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Vierbeinige Helden

von Sara Beckeram 07.11.2013596 mal gelesen5 Kommentare
Staufenberg | Hallo liebe Leserinnen und Leser,

erlauben Sie mir, dass ich mich kurz vorstelle. Mit bürgerlichem Namen heiße ich Raccoon’s Josh, aber alle nennen mich Joshi. Ich bin ein Deutscher Schäferhund und 4½ Jahre alt.

Warum ich mich heute hier melde, hat einen ernsten Hintergrund. Vor zwei Tagen musste unser Pferd „Paulchen“ als Notfall in die Veterinär-Klinik nach Gießen. Auf dem Weg zum Stall hörte mein Frauchen im Radio einen Aufruf der Kleintierklinik, dass ganz dringend Blutspender gesucht würden. Also hat sie mich gleich mit ins große Auto gepackt und einfach mal mitgenommen.

Zuerst wurde dann Paulchen versorgt und als klar war, dass es noch eine ganze Weile dauern würde, sind wir rüber zur Kleintieranmeldung gestiefelt. Dort waren alle ganz begeistert, dass wir uns gemeldet haben.

Für alle Zwei- und Vierbeiner, die sich jetzt denken, „Blut spenden? Oh weia“, will ich hier einmal erzählen, wie so etwas abläuft.

Da ich ein sogenannter „Erstspender“ war, wurde ich erst mal gründlich durchgecheckt. In der Kleintierklinik steht vor allem der Spenderschutz ganz oben auf der Liste und so sollte
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mir die Spende ja keine Probleme machen. Herz, Augen, Nase – alles prima, es kann also losgehen. Naja, noch nicht ganz. Jetzt wurde mir ein wenig Blut abgenommen, um es im Labor zu untersuchen. Es war alles insgesamt bis dahin kein Problem. Nur die Schermaschine, die hat doch ganz schön am Bein gekitzelt ...

Nachdem die Blutergebnisse da und in Ordnung waren, ging’s wieder in den Spenderaum. Hier hatte man mir auf einem Tisch schon einen bequemen Liegeplatz (sogar mit Kissen!) eingerichtet. Dort musste ich mich auf die Seite legen. Dann kam leider schon wieder diese dusselige Maschine zum Einsatz, aber Hygiene geht vor! Und jetzt ging es richtig los. Bei Hunden wird das Blut im Gegensatz zum Menschen aus dem Hals genommen (oder ist das nur die aktuelle Vampir-Welle, ich weiß es nicht :-) ). Mein Frauchen war die ganze Zeit bei mir und hat mir die Nase gekrault und alle haben ständig gesagt, was ich doch für ein tapferer und braver Hund sei. Haaallooo? Ich bin immerhin ein Schäferhund und hier geht es doch darum anderen Vierbeinern zu helfen! Was mein Frauchen mit „normalerweise ist er schon ein wenig pienzig“ meinte, habe ich erst recht nicht verstanden… Mir hat jedenfalls nix weh getan. Am besten war übrigens für mich der Abschluss der ganzen Aktion: Nachdem die Infusion (etwas womit die Menschen Flüssigkeit in den Körper bringen, aber nicht wie es sich gehört durch das Maul, komische Sache…) durchgelaufen war, kam auf einmal die Tierärztin zurück und wissen Sie was? Die hatte eine GROSSE Schüssel voll mit Dosenmampf dabei!!! So gehört sich das. Warum Frauchen, dann lieber eine dusselige Impfung statt Trockenfutter als Geschenk wollte, ist mir immer noch schleierhaft. Einen ganzen Sack, stellen Sie sich das mal vor. Die Tierärztin hat dann gesagt, ich hätte jetzt ganz viel Gutes Karma für Paulchen gesammelt. Sie muss recht gehabt haben, denn heute kann Paule schon wieder nach Hause.

Damit auch andere Tiere so viel Glück haben und man ihnen im Notfall helfen kann, bitte ich Sie: machen Sie auch Ihren Hund zum Helden! Blutspenden ist wirklich eine prima Sache. Frauchen hat mich auch gleich auf die Stammspenderliste setzen lassen, weil bei mir nur Aufregung aufkam, als es Fressen gab und ich sonst so entspannt war. Ob Ihr Hund überhaupt Blutspender werden kann? Ganz einfach, das muss er „mitbringen“:
• 1 bis 10 Jahre alt
• Körpergewicht von mindestens 20 kg
• freundlicher Charakter
• vollständiger Impfstatus
• kein Auslandsaufenthalt (wobei ich ja schon Urlaub in
Oberösterreich gemacht habe und das kein Problem war)
• hat nie selber fremdes Blut erhalten
• Hündin: darf nie trächtig gewesen sein
• von der Klinik durchgeführte Untersuchungen bleiben
ohne Beanstandung des Gesundheitszustandes

Wenn Sie sich nun immer noch nicht sicher sind, rufen Sie doch einfach die netten Tierärzte in der Klinik an und lassen Sie sich beraten 0641-9938666.

Ich jedenfalls bin nach der Frist von mindestens drei Monaten bestimmt wieder da und würde mich freuen, wenn ich Gleichgesinnte treffen kann!

Kommentare zum Beitrag

Brigitte Matuschek
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Brigitte Matuschek aus Gießen schrieb am 08.11.2013 um 06:43 Uhr
Joshi for Präsident.Danke für den schönen Artikel.Sehr schön geschrieben.
Nicole Freeman
7.242
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 08.11.2013 um 12:32 Uhr
klasse gemacht. ist das da eine karotte in der pfote ? das gemuese mag mein hund auch sehr gerne. nach der liste die da steht darf er nicht mehr spenden . aber danke das hier mal geschrieben wird wie das ablaeuft !
Sara Becker
15
Sara Becker aus Staufenberg schrieb am 09.11.2013 um 22:46 Uhr
Ja das ist ein Möhrchen. Sein Lieblingsgemüse, er stibitzt die immer von den Pferden
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 18.11.2013 um 22:59 Uhr
Finde ich ganz toll!
Vor einigen Tagen hat mich eine aufgelöste Frau angerufen, deren Katze dringend Blut benötigte. Meine vier Katzen und die vier Katzen meiner Tochter kamen nicht in Frage. Sie waren zu alt und einige stehen unter Medikamenten. Und der Jungkater meiner Tochter hatte noch nicht das notwendige Gewicht.
Es wäre dringend notwendig, dass außer Hunden auch geeignete, gesunde Katzen Blut spenden sollten, damit im Notfall schnelle Hilfe da ist. In diesem Fall hat die Züchterin geholfen und kam sofort mit zwei Katzen von Offenbach nach Giessen.
Joshi, Du bist ein toller Hund und hast ein tolles Frauchen!
Christine Weber
6.910
Christine Weber aus Mücke schrieb am 15.12.2013 um 18:09 Uhr
Ein schöner und wichtiger Artikel. Aber nach der Liste dürfen meine Hunde nicht spenden. Meine Ronja ist älter als 10 Jahre und die Kim, nun ja, sie ist erst 2 Jahre. Aber beide bringen nur 5 bzw. 6 kg auf die Waage. Aber Joshi das hast Du und Dein Frauchen ganz toll gemacht.
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von:  Sara Becker

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