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Mittelalterliche Burgen in und um Gießen: Münzenberg

von Susanne Igleram 10.05.20092433 mal gelesen1 Kommentar
Ritterkämpfe auf Burg Münzenberg
Ritterkämpfe auf Burg Münzenberg
Wettenberg | Von der A 5 und der A 45 ist sie gleichermaßen zu sehen: Majestätisch thront die Burg Münzenberg über dem gleichnamigen Ort in der Wetterau. Die charakteristischen Türme der mittelalterlichen Höhenburg werden im Volksmund "Tintenfass" genannt. Die längsovale romanische Kernburg auf dem Basaltkegel des Burgbergs wird von Befestigungsanlagen, den sogenannten Vorwerken umgeben. Zwischen dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts und ca. 1500 errichtet und kontinuierlich ausgebaut, galt die Münzenburg im Mittelalter neben der Wartburg im benachbarten Thüringen als eine der wichtigsten Burgen Deutschlands.

Die Geschichte der Burg ist eng verbunden mit der der nichtadeligen Dienstmannenfamilie des Konrad von Hagen und Arnsburg, der dem damals mächtigsten Mann der Welt diente, Kaiser Barbarossa (Friedrich I). Sein Sohn Kuno von Münzenberg veranlasste den Bau der Burg und den Umzug seiner Bauern und Gefolgsleute von Arnsburg ins neu gegründete Münzenberg, das er beim Kloster Fulda eingetauscht hatte. Vermutlich sollte die Burg zur Sicherung der Wetterau im Zentrum des Reiches unter dem Stauferkönig Konrad III dienen. Die Trinkwaserversorgung der stark befestigten Anlage sicherte ein durch den harten Basalt getrieber Brunnen. Der ursprüngliche (heute der südliche) Palas, das Wohngebäude der Herrschaft, zählt zu den Vorzeigestücken romanischer Baukunst. Er wurde von mehreren Wirtschafts- und Wohngebäuden, dem östlichen Turm mit Verlies und der inneren, ovalen Ringmauer mit Burgtor ergänzt. Nach einem Brand Mitte des 13. Jahrhunderts ließ Ulrich II von Münzenberg die Burg wieder instandsetzen und vergrößern: der zweite Bergfried kam dazu. Als er kinderlos starb, fiel die Burg anteilig an die Herren Hanau und Falkenstein. Letztere ließen den zweiten Palas an der Nordseite errichten und die Verteidigungsanlagen ausbauen. Mit dem Austerben der Falkensteiner wurden die Besitzverhältnisse zusehens unklar; ab ca. 1600 fühlte sich niemand mehr für den Erhalt der Burg zuständig, so dass sie zusehens verfiel. Heute kümmert sich die Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen um das mittelalterliche Prachtstück in der Wetterau, das von März bis Oktober für Besucher geöffnet ist.

Vom 30.5. bis 1.6. lädt die Freie Ritterschaft zu Münzenberg auch heuer wieder zum mittelalterlichen Spektakulum mit Gauklern, Schwertkämpfern aus ganz Deutschland und Polen sowie Händlern, bei dem man so richtig in die Hochzeit der Ritter eintauchen kann. Mit etwas Glück klappt sogar die Anreise mit dem nostalgischen Museumszug der Eisenbahnfreunde Wetterau. Im Münzenberger Kultursommer 2009 bekommt die Burg sogar stilgerecht ihr eigenes Gespenst: Zu den alljährlichen Freilichtaufführungen gibt es diesmal Das Gespenst von Canterville nach Oscar Wilde.
siehe auch http://muenzenberger.org/Freie-Ritterschaft/markt-2009.html

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Kommentare zum Beitrag

Markus Pokoj
3.574
Markus Pokoj aus Fernwald schrieb am 27.06.2009 um 12:47 Uhr
Sehr schöne Bilder!
War dieses Jehr schon 2x auf der Burg auf Fototour.
(www.mp-fotos.de/html/munzenerg.html)
Lohnt sich alle mal!
Das Spektakulum, ist im Vergleich zu Lich sehr familier und vor allem, alles andere als teuer!
Wer Fotos vom Spektakulum machen möchte, gleich morgens zur Eröffnung hin, sonst ist es überlaufen.
Hallo Lieber Leser
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