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Südumgehung ohne Alternative? Die schwachen Argumente der Befürworter

Reiskirchen | Befürworter der südlichen Umgehungsstraße für Reiskirchen und Lindenstruth lancieren seit Monaten merkwürdige Lesermeinungen in der Lokalpresse. Dabei wiederholt sich in schon langweiliger Weise meistens eine Argumentation, die ihre Beiträge von vornherein disqualifiziert:
1. Das Zustandekommmen des Bürgerentscheids am 22. März 2009 wird ins Zwielicht gerückt. Es ist die Rede von zweifelhaften Methoden bei der Unterschriftensammlung, von Rücksichtslosigkeit, Abgebrühtheit und Blockade. – Was müssen das doch für Charakterschweine sein, die gegen die Südumgehung sind!
2. Die erfolgreiche Bürgerversammlung vom 16. Januar kann ja nur ein raffiniertes Täuschungsmanöver gewesen sein. So die eingebildete Überzeugung. Andere Trassenführungen werden pauschal als nicht realisierbar dargestellt oder gleich ganz unterschlagen. - Auch dazu bleibt eine Begründung entweder aus oder es wird mit falschen Behauptungen gearbeitet. Es sind eben nicht alle Varianten geprüft worden, und ein Planfeststellungsverfahren dauert heute viel kürzer als früher!
3. Es wird so getan, als würden Lärmbelastung und Luftschadstoffe des Durchgangsverkehrs allein durch eine Südumgehung vermindert werden. Wieso eine Nordumgehung nicht den gleichen Effekt bewirkt und dabei aber nicht so viel Naturzerstörung erzeugt, liegt außerhalb ihres beschränkten Vorstellungsvermögens.
4. Dem Erhalt der Josseleraue wird überhaupt keine Bedeutung zugesprochen. Dabei wohnen die meisten Einwohner von Reiskirchen im Süden und nutzen zur Naherholung viel weniger das Gelände an der Wieseck im Norden.
5. Das Problem der Verlagerung der Verkehrsbelastung nach Hattenrod und Burkhardtsfelden ist ebenfalls nicht der Erwähnung wert.
6. Die „Naturfreunde Josseleraue“ werden als Lügner und nicht ernst zu nehmen diffamiert. Verwundert liest man dann die Liste der Unterstützer. Sie reicht von Vertretern der Umweltorganisationen NABU und BUND, sowie der Grünen aus Reiskirchen bis zum Verkehrsclub Deutschland. Es soll sogar nicht organisierte, ehrenwerte Reiskirchener Bürger geben, die gegen die Südumgehung sind. Alle gaga oder was?
7. Unterschlagen wird natürlich regelmäßig, dass eine Nordumgehung, wenn man den Ausführungen von Wulf Hahn von "RegioConsult" aus Marburg, einer Fachagentur für Stadt- und Verkehrsplanung, Umwelt- und Landschaftsplanung Glauben schenken mag, deutlich besser abschneidet als die Südumgehung.
Und ist der Kindergarten im Norden Reiskirchens wichtiger als die Schule und das Altenheim im Süden?
8. Und was auf keinen Fall fehlen darf: Man beruft sich auf die Meinung der Mehrheit der Reiskirchener Bevölkerung. Auch dies zeigt die tönernen Füße der Argumente der Gegner eines Bürgerbegehrens. Wenn sie selbst beratungsresistent sind, muss das doch nicht auf alle anderen auch zutreffen!
9. Ein Bürgerbegehren ist ein legitimes, demokratisches Mittel der Kommunalpolitik. Traurig genug, dass dies erst in einem Gerichtsverfahren gegen die herrschenden Gemeindegremien durchgesetzt werden musste.
Das Thema wird teilweise emotional aufgeheizt. Ehemalige „Freunde“ wechseln sogar die Straßenseite, wenn ihnen ein Gegner der Südumgehung entgegenkommt. Ich kann hier nur appellieren keine Unterstellungen über niedrige Motive, falsche Beweggründe oder fehlende Zurechnungsfähigkeit zu machen. Aber die Befürworter einer Südumgehung für Reiskirchen und Lindenstruth schulden immer noch die Antwort auf eine Frage: Warum geben sie sich mit der zweitbesten Lösung zufrieden, wenn sie die beste haben können?
Egon Jordan, Reiskirchen

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von:  Egon Jordan

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Egon Jordan
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