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Bürgerversammlung zur Umgehungsstraße Reiskirchen

Reiskirchen | Am 22. März findet der Bürgerentscheid zur Umgehungsstraße für Reiskirchen und Lindenstruth statt. Stimmberechtigt dazu sind alle wahlberechtigten Bürger der Großgemeinde Reiskirchen. Um den Wählern eine Entscheidungshilfe zu geben veranstalten die Initiatoren des Bürgerbegehrens gemeinsam mit Bündnis 90/Die Grünen und den Naturfreunden Jossolleraue am Freitag, 16. Januar, eine Bürgerversammlung. Sie findet ab 20 Uhr im Bürgerhaus Reiskirchen statt. Bei dieser Veranstaltung kommen selbstverständlich auch die Bürger zu Wort und können Fragen stellen, wie es in einer Bürgerversammlung üblich ist.
Das Ziel aller drei Gruppierungen ist es das größte zusammenhängende Naherholungsgebiet der Großgemeinde für die Nachwelt zu erhalten. In der Kombination von Feuchtwiesen, trockenen Magerrasen, dem Besucherwald Buchwald und dem Nonnenköpfel ist es einzigartig in Reiskirchen. Die Trennwirkung der Südumgehung für das Naherholungsgebiet ist unübersehbar. Betroffen davon ist hauptsächlich die Kerngemeinde. Aber auch von Einwohnern aus Lindenstruth, Hattenrod und Burkhardsfelden wird das Jossollertal gerne zum Wandern, Rad fahren und Joggen genutzt. In der Bürgerversammlung werden Beispiele genannt, wie anderenorts mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse der Bevölkerung genommen wird.
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Weiterhin ist die Südumgehung in punkto Naturschutz die schlechteste aller bisher untersuchten Trassenführungen. Das ist schon seit 1991 bekannt und hat immer zur ablehnenden Haltung der Naturschutzverbände geführt. Die Nordumgehung hingegen wäre toleriert worden.
Für eine Ortsumfahrung von Reiskirchen und Lindenstruth bietet sich nach wie vor die 1994 vom Regierungspräsidium und dem Amt für Straßen- und Verkehrswesen ausgearbeitete umweltverträglichere Nordumgehung (Variante Ib) an. Zusätzlich wurden 1997 zum Linienfindungsverfahren noch weitere Möglichkeiten bekannt, die für das Planfeststellungsverfahren nur ungenügend untersucht wurden. Nach der Nulllösung (keine Umgehungsstraße) ist die Bahn-Tunnel-Lösung die verträglichste für Naherholung und Naturschutz. Bei ihr wird auch die wenigste landwirtschaftliche Nutzfläche verbraucht. Sie verläuft auf der für Lindenstruth seit 1970 vorgesehenen Umgehungsstraße, kreuzt dann die Wieseck und verläuft anschließend parallel zur Bahntrasse. In Reiskirchen verläuft sie in einem Tunnel unterhalb der Bahnlinie und mündet bei der Autobahnauffahrt Richtung Kassel auf die derzeitige B 49. Diese Variante würde mit Sicherheit die größte Entlastung für den Durchgangsverkehr in Lindenstruth und Reiskirchen bringen.
Bei der Variante Ib war vorgesehen, den Autobahnanschluss Richtung Kassel weiter südlich zu verlegen. Das macht ein zusätzliches Brückenbauwerk über die Wieseck und die Bahn erforderlich und die Nordumgehung teuer. Bei der „preiswerten Nordumgehung“ soll der Autobahnanschluss in Richtung Reiskirchener Dreieck verschoben werden. Dadurch würde die Nordumgehung wenigstens zwei Millionen Euro preiswerter.
Der NABU hat eine Variante vorgeschlagen, bei der Reiskirchen zwei Autobahnanschlüsse erhalten würde: Reiskirchen Ost und Reiskirchen Nord. Der Zwischenbereich zwischen den Anschlüssen soll bei dieser Lösung gleichzeitig Umgehungsstraße sein. Dadurch würde weniger Grundfläche verbraucht, als bei der Variante Ib.
Bei der Bürgerversammlung werden nicht nur diese drei alternativen Varianten genauer vorgestellt, sondern es wird auch noch auf Planungsfehler zum Planfeststellungsverfahren eingegangen. Wegen Fehler bei der Verkehrsuntersuchung und den Fehlern bei der Erfassung der Naturschutzdaten ist es nach der Meinung der Veranstalter fraglich, ob das Planfeststellungsverfahren für die Südumgehung positiv abgeschlossen werden kann.

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