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Skandal oder Normal? Totes Reh neben der Grundschule

Staufenberg | Mir ist bekannt, dass hier in der Gemeinde, in der wir jetzt wohnen, viele Jäger unterwegs sind, die hier natürlich auch wohnen. Was ich aber erschreckend fand, dass gleich neben unserer Grundschule - nebenan scheint ein Jäger zu wohnen - am hellichten Tag und natürlich während der großen Schulhof-Pause ein gerade geschossenes noch blutendes Wild für die Kinder sehr gut sichtbar auf den Hof des Jägers gebracht wurde, wo es sodann erst liegenblieb und weiterblutete um sodann "weiterbearbeitet" zu werden.
Ich komme aus einer relativ großen Stadt - kannte also das Vorgehend von Jägern nur aus dem Fernsehen - und bin total schockiert gewesen, als mein Grundschulkind mir von diesem Vorfall erzählte, der einige Wochen zurückliegt. Heute hat es sogar geweint und meinte, das Reh zu vermissen, was da letztens vom Jäger erschossen wurde.
Liebe Jäger, es muss doch nicht vor den Augen unserer Kinder sein. Vielen Dank. Das täte der Psyche meines Kindes ein Wohl!

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Kommentare zum Beitrag

Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 14.01.2010 um 10:54 Uhr
Ich bin selber ein großer Tierfreund, aber die Jagd ist nichts Bestialisches, wie viele glauben, sondern dient der Regulierung der Tierbestände. Der Tod gehört zum Leben dazu, und das sollten auch Kinder lernen. Ich war selbst als kleines Kind beim Schweineschlachten dabei und das hat meiner Psyche auch in keinster Weise geschadet.
742
D. Theiß aus Lich schrieb am 14.01.2010 um 13:37 Uhr
Wenn man in den Fünfzigern und Sechziger Jahren im Winter durch die Dörfer ging war es an der Tagesordnung das die geschlachteten Schweine vor den Häuser hingen, für uns Kinder war dies nichts Aufregendes, das gleiche galt für die Jagd, bei einer Treibjagd wurde ja auch am Ende der Jagd die Strecke ausgelegt.
Wann ein Kind dies natürlich zum ersten Mal sieht dann stellt es doch Fragen, da sind nun die Eltern gefordert, das sterben gehört zum Leben.
Obwohl der Platz neben der Grundschule ist dafür weniger geeignet, man hätte damit auch bis Unterrichtende warten können.
Jannette Straube
33
Jannette Straube aus Gießen schrieb am 14.01.2010 um 17:10 Uhr
Ja, wenn man früher in die Gaststätte oder sonst in öffentliche Einrichtungen ging, dann durfte auch geraucht werden ... Früher ... können sich Zeiten nicht mal ändern?! Ich finde ja, dazu gehört auch, dass man auf andere Rücksicht nimmt. Ich möchte nicht, dass mein Kind in der Nacht von toten blutenden Tieren träumt ... Das ist nicht so schwer zu verstehen. Es gibt eben Menschen, die sind sensibel. Ich muss auch nicht unbedingt in einer Metzgerei arbeiten oder als Pathologin oder sowas. Übers sterben haben wir schon gesprochen, aber es muss doch nicht sein, dass direkt neben der Grundschule ein Tier blutend hingelegt wird zum ausbluten ... Das ist wirklich der falsche Ort und der falsche Zeitpunkt gewesen.
Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 14.01.2010 um 19:57 Uhr
Ja, der Ort ist mit Sicherheit nicht der Glücklichste, da gebe ich Ihnen Recht. Aber man kann ja Kinder nicht vor allem Behüten, sondern muss sie auch übers Konfrontieren lernen lassen. Wenn die Kinder im Feld spielen kann es ja auch sein, dass da ein totes Reh liegt - oder eine tote Katze neben dem Spielplatz, die gerade überfahren worden ist.
Diana Müller
87
Diana Müller aus Rabenau schrieb am 15.01.2010 um 13:15 Uhr
Ich finde es wirklich nicht dramatisch, wenn eine Schulkind so etwas sieht. Es wäre dann an den Eltern, dem Kind zu erklären, wie die genauen Abläufe einer Jagd auf Wildtiere aussehen und ablaufen. Das Ausbluten ist ein ganz normaler Vorgang. Die Empörung der Mutter hat sich hier sicherlich auf das Kind übertragen.
Auch Stadtkinder haben Möglichkeiten, den Umgang mit Tieren und auch toten Tieren zu lernen. Und das ist wichtig.
Ein Besuch auf einen Bauernhof wäre hier vielleicht ein Anfang. Ich persönlich finde das Wissen über die Lebensmittelkette, hauptsächlich die Herkunft der Lebensmittel sehr wichtig. Es gibt nämlich auch Schlachthäuser und Tiertransport. Hier werden oft viele Tiere unwürdig transportiert.
Informieren ist wichtig. Nicht immer gleich verurteilen.
Manuela Eichmann
1.072
Manuela Eichmann aus Staufenberg schrieb am 03.02.2010 um 13:28 Uhr
Hallo Frau Straube,
ich kann Ihre Ansicht sehr gut teilen. Sicherlich gehört der Tod zum Leben, meiner Meinung nach nicht unbedingt in dieser Form. Ich persönlich bin als Kind oft durch Staufenberg gelaufen und habe im ehemaligen Schlachthaus einmal eine Kuh hängen sehen, die dort gerade gehäutet wurde. Das ist jetzt ca. 30 Jahre her und dieses schreckliche Bild ist heute noch präsent.
Man sollte den Kindern lieber vermitteln, daß Tiere Mitgeschöpfe sind, die Gefühle haben und durchaus Recht auf Leben.
Stattdessen zu sagen, man solle die Kinder mit Erklärungen beruhigen, ja sogar daran gewöhnen finde ich sehr befremdlich.
Ich bin froh über jedes Kind, was um eine überfahrene Katze und ein totes Reh noch weinen kann und damit ausdrückt, daß es noch Mitgefühl besitzt, was leider heutzutage vielen Menschen verloren gegangen ist.
742
D. Theiß aus Lich schrieb am 03.02.2010 um 16:16 Uhr
Da hat wohl das eine mit dem anderen sehr wenig zu tun.
Man kann sehr wohl mit dem einen konfrontiert werden und die Nützlichkeit erkennen und gleichzeitig mit einem überfahrenen Tier Mitgefühl haben.
Wenn ich ihre Aussage richtig verstehe, dann dürften alle Haustierbesitzer aus Mitgefühl kein Fleisch mehr essen, aus Mitgefühl dem Schwein, Rind oder sonst irgendeinem Tier was als Glied in der Nahrungskette dient.
Manuela Eichmann
1.072
Manuela Eichmann aus Staufenberg schrieb am 03.02.2010 um 17:09 Uhr
Über die Frage der Nützlichkeit könnte man sicherlich diskutieren. Ob Mitgefühl anderen Lebewesen gegenüber alleine Haustierbesitzer betrifft, ist die andere Frage. Das hat wohl sehr wenig miteinander zu tun.
Ich kann nur für mich sprechen, und in der Tat esse ich aus Mitgefühl und Respekt vor dem Leben im allgemeinen, keine Tiere. Aber das muß nun einmal jeder für sich entscheiden.
Es geht wohl auch etwas am Thema vorbei, denn hier hat ein Kind ein unschönes Erlebnis gehabt und das sollte man durchaus ernst nehmen und respektieren.
742
D. Theiß aus Lich schrieb am 03.02.2010 um 18:15 Uhr
Darauf wurde ja schon weiter vorne näher darauf eingegangen, über den Ort da sind wir uns wohl einig, der war etwas Rücksichtslos gewählt, aber die Kinder werden damit sicher irgendwann konfrontiert und wenn die Eltern dazu nicht in der Lage sind ein Kind dahingehend aufzuklären was da gerade passiert, ich denke da läuft dann etwas Schief, wer seinen Kindern Märchen vorliest, da passiert etwas, wer seinem Kind Ostern und Pfingsten erklären will auch da ist was passiert, es passiert immer etwas und die Kinder wachsen in der Regel damit auf und vor allem Kinder speichern nur das ab was sie auch verstehen, wenn ich natürlich dem Kind dieselbe Geschichte jeden Tag auf das Neue präsentiere, dann bekommt ein Kind natürlich einen Horror vor so etwas.
Das ist aber reine Erziehungssache und die sieht ehe jeder etwas anderes, man sollte aber nicht dadurch alle die anders Denkend sind deswegen verdammen.
Jannette Straube
33
Jannette Straube aus Gießen schrieb am 03.02.2010 um 23:01 Uhr
Hallo Detlef Theiß, mit Erziehung hat das nichts zu tun.
Leider war ich aber in dem Moment nicht dabei, als mein Kind diesen "blutigen Schock" erlitt, so konnte ich in diesem Moment auch nicht als Mutter bei meinem Kind sein und war auch nicht in der Lage zu diesem Zeitpunkt nach meinem momentanen Gefühl zu handeln oder pädagogisch wertvoll. Sicherlich, es waren andere Kinder dabei, und die Erzieher auf dem Hof hat es wohl weniger interessiert. Aber es steht fest: der Ort und die Zeit für eine solche "Tat" war auf jeden Fall nicht richtig. Ich habe auch schon mal Wild im Restaurant gegessen, aber wie es geschlachtet wird, nein da kann ich dankend drauf verzichten.
Wir, mein Kind und ich haben über die Sache schon mehrmals gesprochen und sie ist verarbeitet (denke ich; bis jetzt war's gut, bzw. kann mein Kind wohl nun damit umgehen). Aber es geht einer Mutter doch immer sehr zu Herzen, wenn sie gerade in solchen Momenten, die das Kind emotional sehr belasten, nicht bei ihrem Kind sein können.
Wir können eben dann nur im Nachhinein trösten und mit Artikeln wie diesem die Mitmenschen darauf aufmerksam machen, dass es Sachen gibt, die man eben nicht unbedingt neben einer Grundschule während der Unterrichts- und Pausenzeiten erledigt ...!
742
D. Theiß aus Lich schrieb am 04.02.2010 um 00:30 Uhr
In Punkto Ort und Zeitpunkt da habe ich ihnen ja schon weiter oben recht gegeben und ich sehe es genauso, aber ich habe aber manchmal schon das Gefühl das manche Eltern überreagieren, ich möchte dazu anmerken ich bin selber Jahrgang 52 und stamme somit für manche schon aus einer längst vergessenen Welt, ich hatte auch noch den (für mich persönlich) Vorteil damals auf dem Land aufzuwachsen und wir wurden mit manchem konfrontiert, was in der heutigen Zeit gar nicht Denkbar wäre, deswegen sehe ich manches anders.
Thorsten Lux
900
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 04.02.2010 um 09:44 Uhr
Stimmt, früher war einiges anders. Da hat man auf dem Dorf noch freundschaftliche Gefühle für Tiere entwickelt, die dann eines Tages vor der Schule geschlachtet wurden. Und als Familienangehöriger musste man natürlich beim Schlachten mithelfen bevor Kinder unter Zuhilfenahme von Gewalt gezwungen wurden ihre ehemaligen Freunde aufzuessen.

Wenn ich mir so den einen oder anderen Hinweis durchlese, frage ich mich ob ein solcher Text tatsächlich Anlass gibt an den Erziehungsmethoden der Schreiberin zu zweifeln, oder man hier einfach die Chance hat eine andere Weltsicht kennenzulernen.

Die Definition ob Tiere nun Lebewesen oder Lebensmittel sind - und ob das ein zwingender Widerspruch ist - muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Was dem einen barbarisch erscheint, lässt dem anderen das Wasser im Munde zusammen laufen.

Das dies jedoch eine Frage ist, die vielen Menschen ihr Weltbild auf die Probe stellt ist für mich nahezu unverständlich. Weshalb wohl empfinden es viele Menschen die mir bislang begegneten für nötig mich zu beleidigen, wenn ich sage, dass ich mittlerweile erwachsen bin und mich nie wieder - weder mit Gewalt noch sonst irgendwie - dazu zwingen lasse Lebewesen zu essen mit denen ich mich zuvor anfreundete.

Womit wir bei einem weiteren Thema sind: Weshalb scheint es eigentlich manchen Menschen notwendig ihren Kindern zu vermitteln, dass Nahrungsaufnahme ein taugliches Mittel sei seine Kinder zu bestrafen?

Aber ich sehe schon: Mein Textbeitrag führt weit über das Ziel hinaus. Wenn dabei herumgekommen ist, dass das Leben und (das meint alle Lebensbereiche) durchaus mehr Kategorisierungen als "richtig" und "falsch" aufweist, dann ist der entscheidende Denkanstoß sicherlich schon herübergekommen.
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