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Landesweite Diskussion um Kinderförderungsgesetz spitzt sich zu

"Kifög, so nicht!" sagen Vertreter der Lebenshilfe. Der Kritik stellen sich zwei Landespolitiker der FDP
"Kifög, so nicht!" sagen Vertreter der Lebenshilfe. Der Kritik stellen sich zwei Landespolitiker der FDP
Reiskirchen | Die landesweite Debatte um das Kinderförderungsgesetz (Kifög) spitzt sich weiter zu. Nach mehreren Protestkundgebungen in Gießen, Grünberg und vielen anderen Städten im Landkreis gibt es kaum eine Annäherung zwischen der hessischen Landesregierung und Eltern, Erziehern und Kindergartenträgern.
Für eine grundsätzliche Aussprache haben kürzlich die beiden FDP-Politker René Rock und Wolfgang Greilich den Anne-Frank-Kindergarten in Reiskirchen besucht. Beim Podiumsgespräch mit der Bereichsleiterin der Kindertagesstätten der Lebenshilfe Gießen, Ina Maag und der Leiterin der Integrativen Kindertagesstätte, Dr. Rebecca Neuburger-Hees, verteidigten die Politiker den Gesetzesentwurf: „Wir brauchen ein pauschales Landesgesetz“, argumentierte Rock. Er verwies auf einen Landeszuschuss in Höhe von 117,5 Millionen Euro. Das Geld solle für eine „Verbesserung des Angebots“ dienen.
Die Frage, wie groß eine Kindergartengruppe sein darf, stand im Mittelpunkt der Diskussion. „Wenn aus 15 Kindern pro Gruppe 21 werden, weiß ich nicht, wo Qualität sein soll“, sagte Neuburger-Hees. Sie fürchtet, dass in ihrer Kindertagesstätte vor allem die Förderung von Kindern mit Behinderung und Kindern aus Migrationsfamilien gekürzt werden müsse. Zudem würden die Zeiten für Vor- und Nachbereitung, sowie für Elterngespräche gänzlich wegfallen. Die Pläne „Laien“ als Aushilfen in Kindergärten einzusetzen stieß auf starke Bedenken bei den anwesenden Erzieherinnen. „Wie brauchen Qualität und Bildung. Wie soll man unter diesen Bedingungen bis 67 arbeiten können“, kritisierte eine Erzieherin. Rock entgegnete, dass das Konzept nach einem Jahr einer Beurteilung zu unterziehen.
Neuburger-Hees hat nach dem Gespräch wenig Hoffnung, dass das Gesetz nochmals geändert wird. Sie rechnet mit Einschnitten in der Kinderbetreuung, da die „Kommunen künftig nur das Minimum an Ausgaben bereit stellen werden.“

"Kifög, so nicht!" sagen Vertreter der Lebenshilfe. Der Kritik stellen sich zwei Landespolitiker der FDP
"Kifög, so nicht!" sagen... 
René Rock und Wolfgang Greilich von der FDP diskutieren das Kifög mit Ina Maag von der Lebenshilfe.
René Rock und Wolfgang... 

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.110
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 07.03.2013 um 07:52 Uhr
Meiner Meinung nach hat Frau Neuburger-Hees vollkommen Recht. Im Gesetzentwurf werden Mindeststandarts festgezurrt. Alles Gerede von der Möglichkeit, dass einzelnen Träger der Einrichtungen mehr als das "muss" umsetzen kann, ist völlig "hohl". Z.B. sind fast alle hessischen Gemeinden und Städten pleite / in die Pleite getrieben worden und müssen dem Diktat aus Wiesbaden bedingungslos folgen.

Das heisst ganz konkret, die dürfen keinen Cent mehr als von dem Mindeststandart Gefordertem finanzieren. Ist doch klar warum! Damit Wiesbaden in den sogenannten Rettungsschirm nicht noch mehr Geld einzahlen muss, wurde mit diesem Gesetz versucht die so sicher wie das Amen in der Kirche kommenden Forderungen aus den Einrichtungen die gesetzliche Grundlage zu entziehen. Das Gerede von den paar 100 Millionen angeblich zusätzlichen Euros für die Einrichtungen ist dem Wahlk(r)ampf geschuldet. Unterm Strich versuchen die ....... in Wiesbaden und Berlin nur so kostengünstig, wie nur irgendmöglich ihr uraltes Wahlversprechen von dem einklagbaren Platz in Einrichtungen kurz vor der neuen Wahl umzusetzen.

Ich denke das geht nach hinten los - so dumm ist die Mehrheit der Bevölkerung nicht, wie die das vermuten. Ich bin nicht unbedingt ein großer Freund von Parlamenten, aber eines dürfte zum Selbstläufer werden: Wahltag ist immer auch Zahltag!
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von:  Michael Nudelmann - Mitarbeiter der GZ-Redaktion

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