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Reiskirchener Lokalpolitik will Millionen Euro zum Schaden von Naturraum und Landwirtschaft verschwenden

Reiskirchen | Vorneweg: Selbstverständlich ist eine Entlastung der Verkehrsbelastung der Ortsdurchfahrten Reiskirchen und Lindenstruth erforderlich. Aber dies kann nicht geschehen, indem die Belastung anderen Bereichen der Großgemeinde und den nachfolgenden Generationen aufgedrückt wird.

Die Kampagne der Reiskirchener Parteien für die Südumgehung geht daher an einer tragfähigen Problemlösung weit vorbei und droht, Steuergelder in Millionenhöhe zu verschwenden. Seit 18 Jahren sei die Planung schon abgestimmt, wird da vorgebracht. Dass die Planungsgrundlagen genau deswegen hoffnungslos veraltet sind, wird glatt übergangen - auch vom ASV Schotten, das zeitgleich für die Südumgehung wirbt.

Denn die BAB 5 hat sich in der Zwischenzeit durch ihren Ausbau und die neue Auffahrt Grünberg zu einer echten Alternative zu den Ortsdurchfahrten Reiskirchen und Lindenstruth und zu einer Ortsumgehung entwickelt. Seit mehr als einem Jahr kann ein Großteil des Verkehrs aus und in Richtung Grünberg / Laubach über die BAB umgeleitet werden.

Nach der heutigen Situation wäre, durch die Verlagerung von Verkehr auf die BAB, eine Verkehrsberuhigung
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in Reiskirchen und Lindenstruth durchaus möglich. Doch dies verschweigt die Reiskirchener Lokalpolitik lieber, da sie es komplett verschlafen hat, sich hierüber ernsthaft schlau zu machen. Lieber wird behauptet: ‚Es gibt keine Alternative!’. Diese Aussage ist zwar fachlich falsch, aber bequemer.

Sicherlich würde das Umleiten von Durchgangsverkehr von und nach Grünberg über die BAB ein neues Konzept und neue Aktivitäten erfordern. Aber genauso sicherlich würde dies nur einen Bruchteil des Geldes und der Umweltressourcen kosten, den der Bau und der Betrieb der Südumgehung verschlingen werden. In Zeiten der Finanzkrise, in die auch der Staat immer tiefer hineinschlittert, ist die Südumgehung angesichts der vorhandenen Alternative BAB eine unverantwortliche Geldverschwendung zu Lasten der Folgegenerationen. Doch Reiskirchens Lokalpolitik argumentiert: ‚Die Mittel für die Trasse werden komplett vom Bund gestellt’ – als wäre dies nicht auch das Geld der Steuerzahler.

Die ‚Pro-Südumgehung’-Kampagne zeigt, wie wenig sich die Reiskirchener Lokalpolitik für die Zukunft der nächsten Generationen interessiert. Denn sie leistet damit auch der Zerstörung von Naturraum und dem wachsenden Mangel an landwirtschaftlichen Flächen Vorschub, obwohl dieser Trend sowohl weltweit als auch in Deutschland zunehmend als erhebliches Zukunftsrisiko eingeschätzt wird.

Man kann Reiskirchen und dem Landkreis Gießen nur wünschen, dass das Bürgerbegehren gegen die Südumgehung erfolgreich sein wird und dass sich die Lokalpolitik auf das besinnt, wozu sie eigentlich verpflichtet ist: die Zukunftsvorsorge für künftige Generationen.

Reiskirchen, 16.3.2009 Dr. Hans-Otto Wack

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