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Fundkatze Skinny kämpft um ihr Leben

von Gerda Baueram 13.11.2013917 mal gelesen8 Kommentare
Beim Tierarzt - vor der Schur
Beim Tierarzt - vor der Schur
Reiskirchen | Am Sonntagabend, den 27.10.2013, ging bei den Sorgenfellen ein Notruf aus Wettenberg-Krofdorf ein: „Können Sie uns helfen, wir haben eine Fundkatze, die ganz sicher krank ist, sie sieht sehr schlecht aus!“

Und so war es auch. Gegen 21.00 Uhr kam ein Bündel Elend bei uns an. Mit ihren 2,2 kg war die ca. 13 Jahre alte Katze bis auf die Knochen abgemagert und völlig durchnässt. Sie konnte sich kaum auf den Beinen halten, schwankte, fiel dauernd um. Zusätzlich war sie total verfilzt. Aber das war erst einmal nebensächlich. Es handelt sich um eine dreifarbige Kätzin, ein Perser-Mix. Eine derartige Elendsgestalt haben wir lange nicht mehr gesehen. Solche Bilder von total ausgemergelten Tieren kennen wir sonst nur aus dem Ausland. Wir haben sie Skinny (englisch = dünn) genannt.

Auf der Straße von Krofdorf nach Salzböden wurde Skinny von einem Radfahrer entdeckt, der sofort reagierte, weil von der Katze keinerlei Reaktion kam. Sie blieb einfach sitzen. Er hielt an, schaute sich Skinny an, nahm sie hoch und setzte sie an den Straßenrand. Mehr konnte er in der Situation erst einmal nicht tun. Danach informierte er sofort Bekannte eines nahegelegenen Reiterhofs und bat um Hilfe.
Katzenkorb holen, ins Auto setzen und losfahren war eins.

Mehr über...
Die Katze saß noch immer regungslos am selben Ort. Widerstandslos ließ sie sich hochnehmen und in den Katzenkorb setzen.

Schnell war klar, dass es sich in diesem Fall nicht um eine „normale“ Fundkatze handelt, die man über Nacht kurzfristig bei sich aufnimmt und am nächsten Tag weiter sieht.

Hier musste schnell geholfen werden und so kamen wir von den Sorgenfellen ins Spiel.

Nach einer ersten Notfallversorgung wurde sie dem Tierarzt vorgestellt.

Wider alle Befürchtungen hat Skinny keine gravierende Organerkrankung. Die Blutwerte waren unauffällig, der Verdacht auf eine Erkrankung der Nieren bestätigte sich glücklicherweise nicht. Der FIV- und Leukosetest war negativ. Das vollkommen verfilzte Fell musste geschoren werden. Allerdings hatte Skinny ein total entzündetes Mäulchen. Bis auf die Schneidezähne mussten ihr alle Zähne gezogen und eine Antibiose verabreicht werden.

Skinny muss höllische Zahnschmerzen gehabt haben. Von Schmerzen gepeinigt, körperlich massiv geschwächt, war sie unfähig, sich z. B. von Mäusen zu ernähren.
Ohne das sehr lobenswerte Engagement und die Hilfe ihrer Krofdorfer Retter hätte sie die nächsten Tage sicher nicht überlebt.

nur noch Haut und Knochen
nur noch Haut und Knochen
Auf unserer Pflegestelle in Reiskirchen geht es mit ihr langsam bergauf. Mit kräftigem Maunzen fordert Skinny die Nähe des Menschen ein, will gestreichelt werden. Wir hoffen sehr, dass sie durchkommt.

Skinny hat keinen Chip, es gibt weder bei unserem Verein noch bei anderen Tierschutzorganisationen im Kreis Gießen eine entsprechende Vermisstenmeldung.
Aus diesem Grund und weil Skinny vollkommen menschenbezogen ist, müssen wir davon ausgehen, dass sie ausgesetzt wurde.

Wie kann ein Mensch sein Tier einfach aussetzen und bewusst das Risiko eingehen, dass es das nicht lange überlebt? Wollten ihre Halter sie aufgrund ihres Alters loswerden? Ein Tier, wie in diesem Fall, mit dem man möglicherweise viele Jahre zusammengelebt hat. Das ist nicht zu verstehen.

Im Kreis Gießen gibt es bekanntlich mehrere Tierschutzorganisationen, die in Notfällen für Mensch und Tier da sind. Dort hätten die Halter Skinny doch abgeben können.

Aber vielleicht täuschen wir uns ja und Skinny, unser Sorgenfell, wird sehnlichst vermisst und einer der Leser erkennt sein Tier wieder oder kann uns etwas über Skinnys Herkunft sagen.

Wer mehr von Skinny wissen möchte, kann uns gerne unter Tel.: 06401 – 951403 oder per Mail an: info@tsv-sorgenfelle.de erreichen.

Beim Tierarzt - vor der Schur
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nur noch Haut und Knochen
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beim Fressen
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erschöpfte Skinny erholt sich langsam
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Kommentare zum Beitrag

13
Monika Mündelein aus Reiskirchen schrieb am 13.11.2013 um 16:38 Uhr
Dieser und alle anderen Berichte über ausgesetzte tiere jeder Art finde ich ganz entsetzlich und unmenschlich. Ich habe 2011 ebenso einen Kater aufegenommen, von dem auch kein Mensch wußte wo er her war. Erst wollte ich ihn abgeben, das habe ich aber dann doch nicht über mein Herz gebracht. So ist der junge Mann immer noch bei uns. Um auf Skinny zurückzukommen würde ich mir wünschen, daß die Leute die die Katze ausgesetzt haben, eine richtige Strafe ereinel möchte, egal in welcher Weise!!!!!
Gerda Bauer
372
Gerda Bauer aus Reiskirchen schrieb am 13.11.2013 um 16:59 Uhr
ja, sofern Tiere einfach ausgesetzt werden, ist das immer ganz schrecklich. Da haben Sie recht, Frau Mündelein. Nur wissen wir es bei Skinny nicht wirklich. Es kann ja auch sein, dass sie schmerzlich vermisst wird. Sie könnte z. B. in ein Auto gestiegen sein und nicht mehr nach Hause gefunden haben. Wir hoffen, dass es Hinweise geben wird, woher sie kommen könnte. Erste Anrufe haben wir bereits erhalten und all diesen Hinweisen gehen wir natürlich nach.
13
Monika Mündelein aus Reiskirchen schrieb am 13.11.2013 um 17:19 Uhr
Falls sich bestätigt, dass sie nicht ausgesetzt wurde, wie es der Bericht erscheinen ließ, würde es mich natürlich sehr freuen, wenn die Katze hier zu Hause wieder bekommt.
Andrea Mey
9.786
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 14.11.2013 um 00:05 Uhr
Die arme Katze!
Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn man sie nicht rechtzeitig gefunden hätte.
Ich wünsche Skinny von Herzen alles Gute für die Zukunft!
Gerda Bauer
372
Gerda Bauer aus Reiskirchen schrieb am 14.11.2013 um 21:04 Uhr
Es gibt Neuigkeiten zu Skinny: Die Besitzerin hat sich gemeldet!!!

Es sieht sehr danach aus, dass sie wirklich die Besitzerin ist. Sie sagte, dass Skinny seit Anfang Oktober vermisst wird. Sie sei nie weit weggelaufen, die Besitzerin habe sie überall gesucht. Tatsächlich wurde Skinny 4 km entfernt gefunden, muss durch ein großes Waldstück gelaufen sein. Das ist merkwürdig, aber es kann sein, dass sie nicht mehr zurückgefunden hat. Wir erfuhren außerdem, dass Skinny bereits 21 Jahre alt sei. Wir werden das alles genau prüfen, uns Bilder zeigen lassen und den Impfpass. Bis zu ihrer Genesung wollen wir Skinny bei uns zur Pflege behalten, da das Aufpäppeln spezielle Kenntnisse erfordert, sie 10 mal/Tag mit Spezialfutter gefüttert werden muss, nur langsam zunimmt. Wir werden uns das Zuhause natürlich genau anschauen, damit nicht wieder so etwas passiert, dass Skinny hilfos durch die Gegend irrt. Skinny nimmt ganz langsam zu. Sie hat außerdem eine Schilddrüsenüberfunktion, die jetzt behandelt wird. Das würde auch erklären, dass sie nur wenig ansetzt.
Jörg Jungbluth
5.113
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 14.11.2013 um 22:32 Uhr
Dann bleibt zu hoffen, das Skinny es schafft und wieder zu ihren Besitzern kann.
Gerda Bauer
372
Gerda Bauer aus Reiskirchen schrieb am 14.11.2013 um 23:12 Uhr
ja, das hoffen wir auch. Im Moment sieht es ganz gut aus. Die Kleine nimmt zwar wenig - aber kontinuierlich zu. Hoffen wir, dass es so bleibt.
Andrea Mey
9.786
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 17.11.2013 um 15:00 Uhr
Dann scheint es ja hoffentlich ein "Happy End"
für "Skinny" zu geben.
Es wird sicher für immer "Skinny´s" Geheimnis bleiben,
warum sie auf ihre alten Tage noch so einen langen Abenteuerspaziergang unternimmt.
Ich wünsche der alten Katzendame alles Gute!
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Gerda Bauer
372
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