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„Was? Rugby in Gießen?“

Staufenberg | Eine kleine Geschichte wie ich meinen Mundschutz vergaß und Rugby aus seinem Winterschlaf erwacht.
Ein Heimspiel des URC Gießen letzten Herbst auf den Lahnwiesen: Herrliches Rugby-Wetter und ein Mannschaftskollege hatte mal wieder seinen Mundschutz vergessen. Er musste folglich schnell heimfahren, um ihn zu holen, denn „safety first“ besonders bei Rugby und rechtzeitig zum Aufwärmen würde er es auch nicht mehr zurückschaffen. Nachdem ich mich daraufhin breit über dessen Vergesslichkeit ausgelassen hatte, musste ich erschrocken feststellen, dass ich ebenso meinen Mundschutz vergessen hatte. Um einem vollkommenen Gesichtsverlust zu entkommen, radelte ich so schnell ich konnte bereits in Trikot und Stutzen zu einer nahe gelegenen Galerie, in der ich hoffte noch rechtzeitig vor Spielbeginn einen Mundschutz zu erhalten. Unbeeindruckt von den verwunderten Blicken rannte ich in Hausschuhen durch diverse Textilgeschäfte in das Sportgeschäft und verlangte keuchend nach einem Mundschutz. Die etwas verdutzte Verkäuferin riet mir daraufhin zu einem Modell, das nicht ganz meinen preislichen Vorstellungen entsprach,
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aber notgedrungen gekauft wurde. Allerdings musste ich den Mundschutz noch mit heißem Wasser anpassen. Sogar diesen Service gewährte man mir und während wir nun auf das kochende Wasser warteten, fragte sie mich: „Und was für eine Sportart spielen Sie?“ „Rugby“, antwortete ich. „Was? Rugby hier in Gießen?“ fragte sie erstaunt. Nun folgte das übliche Gespräch über den Unterschied von Rugby zu American Football und ich konnte einmal mehr einer verwunderten Person berichten, dass auf den Lahnwiesen zwischen den „H´s“ regelmäßig Rugby gespielt wird. Ihre Verwunderung zeigte mir erneut, wie wenig Menschen über diese Sportart und über den Uni Rugby Club Gießen Bescheid wissen. Aber das sollte sich nun ändern, denn Rugby scheint geradezu aus seinem Winterschlaf erwacht zu sein. Nicht nur die Saison der Regionalliga startet wieder und der Winter gibt bald die Lahnwiesen für das wöchentliche Training wieder frei, nein, auch national und international ist einiges in Bewegung gekommen. Ab 2016 wird Rugby bei den Olympischen Spielen in der 7er Variante vertreten sein. Dies gibt Deutschland, das als „Amateurstaat“ gilt und mit Platz 29 auf der Weltrangliste eingestehen muss, dass man Ländern wie Neuseeland, Südafrika und Frankreich stark unterlegen ist, die Chance sich zu beweisen. Auch die Rugby Vereine in Deutschland verbuchen seit geraumer Zeit einen immer stärkeren Zulauf gerade im Jugendsektor, der beweist, dass sich Rugby aus dem Schatten der Unbekanntheit befreit und immer populärer wird, da es eine wirkliche Alternative zu herkömmlichen Sportarten darstellt. Auch der kürzlich angelaufene Film „Invictus“ mit Morgan Freeman verleiht der Rugby-Begeisterung neuen Schub. Doch was macht den Reiz dieser Sportart aus? Es ist schwer zu beschreiben, denn eigentlich kann man ihn nur selbst erleben. Wer möchte ist zu diesem Zweck herzlich eingeladen das Saison-Auftaktspiel des URC Gießen gegen Darmstadt am 27.03. an den Lahnwiesen anzusehen (Ankick 15.00 Uhr, kein Eintritt). Es verspricht spannend zu werden. Wer möchte, kann bei der Gelegenheit auch erfahren, ob ich es noch rechtzeitig zum Spiel geschafft habe und was es mit der „großen Mädchenbluse“ auf sich hat. Also bis nächsten Samstag. Felix Schmirler

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Kommentare zum Beitrag

Klaus Lowitz
6.571
Klaus Lowitz aus Reiskirchen schrieb am 21.03.2010 um 20:37 Uhr
Toller Artikel Felix! Ich habe als Kind sehr gerne Rugby im Fernsehen geschaut, die großen Turniere hatten es mir angetan. Dann kam ich mit 17 nach Deutschland und mußte feststellen, daß es diese Sportart hier gar nicht gibt. Ich freu mich zu hören, daß hier in Gießen Rugby gespielt wird. Ich finde es ist ein Sport für wahre Männer. Ich bin zwar Fußball-Fan aber wenn ich sehe wie manch Fußballer sich bei der kleinsten Berührung total theatralisch und mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden fallen läßt, dann muß ich immer an die Rugbyspieler denken. Bei denen gibt es so ein Gespiele nicht, da ist alles echt, wahre Männer eben.

Vieleicht schaffe ich es ja zu eurem Spiel zu kommen, zum zuschauen und ein paar tolle Fotos mit dem Tele schießen.
Felix Schmirler
161
Felix Schmirler aus Staufenberg schrieb am 21.03.2010 um 21:27 Uhr
Vielen Dank! Würde mich freuen wenn du kommen würdest.
Jens Hausner
545
Jens Hausner aus Wettenberg schrieb am 23.03.2010 um 23:32 Uhr
Hallo Felix,
wieder ein Erguss deines originellen Talents, weiter so!
@ Klaus Lowitz: Was das Wehleid der armen Fußballprofis angeht, sprichst du mir so aus dem Herzen! Tragisch: Diese "Helden" sind sich leider ihrer Vorbildfunktion nicht bewusst und dafür verantwortlich, dass viele Kinder und Jugendliche im Alltag mit der Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit ebenfalls nicht so genau nehmen ...
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