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Reiskirchener Sonntag: Bürgerbegehren trifft Internationalen Weltwassertag

Reiskirchen | Am nächsten Sonntag werden in Reiskirchen das Bürgerbegehren gegen die Südumgehung und der Internationale Tag des Wassers aufeinander treffen. Obwohl dies eine rein zufällige Begegnung sein wird, wird sie ein denkwürdiges Symbol sein für den heutigen Umgang der entwickelten Länder mit den existentiellen Problemen der Durstregionen der Welt. Auch wenn die geografische Entfernung zwischen Reiskirchen und Ostafrika sehr groß zu sein scheint.

In Reiskirchen werden die Bürgerinnen und Bürger am Sonntag darüber zu befinden haben, ob Deutschlands Steuerzahler ca. 12,3 Millionen Euro und mehr für eine Umgehungsstraße von sehr zweifelhaftem Nutzen hinblättern sollen. In Ostafrika werden, wie jeden Morgen, unzählige Frauen und Kinder noch vor Sonnenaufgang loslaufen, um aus weit entfernten Tümpeln Wasser sehr zweifelhafter Qualität herbeizuschaffen, die ein Hauptgrund für die hohe Kindersterblichkeit ist.

Würden die geschätzten 12,3 Millionen Euro, die für die Südumgehung Reiskirchens ausgegeben werden sollen, in die nachhaltige Wasserversorgung in Afrika investiert, könnten damit Zehntausenden von Kindern das Leben gerettet und Millionen Menschen dauerhaft mit sauberem Wasser, z.B. durch das Auffangen von Regenwasser, versorgt werden.

Eine Zisterne, die 10 Personen durch die Trockenzeit bringen kann, kostet in Uganda ca. 800,- Euro. Wird das Geld über ein Mikrofinanzsystem als Darlehen vergeben, können für diesen Betrag innerhalb von zehn Jahren 15 Zisternen gebaut werden. Für 12,3 Mio. Euro könnten etwa 235.000 Zisternen errichtet werden, die für zwei Millionen Menschen sauberes Wasser spenden würden. Und wenn das Geld länger im Mikrofinanzsystem rotieren würde, auch noch für viel mehr.

Wie wäre es also, wenn sich am Sonntag die Reiskirchener Bürgerinnen und Bürger für das Umleiten der Straßenbau-Millionen in den Zisternenbau Ostafrikas entscheiden würden? Wenn das Geld aus dem Verkehrsministerium in das Entwicklungshilfeministerium verschoben würde? Dies ist eine wundervolle Vorstellung, besonders für die Frauen und Kinder, die in den Durstregionen der Welt täglich um Wasser und damit um ihr Leben laufen.

Übrigens: die Geschäftsstelle Rhein-Main und Süddeutschland des gemeinnützigen Vereins ‚Wasser für Menschen’ e.V., der Zisternenbauprojekte besonders in Afrika vorantreibt, hat ihren Sitz in Reiskichen.

Reiskirchen, 18.3.2009 Dr. Hans-Otto Wack, Präsident von Wasser für Menschen e.V.

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