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Herbst

Staufenberg | Es wird Herbst

„Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr
groß.
Leg Deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass´ die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin - und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat,
baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben,
und wird in den Alleen hin und her unruhig
wandern,
wenn die Blätter treiben.“

(Rainer Maria Rilke)

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Kommentare zum Beitrag

Monika Bernges
7.444
Monika Bernges aus Staufenberg schrieb am 24.09.2010 um 20:05 Uhr
Eduard Mörike (1804 - 1875)

Septembermorgen.

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Hallo Christine!
Wollen wir die Reihe fortsetzen?
Vielleicht klinkt sich ja der Eine oder Andere mit ein.
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 27.09.2010 um 20:14 Uhr
Herbstbild v. Friedrich Hebbel


Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum, levrai.de
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.


O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

lg. Doris

@ Christine: ich wünsche Dir zwei schöne, entspannte Urlaubswochen..:-))
Monika Bernges
7.444
Monika Bernges aus Staufenberg schrieb am 27.09.2010 um 22:49 Uhr
Herbst
O du wunderschöner Herbst,
Wie du die Blätter golden färbst,
Deiner reinen Luft so klar und still,
Noch einmal ich mich freuen will.

Ich geh den Wald, den Weiher entlang;
Es schweigt das Leben, es schweigt Gesang,
Ich hemme den Schritt, ich hemme den Lauf
Erinnerungen ziehen herauf.

Erinnerungen sehen mich an,
Haben es wohl auch sonst getan.
Nur eins hält nicht mehr damit Schritt.
Lachende Zukunft geht nicht mehr mit.

Vergangenheit hält mich in ihrem Bann,
Vergangenheit hat mir’s angetan;
Den Blick in den Herbst, den hab ich frei,
Den Blick in den Herbst. Aber der Mai?

(Theodor Fontane)

Hallo Doris!
Schön dass Du die Serie mit fortsetzt.
Christine,auch ich wünsche Dir einen schönen Urlaub.
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 27.09.2010 um 23:36 Uhr
Hallo Monika....gern geschehen.... :-))

Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)

Nun laß den Sommer gehen,
Laß Sturm und Winde wehen.
Bleibt diese Rose mein,
Wie könnt ich traurig sein?
Monika Bernges
7.444
Monika Bernges aus Staufenberg schrieb am 28.09.2010 um 00:13 Uhr
Herbstlied
Der Frühling hat es angefangen,
Der Sommer hat's vollbracht.
Seht, wie mit seinen roten Wangen
So mancher Apfel lacht!

Es kommt der Herbst mit reicher Gabe,
Er teilt sie fröhlich aus,
Und geht dann wie am Bettelstabe,
Ein armer Mann, nach Haus.

Voll sind die Speicher nun und Gaden,
Dass nichts uns mehr gebricht.
Wir wollen ihn zu Gaste laden,
Er aber will es nicht.

Er will uns ohne Dank erfreuen,
Kommt immer wieder her:
Lasst uns das Gute drum erneuen,
Dann sind wir gut wie er.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(1798 - 1874)
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 28.09.2010 um 13:44 Uhr
Herbsttag von Rainer Maria Rilke


HERR: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
Und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
Gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
Dränge sie zur Vollendung hin und jage
Die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
Wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
Und wird in den Alleen hin und her
Unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Monika Bernges
7.444
Monika Bernges aus Staufenberg schrieb am 28.09.2010 um 17:03 Uhr
Jetzt ist es Herbst
Jetzt ist es Herbst,
Die Welt ward weit,
Die Berge öffnen ihre Arme
Und reichen dir Unendlichkeit.
Kein Wunsch, kein Wuchs ist mehr im Laub,
Die Bäume sehen in den Staub,
Sie lauschen auf den Schritt der Zeit.

Jetzt ist es Herbst,
das Herz ward weit.
Das Herz, das viel gewandert ist,
Das sich verjüngt mit Lust und List,
Das Herz muss gleich den Bäumen lauschen
Und Blicke mit dem Staube tauschen.
Es hat geküsst, ahnt seine Frist,
Das Laub fällt hin, das Herz vergisst.

Max Dauthendey
(1867 - 1918)
Klaus Stadler
4.940
Klaus Stadler aus Reiskirchen schrieb am 30.09.2010 um 12:21 Uhr
Sehr schoen meine Damen. Gibt es aber auch von Dichtern der Gegenwart
solch schoene Gedichte?
Einen schoenen Herbstgruss an Alle.
Monika Bernges
7.444
Monika Bernges aus Staufenberg schrieb am 30.09.2010 um 14:28 Uhr
Gibt es,aber die dürfen wir nicht schreiben.
der Dichter muss mindestens 70 Jahre tot sein.
Gruss Monika
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von:  Monika Bernges

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Monika Bernges
7.444
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