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Der personelle Untergang der Gemeinde Reiskirchen

Reiskirchen | Katastrophale Personalpolitik des Bürgermeisters Holger Sehrt - Gemeinde verliert langjährige Mitarbeiter - CDU zweifelt Führungsfähigkeit des Bürgermeisters an.


Die Pressemitteilungen der letzten Wochen verheißen für die Gemeinde Reiskirchen nichts Gutes. In den vergangenen und kommenden Wochen verlor und wird die Gemeinde mehrere weitere langjährige erfahrene und kompetente Mitarbeiter verlieren.
Wie von vielen Mandatsträgern zu hören, die sich oft in der Gemeindeverwaltung in Reiskirchen aufhalten, wird dort die Stimmung immer schlechter. So verließ unter anderem ein sehr kompetenter Mitarbeiter zum 31. Dezember 2008 die Gemeindeverwaltung in Reiskirchen. Der Jugendpfleger Matthias Lotz ist ab dem 01.01.2009 Kreisjugendpflegers beim Landkreis Gießen . Die Gemeinde verliert mit ihm einen engagierten und kompetenten Mitarbeiter. Hr. Lotz war seit 2000 bei der Gemeinde Reiskirchen beschäftigt und hatte sich ein breites Arbeitsspektrum geschaffen, welches ihm viel Lob über alle Fraktionsgrenzen hinweg und auch bei der Bevölkerung einbrachte. So kümmerte sich Hr. Lotz als Jugendpfleger unter anderem
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um die Betreuung der Jugendräume, die Gestaltung, den Ablauf und die Durchführung der Ferienspiele. Er initiierte, organisierte und leitete Ferienfreizeiten und Angebote zur Integration rußland-deutscher Kinder. Er war Ansprechpartner für die Jungendlichen in der Gemeinde Reiskirchen und widmete viel Zeit der Einzelfallbetreuung von Jugendlichen und Heranwachsenden, die familiäre, persönliche, schulische oder berufliche Probleme hatten und haben. Matthias Lotz war aber kein Jugendpfleger, der nur redete, sondern auch ein Mensch der Praxis. So war er gerne Gast bei Veranstaltungen oder Festen, die die Jugendlichen in der Gemeinde Reiskirchen organisierten oder einfach nur mal zu Besuch in den Jugendzentren. Ein großer persönlicher Verdienst von ihm waren die vielen praktischen Hilfen bei der Berufswahl und der Jobsuche für die Jugendlichen. Mit ihm verliert die Gemeinde einen weiteren kompetenten und erfahrenen Mitarbeiter.

Auch der “heimliche Bürgermeister“ der Verwaltung wird ebenfalls zu einer anderen Stadtverwaltung wechseln. Dies ist der größte Verlust, den die Gemeindeverwaltung verkraften muss, so die CDU-Fraktion. Zum 01. Februar 2009 wechselt der bisherige Hauptamtsleiter Frank Arnold zur Stadt Lich. Grund für diesen Wechsel sind wohl starke Reibungen innerhalb der Gemeindeverwaltung und insbesondere mit dem Bürgermeister und seiner Auffassung von Arbeitsteilung und Organisation. So bleiben viele Arbeiten aufgrund einer schlechten Verteilung und Organisation unerledigt oder liegen wochenlang unbearbeitet beim Bürgermeister persönlich. So können viele Aufgaben zum Leidwesen der Bürger nicht fristgemäß erledigt werden und den Mitarbeiter der Verwaltung sind durch die Vorgaben des Bürgermeisters die Hände gebunden.

Der Hauptamtsleiter Frank Arnold ist seit über 30 Jahren bei der Gemeinde Reiskirchen beschäftigt und hat dort ebenfalls seine Laufbahn in der Verwaltung als Auszubildender begonnen. Umso erstaunlicher ist es für die CDU, wenn solch ein verdienter Mitarbeiter, der die Koordination der Verwaltung innehat, das gleiche Parteibuch (SPD) wie der Bürgermeister besitzt, ohne sich beruflich zu verbessern, in eine andere Stadtverwaltung auf die gleiche Stelle wechselt.

Wäre der Wechsel ein Einzelfall, wäre es zwar trotzdem sehr bedauerlich, aber man müsste es wohl oder übel leider akzeptieren. Seit einiger Zeit blutet die Gemeinde Reiskirchen aber personalmäßig aus und das Ende ist wohl noch nicht erreicht. So sollen weitere Mitarbeiter Zwischenzeugnisse angefordert und sich schon bei anderen Städten und Gemeinde beworben haben. Andere Mitarbeiter haben die Gemeindeverwaltung in Reiskirchen schon verlassen oder verlassen diese die nächsten Monate. Der Grund hierfür liegt wohl in der Führungsschwäche und der schlechten Organisation und Koordination des amtierenden Bürgermeisters Holger Sehrt. Es passieren nicht nur handwerkliche Fehler, die einem studierten Juristen nicht unterlaufen dürften, sondern es zeigt sich auch, dass das menschliche Miteinander auf der Gemeindeverwaltung in Reiskirchen wohl nicht mehr stimmt. So wurden wohl mit den auf andere Verwaltungen wechselnden Mitarbeiter weder Gespräche geführt, noch diese zum Verbleiben in der Gemeinde Reiskirchen aufgefordert. Es erstaunt die CDU schon sehr, wenn man Mitarbeiter und Führungskräfte der Gemeinde Reiskirchen einfach ziehen lässt, ohne mit diesen über die Gründe für den Wechsel und die Probleme, die zu diesem Entschluss geführt zu haben, redet.

Aber so langsam schließ sich wohl der Kreis, vor dem die CDU schon im Bürgermeisterwahlkampf aufmerksam gemacht und gewarnt hat. Der Bürgermeister sollte an der Spitze der Verwaltung diese führen, nach außen repräsentieren und das Beste für die Bürger der Gemeinde Reiskirchen erreichen. Dies alles passiert in der Gemeinde Reiskirchen leider nicht. So musste auch die CDU im Dezember 2008 aufgrund eines fehlerhaften Stellenplans den Nachtragshaushalt für die Gemeinde Reiskirchen ablehnen. Auch hieran kann man sehen, das einem Bürgermeister Sehrt entweder der Überblick über seine Verwaltung mit rund 70 Mitarbeitern fehlt und er nicht weiß, wer für die Gemeinde Reiskirchen arbeitet oder aber es ihm egal zu sein scheint. Ansonsten kann es nicht passieren, dass ein fehlerhafter Stellenplan im Nachtragshaushalt in die Gemeindevertretung eingebracht wird.

Aber auch weitere handwerkliche Fehler häufen sich die letzten Monate. So fallen Gemeindevorstandssitzungen regelmäßig aus, Anfragen der Gemeindevertretung werden unzureichend oder mit starker zeitlicher Verzögerung behandelt und die Umsetzung von Beschlüssen der Gemeindevertretung verzögert sich immer mehr. Hier stellt der vorgelegte Haushaltsentwurf für 2009, für den Bürgermeister verantwortlich ist, eine schönes Beispiel dar. So waren die Ausführungen der Arbeiten mangelhaft und mussten stark nachgebessert werden. Darüber hinaus ist der Haushaltsentwurf wieder einmal Monate zu spät den Fraktionen vorgelegt worden. Dies ist umso unverständlicher, als es mit der Umstellung auf die Doppik in 2009 weitaus mehr Beratungsbedarf innerhalb der Fraktionen gibt, als es die Jahre vorher mit der Kameralistik gegeben hat. Den ausführenden Mitarbeitern, federführend dem Amtsleiter der Finanzabteilung Hr. Ralf Hofmann, ist hier allerdings kein Vorwurf zu machen. Dieser hat mit seiner Abteilung und der herausragenden Arbeit überhaupt dafür gesorgt, dass der Haushaltsentwurf in 2008 überhaupt noch den Fraktionen vorgelegt werden konnte. Nichts desto trotz hat die Gemeinde zu Beginn des Jahres 2009 immer noch keine von der Gemeindevertretung verabschiedete Haushaltssatzung, was bedeutet, dass die Gemeinde mit einer sog. vorläufige Haushaltsführung arbeiten muss, die die Verwaltung in ihrer Arbeit stark einschränkt, da nur Pflichtaufgaben finanziert werden können. Hier wäre der Bürgermeister in 2008 gefordert gewesen, alles daran zu setzen einen Haushalt für 2009 fristgerecht aufzustellen und diesen noch im Jahr 2008 durch die Gemeindevertretung Reiskirchen verabschieden zu lassen, wie es im Übrigen fast alle Gemeinde und Städte im Landkreis Gießen getan haben und was die Regel und nicht die Ausnahme darstellt. Es bleibt festzustellen, dass in Reiskirchen die Haushalte der vergangenen Jahre in der Amtszeit des Bürgermeisters Sehrt immer verspätet verabschiedet worden sind, so die CDU-Fraktion.

Auch bemängelt die CDU-Fraktion Reiskirchen einige Umsetzungen von Gemeindevertretungsbeschlüssen und wird genau prüfen, ob sie in 2009 nicht den einen oder anderen Akteneinsichtausschuss beantragen wird.

Es bleibt festzuhalten, dass zur Zeit eine katastrophale Personalpolitik des Bürgermeisters Holger Sehrt in der Gemeindeverwaltung gefahren wird, die Gemeinde langjährige verdiente Mitarbeiter verliert und weitere verlieren wird. Auch sind die vorgelegten Ergebnisse der Arbeit des Bürgermeisters in ihrer Ausführung mehr als tadelnswert und viele dringende Angelegenheiten und Arbeiten der Gemeinde Reiskirchen bleiben liegen oder können nur stark verzögert erledigt werden.

Die CDU zweifelt aus diesem Grund stark die Führungsfähigkeit des Bürgermeisters an und fordert diesen auf, endlich das personelle Ausbluten der Gemeinde Reiskirchen zu stoppen und die Angelegenheiten der Gemeinde Reiskirchen wieder gewissenhafter als Bürgermeister zu erledigen. Die CDU hofft, dass der Bürgermeister endlich handelt und im Jahr 2009 wieder normale Verhältnisse in Reiskirchen einkehren. Weitere personelle Verluste kann und darf sich die Gemeindeverwaltung einfach nicht leisten, ohne das die Gemeinde und mit ihr die Einwohner der Gemeinde Reiskirchen Schaden nehmen. Für Reiskirchen stehen im Jahr 2009 viele wichtige und zukunftsweisende Entscheidungen bevor, wie zum Beispiel der Bürgerentscheid. Es bleibt zu hoffen, dass der Bürgermeister zum Wohle der Bürger die Lage wieder unter Kontrolle bekommt, so eine Pressemitteilung der CDU Fraktion Reiskirchen.

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