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Happy End für Sunny

entlaufener Sunny in Raststätte Homberg/Ohm
entlaufener Sunny in Raststätte Homberg/Ohm
Reiskirchen | Am 25.02.13 war der kleine Dackel, Sunny, in Hachborn (Ebsdorfergrund) entlaufen, nachdem er von einem großen, unangeleinten Hund heftig attackiert und gebissen wurde. Sunny war angeleint, schlüpfte in Panik aus dem Halsband und rannte um sein Leben. Der andere Hund verfolgte ihn lange, so dass Sunny so weit weglief, dass er nicht mehr nach Hause finden konnte. Trotz intensiver Suche seiner Menschen blieb Sunny wie vom Erdboden verschluckt. Ende Februar 2013 wurde er erstmals am Schwanenteich in Gießen gesichtet. Dort bemühten sich etliche Leute Sunny einzufangen. Dies war leider ein fataler Fehler, der bei entlaufenen Hunden immer wieder passiert. Statt Ruhe zu bewahren, eine Futterstelle einzurichten und erfahrene Fachleute einzuschalten, bewirkte der laienhafte Einfangversuch, dass Sunny dieses Gebiet fluchtartig verließ. Obwohl Sunny ein ganz zutraulicher kleiner Hundemann war, hatte er durch die Tage auf der Flucht auf einen „Überlebensmodus“ umgeschaltet und wurde Menschen gegenüber sehr scheu. Seine Halter erfuhren leider zu spät davon, dass Sunny dort gesichtet worden war. Ein zweites Mal wurde
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Sunny einige Tage später in Buseck gesichtet, war dort aber nach kurzer Zeit wieder verschwunden. Seine Familie hatte mittlerweile viele Suchanzeigen aufgegeben, Plakate verteilt, Tierschutzvereine, Tierärzte, Polizei und Ordnungsbehörden informiert. Sunny blieb verschollen, niemand hatte ihn in den folgenden Monaten gesehen.
Am 23.06.13 erhielten wir vom Tierschutzverein Sorgenfelle e. V. eine Mail einer engagierten Tierfreundin, Frau Bittorf aus Stockhausen, dass sie einen kleinen, sehr scheuen Hund an der Raststätte Homberg/Ohm gesehen habe. Dort wurde ihr auf nachfragen gesagt, dass dieser Hund seit ca. 4-6 Wochen herumstreune, um Futter bettele und niemandem zu gehören schien. Sie meldete dies der Polizei und dem zuständigen Tierschutzverein Gelnhausen. Aber Frau Bittorf blieb alleine auf sich gestellt, niemand schien zuständig. Als wir vom Verein Sorgenfelle e. V. vom Schicksal des Hundes erfuhren, reagierten wir sofort. Wir besorgten eine Lebendfalle, die an einem Platz aufgestellt wurde, an dem der Hund häufig gesichtet wurde. Leider ging der Hund aber nicht in die Falle. Schließlich gelang es Frau Bittorf ein Foto des Hundes zu machen. Ein Abgleich mit vermissten Hunden auf verschiedenen Tierschutzseiten führte
Sunnys Bild auf der Vermisstenanzeige
Sunnys Bild auf der Vermisstenanzeige
schließlich zu den Besitzern von Sunny, die mittlerweile die Hoffnung aufgegeben hatten, Sunny jemals wiederzusehen. Der Tierschutzverein Marburg e. V. hatte Sunny mit einem Bild als vermisst gepostet. Der Hund auf der Raststätte Homberg/Ohm ähnelte diesem Hund sehr. Da dort eine Telefonnummer angeben war, rief Frau Bittorf die vermuteten Halter des kleinen Hundes an, Familie Schneider aus Hachborn. Die Halter von Sunny kamen sofort zu Raststätte Homberg/Ohm. Aber der kleine Dackel blieb auch ihnen gegenüber auf großer Distanz, erkannte sie nicht wieder. Nun wurde ein sehr erfahrener Hundetrainer und Spezialist für entlaufene Hunde, Herr Frank Weißkirchen aus Breitscheid, eingeschaltet, der mittels einer Distanznarkose Sunny einfangen wollte. Da der kleine Hund aber weiterhin in sehr großer Entfernung blieb, musste diese Möglichkeit schließlich aufgegeben werden. Herr Weißkirchen stellte eine weitere Falle auf und gab wertvolle Tipps, z. B. dass der Boden der Falle unbedingt mit Naturmaterialien, wie z. B. Laub oder Heu, ausgefüllt sein müsse und gut getarnt werden müsse, da ein Hund die Falle sonst meiden würde. Erneut hatten wir die Hoffnung, dass der kleine Dackelmann nun in eine der Fallen gehen würde. Aber Sunny ging einfach nicht in die Falle. Sunnys Halter sowie die Finderin Frau Bittorf liefen unermüdlich Abend für Abend den Rastplatz ab. Ein Versuch mit einer läufigen Hündin wurde gestartet, der Sunny, da er ein unkastrierter Rüde ist, anlocken sollte. Unmittelbar führte dies nicht zum Erfolg. Aber einen Tag später, am 12.07.13 näherte sich Sunny ganz vorsichtig der kleinen Hündin von Frau Bittorf, begann an ihr zu schnuppern und kam immer näher. Sunnys Herrchen bewahrte die Ruhe, schaute Sunny nicht an, stand ganz ruhig da und ließ sich von Sunny beschnuppern. Hätte er sich Sunny zugewandt oder ihn bei seinem Namen gerufen, wäre Sunny sofort wieder weggelaufen. Nach einigen Minuten bangen Wartens sprang bei Sunny plötzlich der Schalter um. Er begann erst zögernd, dann immer heftiger mit dem Schwanz zu wedeln und sprang an seinem Herrchen hoch. Er hatte ihn also wiedererkannt. Nun konnte sein Herrchen den kleinen Dackelmann auf den Arm nehmen und ihn ganz ruhig in sein Auto tragen.
Sunny war also vom 25.02.13 bis zum 12.07.13 auf der Flucht, hatte den kalten Winter im Freien verbringen müssen, da er nicht mehr nach Hause fand.
Zu Hause angekommen erkannte er alles sofort wieder und wurde ganz zutraulich. Natürlich ist seine Familie überglücklich, Sunny nach dieser langen Zeit wohlbehalten wieder zurück zu haben. Sunny hat sein unfreiwilliges Abenteuer gut überstanden. Er war weder abgemagert noch hatte er sonstige Mangelerscheinungen. Der Fachmann, Herr Weißkirchen, erklärt auf seiner Homepage: www.hundentlaufen.de , dass jeder Hund in freier Natur auf einen Triebmodus umschalten und dadurch überleben kann.
Von großer Wichtigkeit ist, über das richtige Verhalten bei entlaufenen Hunden aufzuklären. Dilettantische, wenn auch gut gemeinte Einfangversuche haben fatale Folgen, da sie den entlaufenen Hund vertreiben statt ihm zu helfen. Es braucht unbedingt fachkundige Hilfe, um den Hund nicht weiter zu stressen und damit erneut in die Flucht zu schlagen.
Unser besonderer Dank gilt der engagierten Finderin von Sunny, Frau Bittorf und ihrer Familie, die sich vorbildlich für Sunnys Rettung einsetze und der es zu verdanken ist, dass Sunnys Geschichte ein happy end fand. Ebenso danken wir Herrn Frank Weißkirchen ganz herzlich, der uns mit seiner großen Erfahrung und wertvollen Tipps eine enorme Hilfe war und von dem wir über das richtige Verhalten bei entlaufenen Hunden sehr viel lernen konnten. Sunnys Familie sei ebenfalls ganz herzlich für ihr Engagement gedankt, die - seitdem sie von dem kleinen Dackel an der Raststätte Homberg/Ohm erfuhr - unermüdlich im Einsatz war, um ihren Sunny wieder zu bekommen. Ohne die Hilfe all dieser Menschen, hätte Sunny keine Chance gehabt, in sein Zuhause zurück zu kehren.
Gerda Bauer
TSV Sorgenfelle e. V.

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