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Stadtverwaltung Staufenberg und Feuerwehr führen Frühdefibrillation ein

Staufenberg | Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 130.000 Menschen am plötzlichen Herztod, der Todesursache Nummer eins. Der häufigste Ursache hierfür, dem so genannten Kammerflimmern, kann man nur mit einer frühestmöglichen Defibrillation begegnen. Damit diese Defibrillation frühestmöglich durchgeführt werden kann, muss sie von beim Notfall Anwesenden, meist medizinischen Laien, mittels spezieller Geräte, so genannter automatisierter externer Defibrillatoren (AED) durchgeführt werden. Diese in der Anwendung sehr simplen Ein-Knopf-Geräte, die im Inneren Medizin-High-Tech verbergen, führen den medizinischen Laien mit Sprachanweisungen durch die gesamte Erste Hilfe, analysiert die Herzaktionen und gibt im Falle einer entsprechenden Situation den lebensrettenden Stromstoß für das Herz frei - empfohlen von der Bundesärztekammer (BÄK) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH). Genau diese AED-Geräte hat die Stadt Staufenberg nun für alle maßgeblichen Einrichtungen, nämlich die Stadtverwaltung, die Sport- und Stadthalle und die Sport- und Kulturhalle in Treis, sowie für das Haupteinsatzfahrzeug der Feuerwehr Staufenberg beschafft, in Betrieb genommen, Verantwortliche benannt und Anwendergruppen geschult.
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Es war den Initiatoren, Bürgermeister Münch, dem Sicherheitsbeauftragten der Stadtverwaltung Michael Deibel, sowie Michael Klier und Birger Handloser als Leiter der Staufenberger Feuerwehr im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit, dieses Thema voranzubringen. "Wir haben als Stadt eine besondere Verantwortung für unsere Bürgerinnen und Bürger, insbesondere, wenn Sie unsere Einrichtungen nutzen oder konkret um Hilfe ersuchen. Dieser Verantwortung können wir nun noch besser nachkommen. Frühdefibrillation ist eine extrem wirksame und breit anerkannte Maßnahme." erläutert Bürgermeister Münch diesen Schritt. "Sofort den Notruf 112 wählen, sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung - 30x Herzdruckmassage und 2 Beatmungen - beginnen und sofort den AED holen lassen, anschließen und den Sprachanweisungen folgen - das kann sogar ich!" weiß das Stadtoberhaupt und geht mit der gewünschten Offenheit an das Thema heran.
Auch für den Leiter der Feuerwehr, Stadtbrandinspektor Michael Klier war die Einführung der Frühdefibrillation eine wichtige Entscheidung "Wir wissen seit langem, dass im Falle eines plötzlichen Herztodes trotz des hervorragenden Rettungsdienstes im Landkreis Gießen kein Weg an den Standardmaßnahmen Notruf 112, Herz-Lungen-Widerbelebung und Anwendung des AED kein Weg vorbeigeht, wenn man einen Menschen retten will, denn mit jeder Minute Untätigkeit sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10%." Die AED werden in öffentlich zugänglichen verschlossenen Stahlkästen untergebracht, die mit einem Schlüssel zu öffnen sind. Klier "Für den Notfall hängt neben den AED-Schränken ein Schlüsselkasten, dessen Scheibe man zur Entnahme einschlagen kann - klassische Lösung, lange bewährt."
Mit der einfachen Anschaffung von AED ist es aber nicht getan, wie der stellvertretende Stadtbrandinspektor Birger Handloser erläutert "Maßgeblich bei jedem Notfall ist, dass überhaupt jemand eingreift und die drei Maßnahmen Notruf 112, Herz-Lungen-Wiederbelebung und Anwendung des AED ergreift. Wir haben daher in einem ersten Schritt drei potentielle Anwendergruppen identifiziert, die alle einen aktuellen Erste Hilfe Kurs haben und eine besondere Verantwortungsposition bekleiden: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Fachübungsleiterinnen und Fachübungsleiter der Staufenberger Sportvereine und Angehörige der Feuerwehr. Diese haben bereits eine Erste Hilfe Ausbildung, deren Bestandteil die AED-Anwendung ist. Wir Beauftragten weisen diese Personengruppen nun in die von uns beschafften AED ein." Handloser weiß genau, wovon er spricht: Er und sein Kollege Michael Deibel sind vom Hersteller der Geräte zum Medizinproduktbeauftragten geschult worden, um die Geräte zu überwachen. Handloser: "In einem weiteren Schritt werden wir die AED-Einweisungen für Bürgerinnen und Bürger öffnen, wir empfehlen hierzu die Erste Hilfe Kurse mit AED - Modul, wie sie das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter und die Feuerwehren anbieten. Außerdem werden wir die Anwender jährlich unterweisen."
Ganz bewusst wurde in Staufenberg auf eine Überkonzeptionierung verzichtet "Wir haben genau geschaut: Was ist die Rechtslage, was sagen die maßgeblichen Akteure zu dem Thema, wie erfüllen wir diese Anforderungen und sind dann den probaten Weg gegangen. Allen Beteiligten war aber klar, dass wir bei einem Gerät wie dem AED, das von Bedienungszweck und Bedienungsart auf vielen Ebenen einem Feuerlöscher gleich kommt, schnellstmöglich unseren Plan umsetzen können. Angesichts vorhandener probater Konzepte mussten wir nicht in einen zeitraubenden konzeptionellen Exkurs das Rad neu erfinden. Getreu dem Grundsatz: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." so Stadtbrandinspektor Michael Klier, der dessen gesetzliche Aufgabe die Sicherstellung des Brandschutzes und die allgemeine Hilfe im Stadtgebiet ist.
Einig sind sich aber alle Akteure darüber, dass es ihnen am liebsten wäre, wenn die Geräte nicht eingesetzt werden müssten. "Aber wenn, dann ist Staufenberg nun einer der besseren Orte, wenn es um schnelle wirksame Hilfe geht" so Bürgermeister Münch nicht ohne Stolz.

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