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Osterbrunnen in Wettenberg-Launsbach

von Werner Lotzam 06.04.2009560 mal gelesen2 Kommentare
Wettenberg | Heimatstube Launsbach


Bei der Heimatstube in Launsbach ist es inzwischen zur guten Tradition geworden, im Dorf
zu Ostern den Dorfbrunnen zu schmücken.

Schon vor mehr als 2000 Jahren wurde bei den Kelten im Frühling die Quellen und Brunnen
gereinigt und zu Ehren der Frühlingsgöttin Eostra mit frischen Kräutern geschmückt.

Wasser war das kostbarste Gut der Menschen und man ging sehr umsichtig damit um.
Hatten die Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, wurden sie und auch ihre Haustiere krank. In früheren Zeiten galt das Ei als Fruchtbarkeitssymbol. So ist wohl zu erklären, warum es Ostereier gibt.

Wie fast alle Bräuche, die heute mit kirchlichen Festen gefeiert werden, sind heidnischen
Ursprungs. Die Mönche haben das sehr geschickt angestellt und den Menschen nicht alles verboten, was mit dem Glauben zusammenhing, sondern mit kirchlichen Feiertagen ergänzt.
Bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts gingen die Frauen in den Dörfern am Ostersonntag vor Sonnenaufgang zum Osterwasser schöpfen. In Launsbach war das unten am Kanälchen. Sie durften nicht miteinander sprechen, nur leise beten, sonst verlor das Osterwasser seine Heilkraft.

Als später das Trinkwasser nur noch aus der Wasserleitung kam wurden viele Brunnen zugeschüttet und das Schmücken der Brunnen verlor seinen Sinn. Seit einigen Jahren schmückt die Heimatstube mit Kindern wieder einen Osterbrunnen, wohl wissend, welche Bedeutung sauberes Wasser auch heute und in Zukunft für die Menschen hat und haben wird.

Vor den Osterfeiertagen wurde nun mit Unterstützung der 3. Klasse der Grundschule Launsbach der Brunnen in der Giessener Strasse entsprechend geschmückt. Die Kinder
hatten die Eier zu Hause ausgeblasen und in der Schule bemalt. Gemeinsam mit Mitgliedern der Heimatstube und allen Klassen der Schule wurden die bunten Ostereierketten aufgehängt.

Werner Lotz
Bürgerreporter Wettenberg

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Kommentare zum Beitrag

Georg Gigler
704
Georg Gigler aus Lollar schrieb am 06.04.2009 um 22:39 Uhr
Ich finde es toll, daß es Menschen gibt, die diese alten Bräuche wiederaufleben lassen und vor allem die Bedeutung dieser vermitteln. Überaus wichtig finde ich, daß Kindern der bewußte Umgang mit Gütern wie Wasser erläutert wird.
Die Osterbrunnen scheinen doch immer größere Resonanz zu erfahren. Nach den vielfältigen regionalen Publikationen denke ich, daß im nächsten Jahr noch mehr Städte und Gemeinden darin auch eine Aufwertung ihres Erscheinungsbildes sehen.
Werner Lotz
634
Werner Lotz aus Wettenberg schrieb am 07.04.2009 um 11:01 Uhr
Hallo Herr Gigler,

vielen Dank für Ihren positiven Kommentar. Ich werde diesen an die 1. Vorsitzende der Heimatstube Launsbach weitergeben, die sich sehr eingehend mit der Geschichte der Osterbrunnen befaßt hat und vor einigen Jahren die Initiative zur Schmückung des Osterbrunnens in Launsbach ergriffen hat.

Herzliche Grüße aus Wettenberg
Werner Lotz
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