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5. Falke Rothaarsteigmarathon

Siegerehrung von links Britta Heinemann 2.,  Annette Geiken 1., Rosi Hausner 3.
Siegerehrung von links Britta Heinemann 2., Annette Geiken 1., Rosi Hausner 3.
Staufenberg | Erlebnissbericht von und mit Rosi und Hans Hausner vom Treiser Lauf- und Walkingtreff.

Nur die Harten kommen in den Garten, an diesen Ausspruch von Michael Fritz nach einem anstrengenden Trainingslauf, mußte ich letzten Samstag oft denken.

Hans und ich starteten zusammen mit 180 anderen Teilnehmern beim Rothaarsteig Marathon.

Wir lesen im Vorfeld vom „Weg der Sinne lockt mit besonderem Flair“ oder „Atemberaubende Ausblicke „.

Alles das können wir bestätigen, aber zuvor mussten wir 42,195km und 838 Höhenmeter, gespickt mit einer 10km langen Crossstrecke zurücklegen.

Die Idee zu diesem Lauf hatte Hans, er wollte an keinen großen Stadtmarathon sondern lieber einen schönen Landschaftslauf teilnehmen.

So standen wir am letzten Samstag pünktlich um 11:00Uhr im Startbereich in Fleckenberg auf dem dortigen Sportplatz. Es war mit 4 Grad recht kühl, aber trocken und die Sonne schien schon durch die Nebeldecke. Alle Teilnehmer wurden herzlich begrüßt und ermahnt vorsichtig zu laufen und auf den Weg zu achten. Zum Einlaufen gab man uns ca. 3,5km dann ging es gnadenlos bergauf.

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uns ganz gut und haben nette Mitstreiter um uns herum. Aus den Gesprächen hört man heraus, es sind viele Läufer aus der Ultra Szene und teilweise Berglauf erfahren dabei. Ein Läufer überholt uns und grüßt freundlich mit den Worten: Ich bin aus Eurer Nähe (Krofdorf) habe nur mein Trikot vergessen, viel Spaß noch. Den sollten wir haben.

Kilometer Schilder gibt es nur alle 5km, was bei dieser Strecke auch reicht. Die Verpflegung ist super, auch die Markierung der Strecke. Bis km 20 laufen wir zusammen, dann lasse ich Hans alleine weiter ziehen, meine „Bergkraft“ lässt so langsam nach.

Bei km25 genieße ich die tolle Aussicht, obwohl jetzt jeder meiner Beinmuskeln in „Bergstreik“ getreten ist. Immer wieder kommen mir nette Wanderer entgegen, die respektvoll Beifall klatschen und aufmunternde Worte für die Läufer übrig haben. Ich muß zweimal an einem Steilstück gegen, aber einige andere Läufer auch – das tröstet mich.

Sehr nette Streckenposten zeigen die Richtung an. Das Geläuf ähnelt von km 20 bis 30 einer Crossstrecke. Aufgeweichter Boden, große Pfützen, Matsch und immer wieder viele Wurzeln machten es schwer einen Laufrhythmus zu finden, von den Bergen mal ganz abgesehen. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt nicht gerade super fit bin, vermisse in keiner Minute die vielen Zuschauer eines Stadtmarathons. Ich versuche die schöne Landschaft zu genießen und leide ein bisschen vor mich hin, hier und da wechsle ich ein paar Wort mit anderen Läufern.

Unterwegs bekomme ich die Mitteilung 3. Frau zu sein. Wenn das stimmt - toll- beflügelt mich etwas. Dann stehe ich plötzlich vor einer steilen Passage bergab, ich komme mir vor wie im Gebirge. Aus Angst auszurutschen, lasse ich erst einmal die Läufer hinter mir vorbei, die allesamt flotten Schrittes weiterlaufen. Na ja irgendwann bin ich dann auch unten angekommen. Schon bald sehe ich das Schild: noch 10km. Klasse. Ich fühle mich wieder besser - nur noch 10km, habe ich doch schon so oft gelaufen!!

Endlich kommt die lange Passage hinunter ins Latroptal auf die ich mich so gefreut hatte. Jetzt treten aber auch noch meine Gelenke in „Streik“, denen der Aufprall wohl zu heftig ist. Nach etwa 2km wird es besser und ich kann das Ziel förmlich riechen.

Halbmarathonläufer und auch Walker vermischen sich auf den letzten 6 km mit den Marathonläufern. Hier und da ein kleiner Hügel, aber sonst recht flach geht es zu Sportplatz nach Fleckenberg.

Das Ziel ist erreicht. Juhu

Der Stadionsprecher und das Publikum empfangen alle Läufer und Walker/Nordic Walker sehr herzlich.

Hans kommt mir entgegen, aber wie sieht der denn aus. Von oben bis unter voller Matsch. Er ist zweimal gestürzt, aber als alter Fußballer hat er sicht nicht weiter verletzt, von einer kleinen Schürfwunde abgesehen. Mit 3:44:04 war er fast drei Minuten vor mir im Ziel und verpasste um 20 Sekunden einen Platz auf dem Treppchen. Er hat die Berge besser verkraftet, aber auch Hans war der Meinung, dass dies seine schwerster Marathon war.

Das Gehen fällt uns erst einmal recht schwer – das gibt einen ordentlichen Muskelkater, so die Gespräche mit anderen Läufern im Ziel. Wir trinken alles was auf dem Tisch steht: Malzbier, Cola, Tee, Iso und Wasser und fühlen uns langsam besser. Die warme Dusche und eine Massage wirken Wunder.

Im gemütlichen mit viel Holz ausgestatteten Schützensaal von Fleckenberg (ein großer Saal mit Küche und Theke für große Feierlichkeiten) fand später die stielvolle Siegerehrung statt.
Zunächst wurde unter den Walkern einige wertvolle Preise verlost, dann folgte die Siegerehrung der Marathonläufer. Die ersten drei Männer und Frauen wurden mit einer lauten Fanfare und unter großen Beifall auf die Bühne gebeten. Mit den vielen Scheinwerfern kam man sich vor wie beim Film. Mit 3:46:28 wurde ich dritte bei den Frauen und 1. in der W50. Dies wurde mit einem Gutschein vom Hauptsponsor Falke und einem großen Pokal belohnt.
Nach und nach wurden alle ersten drei jeder AK auf die Bühne gebeten und bekamen Pokal oder Medaille von Offiziellen überreicht. Diese sehr schöne und stielvolle Art der Siegerehrung nimmt natürlich viel Zeit in Anspruch, aber diese schienen die Anwesenden alle zu haben.

Wie schon am Anfang herrschte eine tolle Stimmung, recht zufrieden so gut durchgekommen zu sein traten wir den Heimweg an und wieder hatten wir Michaels Ausspruch im Kopf: „nur die Harten kommen in den Garten“.

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von:  Rosi Hausner

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Interessensgebiet: Staufenberg
Rosi Hausner
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