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Collegium Vocale auf Konzertreise in Mailand und Verona

Aufstellung im Mailänder Dom
Aufstellung im Mailänder Dom
Staufenberg | Treis/Gardasee (nos) Donnerstagmorgen 05:30 Uhr in Staufenberg-Treis. Der Bus aus Groß-Gerau wartet schon seit 5 Uhr auf dem Parkplatz vor der Turnhalle um die über 60 Sängerinnen und Sänger aufzunehmen. An diesem 13.10.2011 treffen sich um diese Zeit die Chormitglieder des Collegium Vocale aus dem Dekanat Kirchberg zu ihrer ersten großen Konzertreise. Was in den letzten 9 Monaten einstudiert wurde, sollte während der nächsten 6 Tage in Italien aufgeführt werden. Zur Unterstützung der Reiseplanung hatte man sich ein Reiseunternehmen gesucht und die Route mit allen Aufführungen planen lassen. Start in Treis/ Lumda, Zwischenstopp um die Mittagszeit in Innsbruck und Ankunft am 13.10. am frühen Abend in Garda. Nach einem unplanmäßigen Zwischenstopp in Garching, die Klimaanlage des Busses war augenscheinlich auf 35° Außentemperatur eingestellt, ging es ohne weitere Probleme in Richtung „Brennero“. Dreizehn Stunden Busfahrt von Treis nach bella Italia und dann lag der Brenner hinter den Sängerinnen und Sängern des Collegium Vocale Kirchberg, und Venetien vor ihnen. Dort hatte man die Chormitglieder in Garda
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Kirchberg (14)Kantorei Kirchberg (1)Daniela Werner (12)Collegium Vocale (5)
einquartiert und von dort starteten auch die einzelnen Fahrten zu den Auftritten in den folgenden fünf Tagen. Garda hat nicht nur aufgrund seiner langen Geschichte einen durchaus unverwechselbaren Charakter, der sich vor allem in seiner kleinen, aber attraktiven Altstadt und der schönen Uferpromenade – deren Verlängerung nach Süden bis nach Bardolino reicht – präsentiert, ähnelt aber an den Ortsrändern vielen anderen, vom Tourismus geprägten Siedlungen am Ufer des Gardasees. Am Anfang standen Ausflüge der Kantorei nach Sirmione, weg aus Venetien und ab in die Provinz Brescia, einer südlichen Halbinsel im Gardasee und Verona an. In Sirmione lud man die in die Stadt strömenden Besucher zu einem spontanen Konzert vor die Scaligerburg. Mit Brindisi und Va Pensiero den Arien von Verdi, Caro mio ben, Matona mia cara und El grillo, drei Liebesliedern sowie Jubilate Deo und Factus est dominus, zwei kirchlichen Liedern brachte man die Touristenmassen vor der Burg zum Stehen und genießen und durchatmen. Die Scaligerburg mit einem großen Hafenbecken und einer Ringmauer schließt das Städtchen vom Festland ab. Über eine Zugbrücke gelangt man über die tiefen Wassergräben durch ein Portal mit den Wappen der Scaliger (eine Leiter) und der Venezianer
Aufstellung vor der Kirche „Madonna del Frassino“ in Peschiera del Garda
Aufstellung vor der Kirche „Madonna del Frassino“ in Peschiera del Garda
(geflügelter Löwe) in die Burg, von der aus man den Zugang zu Sirmione kontrollieren konnte. Lohnend ist hier der Rundgang über die Wehrgänge und durch die Ecktürme, dort kann man sich als Besucher ein Bild von dem ausgeklügelten Verteidigungssystem aus dicken Mauern, Treppen und Zugbrücken machen. Die Burg bietet einen Blick auf den Hafen von Sirmione, der ebenfalls von den Scaligern angelegt wurde. Nach diesem sonnigen Auftakt und quasi der Generalprobe, schwärmten die Sängerinnen und Sänger durch das pitoreske Städtchen und nutzten das Wetter um auf dem Platz zwischen den Hotels am Hafen für einen Cappuccino oder Espresso. Am nächsten Tag ging es schon früh in Richtung Verona um in dem gut erhaltenen und in das heutige Stadtbild mit einbezogenen Amphitheater (Arena) ein weiteres Konzert zu singen. Das in der Form eines geschlossenen Ovals angelegte Amphitheater bot eine Akustik, die den Kantoreimitgliedern einen wohligen Schauer über den Rücken jagte. Das Innere der Arena besteht aus 45 Sitzreihen, welche 45 cm hoch und 45 cm tief sind, mit etwa 20 – 30.000 Plätzen. Im Sommer finden in der Arena die berühmten Opernfestspiele statt. Hier in dieser berühmten Arena von Verona konnte der Dekanatschor letztlich vor ca. 300 Besuchern
Aufstellung in der Arena von Verona
Aufstellung in der Arena von Verona
sein kleines Konzert geben und so bekamen in dem antiken Oval die anwesenden Besucher ebenfalls eine Kostprobe des Könnens. Mit Einzelstücken, bestehend aus italienischen/lateinischen und deutschen Motetten, Madrigalen, Liedern und Opernarien aufführen. Dieses Programm reicht von geistlichen Lobliedern - die Gott als starken Helfer und Befreier bejubeln- bis zu weltlichen Madrigalen, die auf scherzhafte Weise etwa einen Landsknecht bei seinem Ständchen sowie die Singgewohnheiten einer Grille besingen. Und natürlich dürfen bei einem solchen Programm auch zwei Opernarien wie der Gefangenenchor aus Nabucco oder das Liebesduett des Alfredo und der Violetta aus La Traviata nicht fehlen. Ebenso spontan wie diese freien Singen, war auch die Begeisterung der überwiegend italienischen und asiatischen Touristen. Und schließlich bittet das Ensemble zum Ende dieses abwechslungsreichen Konzertes um den Segen Gottes.
Zwei weitere Konzerte führten den Chor in den Mailänder Dom und in die Kirche „Madonna del Frassino“ in Peschiera del Garda.
Im Mailänder Dom, Duomo di Santa Maria Nascente , einem der berühmtesten Bauwerke Italiens und Europas, konnte das Collegium knapp 400 Touristen in seinen Bann ziehen und die Sängerinnen und Sänger
Daniela Werner in Aktion bei “Brindisi“ (aus Verdis La Traviata)
Daniela Werner in Aktion bei “Brindisi“ (aus Verdis La Traviata)
füllten mit ihren Stimmen die ehrwürdigen Schiffe des Domes. Für dieses Gefühl eines über den Rücken laufenden Schauers sorgte auch die Nachhallzeit im Dom selber. Fast 4 Sekunden Nachhallzeit brachten die Stimmung auch ohne den sonst kommenden Applaus über die Schwelle des Erschauerns, denn diese Akustik ist nur in wenigen Großkirchen zu hören. . Er zählt zu den größten Kirchen der Welt und ist mit seinen insgesamt fünf Schiffen 157 Meter lang und 109 Meter breit. Eine weitere Besonderheit ist das für Touristen begehbare Dach des Doms. Es ist wahlweise über eine Treppe oder einen Fahrstuhl erreichbar (10,- pro Person mit dem Aufzug bzw. ein paar Euro günstiger über die Treppen zu Fuß). Von dort aus bietet sich ein großartiger Panoramablick über die gesamte Stadt sowie an klaren Tagen bis zu den Alpen. Ach ja, im Dom von Mailand befindet eine Meridianlinie aus Messing, welche in den Boden eingelassen ist, wer es nicht weiß geht achtlos vorüber, wo durch ein kleines Loch im Gewölbe das Licht der Sonne auf diese Linie fällt und so zur Mittagszeit, also beim Höchststand der Sonne, einen kleinen Lichtkreis auf die Meridianlinie abbildet. Da sich der Sonnenhöchststand im Laufe des Jahres verändert, wandert der Kreis auf der Linie und bewegt
... “Va pensiero” (aus Verdis Nabucco)
... “Va pensiero” (aus Verdis Nabucco)
sich auf die Zentrallinie zu. So liegt er um 13:31 Uhr genau auf der Meridianlinie Die hohen, farbenprächtigen Glasfenster des Chors gehören ebenfalls zu den größten der Welt und stellen eine Sehenswürdigkeit für sich dar. Hier zeigten die Sängerinnen und Sänger ihre eigentlichen Qualitäten und sang Auszüge aus der Missa choralis. Zum 200. Geburtstag des gebürtigen Ungarn Franz Liszt, gestaltete das Collegium Konzerte und Messen in den beiden Auftrittsorten mit der Missa choralis. Nachdem Liszt zunächst das Leben eines reisenden Virtuosen genossen hatte und anschließend dann in Weimar als Hofkapellmeister tätig war, begab er sich in seiner dritten Lebensphase schließlich nach Rom, wo er im Kloster Madonna del Rosario lebte und vornehmlich geistliche Musik schrieb. Hier entstand 1865 die Missa choralis, die er zunächst rein vokal konzipierte, dann aber noch vor dem Erstdruck um eine Orgelbegleitung erweiterte. Er verarbeitet hier zum Beispiel im Kyrie und im Credo gregorianische Choralthemen. Nach der Messe in Peschiera del Garda stand für die Chormitglieder auch noch Entspannung auf dem Programm, so dass man am vorletzten Tag einen Ausflug nach Bozen und St. Michael/Eppan unternahm. Inmitten des Eingangs zu den Dolomiten, direkt
Dom zu Bozen
Dom zu Bozen
an der Etsch gelegen, hat Bozen trotz der über 100.000 Einwohner etwas von einer Kleinstadt. Durch die Altstadt prägt sich das Städtchen bei Touristen als dörflich ein, obwohl es durch die Industrie quasi eingekreist ist. Im strahlenden Sonnenschein verbrachten die meisten der Chormitglieder den Vormittag beim Stadtbummel oder auf der Piazza am Dom bei einem Kaffee. Um die Mittagszeit ging es weiter in das benachbarte St. Michael/Eppan. Hier hatte die Reiseleitung eine Weinprobe als Ausgleich zu den Konzerten vorgesehen und auch bei einem der größeren Winzer organisiert. Gerne nahm man die Möglichkeit wahr und bei einer Besichtigung mit anschließender Verköstigung fand die Konzertreise des Collegiums einen sehr entspannten Ausklang. Am 19. Oktober ging es dann wieder gen Treis und die Stimmung im Bus war trotz der, nach wie vor, defekten Klimaanlage sehr gut. Nach einem kurzen Mittagsstopp kurz hinter der deutschen Grenze kam der Bus am späten Abend wieder in Treis an.
Die Stimmen zu dieser Konzertreise waren einstimmig und klar:
Kommst du in ein Land um dich und den Gesang zu präsentieren, darfst du den Gastgeber gerne mit seinen eigenen Weisen überraschen.
Diese ist sehr gut angekommen und auch Chorleiterin Daniela Werner war voll des Lobes: „So habe ich das Collegium noch nie gehört!“.
Wenn es nach den Beteiligten geht, so war das nicht die letzte Konzertreise ins Ausland.
Die beiden noch ausstehenden Termine am 05. November um 19:00 Uhr in Londorf in der evang. Kirche (Dom der Rabenau) und am 06. November um 18:00 Uhr in der Kirche zu Kirchberg sind noch nicht ausverkauft, allerdings sollte man sich sputen und sich den Abend gönnen, denn nicht nur geistliche Musik steht auf dem Programm, sondern auch bekannte italienische Arien, die es zu hören sich lohnt!
Hinweise zum Programm finden Sie auf der Seite des Collegiums unter:
www.kantorei-kirchberg.de
Karten im Vorverkauf 7,- bzw. 5,-
Abendkasse 8,- bzw 6,-

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Kommentare zum Beitrag

Susanne Hermans
803
Susanne Hermans aus Lollar schrieb am 15.11.2011 um 09:30 Uhr
Sehr schöner Bericht lieber Fried. Herzlichen Dank. Ich denke wir werden diese Zeit alle noch recht lange in sehr schöner Erinnerung behalten. GLG
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Norfried Stumpf

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Norfried Stumpf
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