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Aus für Quelle !!!

Staufenberg | Nun hat es ein weiteres, deutsches Großunternehmen erwischt. Quelle wird geschlossen und abgewickelt, trotz 50 Millionen Investitionen des Staates. Auch hier liegen die Gründe in jahrelangem Mißmanagement und der kleine Arbeiter und Angestellte hat die Folgen zu tragen. Die Leute in den Führungsetagen brauchen sich um ihre Zukunft keine Gedanken zu machen, denn sie sind ja gut versorgt.
Aber es sind nicht nur Großunternehmen die in dieser Zeit immer weniger werden. Auch kleinere Unternehmen setzen ihre Mitarbeiter trotz Gewinn auf die Straße.

Als ehemaliger Mitarbeiter einer Druckerei in der Marburger Strasse in Gießen bin ich und weitere Kollegen davon betroffen. Auch hier ist der Grund ein Mißmanagement, das sich über Jahre hingezogen hat.
Vor 4 Jahren haben wir einen Vertrag unterschrieben, der nun am 31.12.2008 auslief. Darin fiel das Urlaubsgeld weg, und die wöchentliche Arbeitszeit wurde von 35 auf 40 Stunden angehoben. Damals wurde uns eine Besserung der Lage versprochen. Als dann noch ein Außendienstmitarbeiter wegging, wurde auch hier nichts unternommen um die Lage zu ändern.
Dieser Vertrag wurde von den Mitarbeitern im Interesse des Erhalts ihres Arbeitsplatzes unterschrieben. Wer nicht unterschreibt, sollte nicht mehr weiterbeschäftigt werden.
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Da nun dieser Vertrag auslief, mußte ein Folgevertrag her. In einer Betriebsversammlung wurde uns mitgeteilt, dass an den Löhnen und Gehältern nichts geändert werden sollte, man lediglich nach dem Urlaub und der Weihnachtsgratifikation schauen würde. Wenn es so gekommen wäre,hätte jeder den neuen Vertrag unterschrieben, wenn damit sein Arbeitsplatz sicher wäre. Gleichzeitig wurde aber betont, dass man 100% Unterschriften verlange, ansonsten würde der Betriebsteil geschlossen.
Drei Wochen später haben wir dann erfahren, was hier zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung ausgehandelt wurde. Diese Neuerungen konnten von den meisten Mitarbeitern nicht akzeptiert werden. Und so erhielten wir dann Ende Januar 2009 unsere Kündigungen zum 31.07.2009.
Seitens des Betriebsrates wurde dann jedem Mitarbeiter mitgeteilt, was er an Abfindung bekommen werde. Nach langwierigen, zähen Verhandlungen hätten sie nur das Beste für die Mitarbeiter herausgeholt, obwohl man noch mehr erreichen wollte.
Als die Sache dann vor dem Arbeitsgericht verhandelt wurde, kam heraus, dass der Betriebsrat für die Mitarbeiter weniger Abfindung haben wollte, um dem Chef damit w e i t e r e K o s t e n zu sparen. Ferner wurde plötzlich von 1 1 0 0 Mitarbeitern gesprochen (Gesamtbetrieb), obwohl in allen Zeugnissen und Papieren die Rede von 340 Mitarbeitern ist. Hierbei wurden nun sämtliche Aushilfen und Teilzeiträfte mit eingerechnet.
So kam dann am 31.07.2009 unser allerletzter Arbeitstag und wir wurden in die Arbeitslosigkeit entlassen.
An diesem Beispiel kann man sehen, wie heute mit Mitarbeitern, die jahrelang die Treue zu ihrer Firma gehalten haben, umgegangen wird, und was die Menschen heute noch wert sind.

Hier der Text der Pressemitteilung, der dann veröffentlicht wurde:

Gießen | Ende Juli wird die Mittelhessische
Druck- und Verlagsgesellschaft mbH (MDV)
ihren Betriebsteil Gießen-Druck mit
Produktionsstätten in Steinbach und in der
Marburger Straße in Gießen schließen. Mit
dieser Maßnahme entfallen 28 der derzeit 340
Arbeitsplätze. Dies teilte die
Geschäftsleitung der MDV in einer
Pressemeldung mit.
Dieser Schritt werde notwendig, da
Gießen-Druck über Jahre hinweg hohe Verluste
in einem Markt erwirtschaftet habe, der durch
massiven Wettbewerb, insbesondere auch aus
den ehemaligen Ländern des Ostblocks,
gekennzeichnet sei.
Ein gemeinsamer Sanierungsversuch von
Geschäftsleitung und Betriebsrat der MDV,
durch eine Absenkung von Löhnen und Gehältern
auf marktübliche Höhe die
Wettbewerbsfähigkeit in diesem schwierigen
Markt herzustellen, sei zuvor gescheitert, so
die Geschäftsführung.

Nach außen hin kann man das Ganze mit der momentanen Wirtschaftskrise in Verbindung bringen, obwohl das damit sehr wenig zu tun hat.
Kein Wunder, dass es immer mehr Menschen gibt, die durch solche Fälle psychisch krank sind.

Kommentare zum Beitrag

Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 22.10.2009 um 10:31 Uhr
Schade um Quelle, denn ich habe immer gern dort bestellt.
Und den Vorwurf, das Ganze sei unmodern, kann ich nicht nachvollziehen. Für mich gibt es nichts Besseres, als zu Hause gemütlich einen physischen Katalog zu durchblättern und dann das gewünschte via Internet zu bestellen. Die Mischung macht es meiner Meinung nach.
Hallo Lieber Leser
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Herzlichst, Ihr(e) Helmut Heibertshausen

von:  Helmut Heibertshausen

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Helmut Heibertshausen
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