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Helmut Heibertshausen: der Mann mit den vielen Eigenschaften

Helmut Heibertshausen in Hamburg.
Helmut Heibertshausen in Hamburg.
Staufenberg | Er hat die Dinge gern fest im Griff. Das zeigt sich schon sehr früh: Als Kind hat Helmut Heibertshausen eine Kamera bekommen. Aber diese erste Kamera war nicht das, was er sich vorstellte und so sparte er Geld, um möglichst bald eine zu kaufen, an der er alles selbst einstellen kann, diese „Automatikdinger“ sind eben nicht seins. Bis heute. Er liebt die Herausforderung, spielt mit den Möglichkeiten seiner Spiegelreflex, um das Optimum aus dem jeweiligen Bildmotiv herauszuholen.
Die „Führung“ im wahrsten Sinne des Wortes hat er auch bei seinem zweiten Hobby, das er sehr liebt und welches er mit seiner Frau Marianne teil: die beiden tanzen leidenschaftlich gern. Und das ist gut so, denn beim Tanzen haben sich die beiden schließlich 1974 kennengelernt. Zwei Jahre später folgte die Hochzeit und bis heute machen die beiden alles gemeinsam.
Bleiben wir bei den Gemeinsamkeiten: Sie verbringen ihre Urlaube gemeinsam, egal, ob es die Kreuzfahrten in die Karibik, Richtung Mallorca oder Madeira waren, ob sie in Bayern Wandern gehen. Das machen sie übrigens besonders gern zusammen. Die Ziele sind verschieden, aber eines bleibt immer gleich: Sie machen die Reisen gemeinsam. Auf dem Wunschzettel stehen übrigens auch mal skandinavische Länder, bislang sind sie noch nicht da gewesen, aber das kann ja noch werden.
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In ihrer Freizeit haben sie sich auch lange und ausgiebig mit Tiffany beschäftigt. Der Kenner sieht das in der Wohnung auf den ersten Blick. Aber wer nun glaubt, nur kleinere Gegenstände vorzufinden, irrt. Der gebürtige Mittelhesse hat sich auch an größere Arbeiten gewagt; kunstvolle Lampenschirme und selbst die Flurtür sind selbst gemacht. Auch dieses Hobby hat der gelernte Industriemeister recht professionell betrieben: Er ist seit vielen Jahren der zweite Vorsitzende des Hobby- und Kunstkreises Lollar, dem er schon seit 1994 angehört. Und bevor Sie nun auf krumme Gedanken kommen: Nein, seine Frau war nicht die erste Vorsitzende, aber sie teilt auch dieses Interesse mit ihm. Die Gruppe organisiert verschiedene Ausstellungen und einmal im Jahr gibt es einen Vereinsausflug. Der Erlös der großen Ausstellung im November kommt übrigens immer einer sozialen Einrichtung zu Gute.
Neu im Leben von Helmut Heibertshausen ist „Tae-bo“, diese Sportart betreiben sie seit Oktober – auch gemeinsam. Es gebe in dem Kurs zwar nur wenige Männer, aber das sei kein Problem, er fühle sich „sehr gut integriert in der Gruppe“ und er lacht. Als junger Mann ist er Marathon gelaufen. Das hat viel Disziplin erfordert, aber damit hatte er eigentlich keine Probleme. Er ist vom Typ her sowieso eher diszipliniert „Ich habe eigentlich keine Laster; ich rauche nicht, ich trinke nicht.“ Süchte sind ihm also
eigentlich wesensfremd. Um so erstaunlicher, wenn er zugibt, ein wenig „GZ-süchtig“ zu sein. „Jeden Mittwoch und jeden Samstag warte ich schon auf die Zeitung. Es könnte ja auch wieder ein Beitrag von mir veröffentlicht worden sein.“ Darüber freut er sich und wird auch von Nachbarn und Bekannten darauf angesprochen. Neben ausdrucksstarken Schnappschüssen stellt er gern Rätsel ein oder auch schon mal ein Gedicht. Selbst verfasst selbstverständlich. „“Das geht mir irgendwie flott von der Hand“ und da ist es wieder, das Bild, alles gern aktiv zu gestalten, eben in der Hand zu haben.
Doch das schließt sein Gottvertrauen, ein sich in die Hand Gottes begeben nicht aus. Er beschreibt sich selbst als „gläubig“ und war zwölf Jahre im Staufenberger Kirchenvorstand aktiv. Und was macht ihn noch aus? Er sei einer, der schlecht „Nein“ sagen könne. Dafür sei er zu hilfsbereit, es dauere lange, bis er mal eine Bitte ablehnen könne. Zudem ist der 56-Jährige politisch sehr interessiert und macht sich Gedanken über aktuelle Entwicklungen. Er kritisiert, dass in der Politik einiges falsch laufe. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise zeichne sich ab, dass der viel zitierte „kleine Mann“ für immer weniger arbeiten müsse und „die oben“ machen sich die Taschen voll. Da sei es kein Wunder, wenn die Menschen wahlmüde und politikverdrossen seien.
Und auch wenn nun schon viele Interessen und Hobbies aufgezählt wurden, gibt es noch viele weitere Facetten bei dem 3-fachen Familienvater: Er liebt die Natur im allgemeinen, Tiere und ganz besonders Vögel. Die kann er mit Begeisterung und großer Geduld im heimischen Garten beobachten, er ist mit einem Hund und einem Dompfaff als Haustieren aufgewachsen, seine drei Kinder hatten dann das „Gegenteil“ von Vögeln, nämlich eine Katze. Aber zwei der drei Kinder leben längst nicht mehr bei ihren Eltern; nur der Sohn ist noch geblieben. Es sei gar nicht so einfach gewesen, als die beiden Töchter ausgezogen sind, eine lebt nun in Dresden, die andere in Eutin, aber gemeinsam haben die Eheleute auch diesen Abschied gemeistert.
Auf die Frage, ob es auch Dinge gebe, die sie getrennt unternehmen, schauen die beiden erst ein wenig ratlos, dann fangen sie an zu lachen. Weil ihnen so recht nichts einfällt. Sie sind einfach gern zusammen. Aber dann doch: „Bei einer GZ-Wanderung war mein Mann allein.“ Na also. Doch auch das relativiert sich schnell: „Beim nächsten Mal war ich aber dabei, denn man muss gar nicht unbedingt Bürgerreporter sein, um mitwandern zu dürfen“, strahlt Marianne.

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Kommentare zum Beitrag

Hugo Gerhardt
6.681
Hugo Gerhardt aus Gießen schrieb am 15.03.2010 um 15:04 Uhr
Eine gute Beschreibung von Euch beiden.
So kennen und lieben wir Euch, "Helmut und seine Süße".
Bei der ersten Wanderung, gelle Marianne, musste Helmut erst mal vortasten, denn die hatte so ein komischer Typ organisiert.
Schön, dass du dann immer dabei warst.
Die Planung nach Kloster Arnsburg ist abgeschlossen, also kann es "immer gerade aus gehen".
Euch beiden wünsche ich noch viele, viele gemeinsame Stunden, es ist schön euch kennen zu dürfen.
Danke
Regina Appel
4.738
Regina Appel aus Gießen schrieb am 15.03.2010 um 20:22 Uhr
So habe ich mir Helmut und Familie auch vorgestellt.
Vielseitig und mit vielen Seiten, die hier gut beschrieben wurden.
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 15.03.2010 um 20:30 Uhr
Ein guter und schöner Bericht von Helmut und seiner Frau.... Es ist schön die Menschen mit denen öfters Kommentare ausgetauscht werden, etwas besser kennen zu lernen.
Ich wünsche Euch noch weiterhin eine schöne Zeit...
lg. Doris
Helmut Heibertshausen
6.115
Helmut Heibertshausen aus Staufenberg schrieb am 16.03.2010 um 08:47 Uhr
Ich möchte mich hier noch einmal ganz herzlich bei Frau Linne für diesen schönen Bericht und den angenehmen Nachmittag bedanken.
Danke für den Besuch.
Simone Linne
5.040
Simone Linne aus Gießen schrieb am 16.03.2010 um 09:58 Uhr
ach, Herr Heibertshausen, da werd ich ja ganz rot ...
Wolfgang Heuser
6.054
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 17.03.2010 um 09:37 Uhr
Schöne Aktion mal über diese aktiven Leute zu Berichten, ich lese das auch schon mal gerne und kann mir so als Hinterländer Bürgerreporter meine eigenen Gedanken darüber machen!

LG Wolfgang
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