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Bergrunter ist einfacher

Geschafft, aber bergrunter wäre einfacher gewesen
Geschafft, aber bergrunter wäre einfacher gewesen
Wettenberg | Ich sitze im Auto und fahre durch Ortschaften, von denen ich in meinem Leben noch nichts gehört und erst recht nichts gesehen habe. Am Aartalsee vorbei Richtung Oberscheld bei Dillenburg. Letztes Jahr habe ich angefangen zu Laufen. Mit Unterstützung des Lauftreff 1974 Biebertal e.V. schaffe ich es mittlerweile eine Stunde „am Stück“ zu laufen und dabei mehr als neun Kilometer zurück zu legen. Die Berglaufsaison hat begonnen und der Irrschelde-Berglauf steht an, zu dem ich mich angemeldet habe. Man muss ja ab und zu mal überprüfen, wo man so steht. Und mit fortgeschrittenem Alter wird dieses Verlangen immer größer, da werden alte Männer wieder zu kleinen Jungs.

Und dann wieder die Fragen: Warum tust Du Dir das an? Wem musst Du was beweisen? Wäre es jetzt nicht schöner, einfach in der Sonne zu sitzen und mal nichts zu tun? Weg damit, das ist mal wieder die Stimme des kleinen bösen Geistes in meinem Ohr. Ich tue was Gutes für mich, mache Sport und halte mich fit! Feste dran glauben und die „Angst“ vor der Herausforderung, die auf mich wartet, wird schon vergehen.

Laufen ist mittlerweile schon zu einer
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Art „Sucht“ geworden und eine gute halbe Stunde später stehe ich im Waldschwimmbad in Oberscheld, wo gleich der Lauf starten wird. Im Rahmen des Laufcups der Sparkasse Dillenburg richtet der TV 1843 Dillenburg bereits zum siebten Mal den Irrschelde-Berglauf aus. Die Bedingungen sind bei angenehmen Temperaturen im Schelderwald geradezu ideal. Aber 5.700 Meter bergauf wollen erst mal zurückgelegt sein. Nicht Wandern, sondern Laufen ist hier angesagt. Und schon wieder ist da das komische Gefühl, aber die Sucht ist stärker.

Der abwechslungsreiche Waldkurs führt zuerst leicht ansteigend entlang des idyllischen Irrschelde-Tales. Eine wunderschöne Landschaft und eigentlich zu schade um so „schnell“ daran vorbei zu laufen. Nach jedem Kilometer steht ein Schild mit Zahlen drauf und wer rechnen kann, dem wird bewusst, wieviel Schritte es noch bis zum Ziel sind. Kräfteeinteilung ist gefragt, denn erst im letzten Streckendrittel wartet mit der langgezogenen finalen Steigung der Höhepunkt des Rennens auf mich. Gut, dass ich die Strecke vorher noch nicht gekannt habe. Bis zum Ziel auf der Höhe zwischen Tringenstein und Hirzenhain-Bahnhof habe ich 276 Höhenmeter zu überwinden.

Im Ziel schweißgebadet angekommen, schnell einen Schluck Wasser und ein Happen von der vom Serviceteam vorgeschälten Banane – der Service ist einfach klasse! – und schon geht’s auf den Rückweg.

Bergrunter ist einfacher – dazu braucht man keine Laufformeln, das erkenne ich sofort. Diese Richtung wäre angenehmer gewesen und auch die Bezeichnung „Berglauf“ nicht falsch, nur eben bergab anstatt bergauf. Auf die Idee könnte auch mal einer kommen.

Wieder im Walschwimmbad angekommen möchte der leistungsorientierte Sportler – von Leistungssportler möchte ich von mir in keinem Fall sprechen – in erster Linie seine „Zeit“ erfahren. Diese Zeit zeigt einem dann, wo man steht.

Insgesamt hatten sich 83 Sportlerinnen und Sportler an die anspruchsvolle Strecke des Hauptlaufes gewagt. In der Altersklasse M50 belegte ich von 12 Startern mit 32:18 Minuten den 9. Platz. Damit ließ ich nicht nur drei Starter meiner Altersklasse, sondern auch insgesamt drei jüngere Sportler hinter mir. Jetzt bloß nichts drauf einbilden! Von der Bestzeit des Siegers, Tobias Schulz vom FV Wallau (Jahrgang 1986), mit 22:24 Minuten meilenweit entfernt tritt bei mir dennoch eine gewisse Zufriedenheit ein und das Training kann so weiter laufen. Lassen wir der positiven Sucht eben ihren Lauf!

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