsstation bei Kilometer 22 laufe ich irgendwie unrund und versuche die schmalen Pfade durch den fränkischen Laubwald zu genießen. Es fällt mir schwer. Mich überholt ein junger Läufer, um sich kurz danach heftig zu übergeben. Meine Frage an ihn kann ich nicht vollenden, denn es kommt schon „Alles gut“ als Antwort und er sprintet davon. Ich an seiner Stelle hätte die „Segel streichen“ müssen.

Von den Streckenposten auf den letzten Kilometern bekommen die Vorbeilaufenden nochmal Mut gemacht und ab Kilometer 5 vor dem Ziel wird per Hinweisschild pro Kilometer rückwärts gezählt – gute Idee. Noch einen Bogen und dann biege ich ins Sportgelände des SV Veitshöchheim ein und laufe die letzten Metern auf einem mustergültig gemähten Fußballrasen dem Zielbogen zu.

Mit 3:48:39 Stunden gehöre ich wahrlich nicht zu den Schnellsten und werde 10. meiner Altersklasse M55. Bin froh, die Hitzeschlacht am Main überstanden zu haben, gönne mit erst mal ein alkoholfreies Weißbier und schaue mir diejenigen an, die nach mir – dabei sind auch wesentlich jüngere Semester – ins Ziel kommen. Als erster hat Sebastion Kraus (M20) von der LG Stadtwerke München das Ziel in 2:14:10 Stunden durchlaufen. Schnellste Frau wurde Suse Hagelauer (W20) von der SG Randersacker mit 2:31:20 Stunden.

Die DUV-Ultratrail-Meisterschaft 2018 – mit immerhin fast 65 Kilometer und 1.700 Höhenmeter – gewinnt Moritz Auf der Heide (M30) vom LAZ Puma Rhein-Sieg in 4:47:57 Stunden, schnellste Frau wurde Pia Winkelblech (W40) von der Landau Running Company mit 6:09:44 Stunden.

Startschuss für den T30 (Foto: Angela Bleichner)
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... noch ist ein Lächeln möglich ...
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Über 160 Teilnehmer warten auf den Start
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Hier gehts durch die fränkischen Weinberge
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Tolle Aussicht (Foto: Angela Bleichner)
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Bergauf aber wenigstens schattig
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Nach einer Verschnaufpause im Zielbereich ist ein Lächeln doch wieder möglich
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Hier werden alle Finisher gefeiert
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von:  Andreas Läufer

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Andreas Läufer
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